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LUZERN: «Der Pulverturm hat eindeutig an Charme verloren»

Der Pulverturm ist fertig saniert – für fast doppelt so viel Geld wie geplant. Was nicht allen gefällt: Der Efeu ist weg.
Lena Berger
Der Pulverturm vor nach der Sanierung: mit Efeu. (Bild: PD)

Der Pulverturm vor nach der Sanierung: mit Efeu. (Bild: PD)

Der Pulverturm vor nach der Sanierung: mit Efeu. (Bild: PD)

Der Pulverturm vor nach der Sanierung: mit Efeu. (Bild: PD)

600 Jahre alt ist der Pulverturm, der drittletzte Turm der Museggmauer. Jetzt hat er im wahrsten Sinne des Wortes ein Facelifting erhalten. Die von kleinen und grossen Sichtsandsteinen geprägte Fassade ist jetzt einheitlicher und wegen des teilweisen Verputzes glatter. Diese Woche konnte das Gerüst abgebaut und das Resultat begutachtet werden.

Beat Fischer, Präsident der Stiftung zur Erhaltung der Museggmauer, ist mit dem Ergebnis zufrieden. «Es ist schön geworden. Der Pulverturm bildet jetzt mit dem benachbarten Allenwinden- und dem Schirmerturm einen stimmigen Auftritt.» Er freut sich, den Luzernern praktisch als «Weihnachtsgeschenk» einen restaurierten Pulverturm übergeben können. «Die Museggmauer – die Krone der Stadt Luzern – hat jetzt ein weiteres Juwel.»

«Zu lange gewartet»

Auch die Quartierbewohner haben nach anfänglicher Skepsis mehrheitlich Freude am sanierten Bijou, das die Wey-Zunftstube beherbergt. So sagt etwa Anwohner Paul Hollenwäger: «Der Turm sieht gut aus. Wir haben uns anfangs noch dafür eingesetzt, dass er in seiner alten Form erhalten bleibt», räumt er ein. Diesen Widerstand habe man nach einer Baustellenbesichtigung allerdings aufgegeben. «Es hat sich gezeigt, dass der Turm sehr marode war. Man hat mit der Sanierung zu lange gewartet. Wenn man 600 Jahre gar nichts macht, muss man eben Kompromisse machen.»

Anwohnerin Esther Renggli bedauert, dass der Efeu weichen musste. «Der Turm hat eindeutig an Charme verloren. Er sieht jetzt sehr neu aus», sagt sie. Auch die Farbe hätte sie sich «dezenter» gewünscht. «Das wird sich aber bestimmt noch angleichen. In 20 Jahren wird der Turm wieder gut aussehen», ist Renggli überzeugt. Und vielleicht setze sich bis dahin auch wieder etwas Efeu an den Mauern an.

Sanierung kostete 800 000 Franken

Efeu dürfte allerdings nicht im Sinne von Stiftungspräsident Fischer sein. «Ursprünglich hatten wir vor, die steinsichtige Optik des Pulverturm zu erhalten. Daraus wurde aber nichts.» Grund: Ohne den schützenden Verputz konnte über die Jahrhunderte ungehindert Wasser ins Mauerwerk eindringen und den Sandstein aufweichen. Die schönen Efeuranken stellten die Stiftung vor ein grosses Problem. «Die bis zu 30 Zentimeter dicken Ranken haben sich tief in die Turmmauern gebohrt und mussten deshalb entfernt werden», so Fischer. Damit hatte niemand gerechnet. Die Kosten für die Sanierung sind entsprechend fast doppelt so hoch ausgefallen wie ursprünglich geplant. «Allein, um die entstandenen Löcher zu flicken, mussten wir für neue Sandsteine 100 000 Franken ausgeben.» Statt 450 000 Franken kostete die Sanierung zum Schluss 800 000 Franken.

Fischer hofft nun, wenigstens beim Männliturm auf keine weiteren Überraschungen zu stossen. Er ist neben dem Nölliturm – der derzeit saniert wird – der letzte Teil der Museggmauer, der einer Generalüberholung unterzogen werden soll. «Diesen Winter wird der Männliturm untersucht und ein Kostenvoranschlag erarbeitet», sagt Fischer

Der Pulverturm nach der Sanierung: ohne Efeu. (Bild: Boris Bürgisser / Neue ZZ)

Der Pulverturm nach der Sanierung: ohne Efeu. (Bild: Boris Bürgisser / Neue ZZ)

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