LUZERN: Detaillisten drohen mit Austritt

Dicke Post für den kantonalen Gewerbeverband: Die Detaillisten erwägen den Austritt als Mitglied. Zu oft waren sich die Verbände uneins bezüglich Ladenöffnungszeiten.

Alexander von Däniken
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Die Luzerner Detaillisten überlegen sich, ob sie aus dem Gewerbeverband aussteigen wollen. (Bild: Philipp Schmidli)

Die Luzerner Detaillisten überlegen sich, ob sie aus dem Gewerbeverband aussteigen wollen. (Bild: Philipp Schmidli)

«Wir überlegen uns ernsthaft, aus dem Gewerbeverband auszutreten.» Dies sagt Heinz Bossert, Präsident des Luzerner Detaillistenverbands (DVL), auf Anfrage. Hintergrund sind unterschiedliche Auffassungen zu den Ladenöffnungszeiten. Der DVL hat sich seit Jahren erfolgreich für die Beibehaltung der restriktiven Ladenöffnungszeiten im Kanton Luzern ausgesprochen. Der Gewerbeverband hingegen, welcher auch grössere Firmen vertritt, war zwar stets für eine Liberalisierung, verzichtete aber bisher darauf, sich dafür zu engagieren. Doch diese Woche hat er sich zusammen mit weiteren Wirtschaftsverbänden für eine nationale Regelung der Ladenöffnungszeiten ausgesprochen. Für Luzern würde dies eine deutliche Ausweitung der Öffnungszeiten bedeuten.

»Zuerst bilateral besprechen»

«So kann es nicht weitergehen», sagt dazu Heinz Bossert. Denn Recherchen unserer Zeitung zeigen auch, dass sich die beiden Verbände schon früher immer wieder mal ins Gehege gekommen sind. Der Zwist um die Öffnungszeiten hat das Fass aber offenbar zum Überlaufen gebracht. Roland Vonarburg, Präsident des Gewerbeverbands, äussert sich nur knapp zum drohenden Austritt des Detaillistenverbands, der immerhin rund 600 Mitglieder zählt: «Wir wollen das zuerst bilateral mit dem Detaillistenverband besprechen.»