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LUZERN: Die Chinesen sind zurück

Nachdem letztes Jahr die Zahl der chinesischen Touristen deutlich zurückgegangen ist, stellt man in Luzern jetzt ein rekordverdächtiges Wachstum fest. Sorgen machen dem Tourismusdirektor jetzt aber die Briten.
Lena Berger
Strömen wieder in die Region Vierwaldstättersee: Chinesische Touristen an der Rigi. (Bild: Nadia Schärli (Rigi Kaltbad, 14. Feburar 2017))

Strömen wieder in die Region Vierwaldstättersee: Chinesische Touristen an der Rigi. (Bild: Nadia Schärli (Rigi Kaltbad, 14. Feburar 2017))

Lena Berger

lena.berger@luzernerzeitung.ch

Jürg Schmid ist die Erleichterung deutlich anzumerken. Als sich eine Journalistin diese Woche an der Sommermedienkonferenz von Schweiz Tourismus nach den chinesischen Gästen erkundigt, beginnt das Gesicht des Direktors zu strahlen. «Es sieht sehr gut aus für diesen Sommer», verkündet er. Nachdem die Zahlen 2016 schweizweit um 19 Prozent eingebrochen waren, stelle man nun ein «grosses Wachstum» fest.

Auch die Tourismusbranche in Luzern wird diese Nachricht freudig aufnehmen. «Der chinesische Markt ist für die Tourismusregion Luzern sehr wichtig», betont der hiesige Tourismus­direktor Marcel Perren. In der Tat ist China nach der Schweiz und den USA der drittstärkste Markt. In der Stadt zählte man im letzten Jahr 121 000 Übernachtungen von Chinesen, in der Erlebnis­region Luzern-Vierwaldstättersee waren es insgesamt 364 000.

Es zeichnet sich ein Rekord ab

Nach dem Rückgang von 10,7 Prozent 2016 ist man seit Anfang Jahr sogar auf Rekordkurs. Vergleicht man die Zahlen von Januar bis Februar 2016 mit denjenigen aus der gleichen Zeitspanne 2017 zeigt sich ein Wachstum von 25,7 Prozent. Konkret registrierte man bis Ende Februar 15257 Logiernächte. Das sind so viele wie noch nie. «Dies sind erfreuliche Perspektiven, umso mehr, als die durchschnittlichen Tagesausgaben von chinesischen Gästen von 330 Franken viel zur touristischen Wertschöpfung beitragen», sagt Perren.

Wie aber kommt es, dass wieder mehr Chinesen in die Zentralschweiz reisen? Perren macht die gute Positionierung Luzerns im chinesischen Reisemarkt als Mitursache aus. Rund 30 Prozent aller chinesischen Übernachtungsgäste in der Schweiz wählen diese Tourismusregion. Marcel Perren gibt aber zu bedenken: «Die terroristischen Anschläge in Europa waren die Hauptgründe für den Rückgang 2016. Zudem kamen auch noch schärfere Visabestimmungen und wirtschaftliche Unsicherheiten dazu. Diese Situation hat sich verbessert, kann aber auch schnell wieder ändern.»

Die Sommerkampagne von Schweiz Tourismus zielt auf Naturerlebnisse ab (Ausgabe vom Freitag). Mit diesen Angeboten kommt man auch den Bedürfnissen der chinesischen Gäste entgegen. «In der Tat konnten wir in den letzten Jahren einen verstärkten Trend zu Individualreisen aus dem chinesischen Markt feststellen», sagt Perren.

Man rechne bereits mit einem Anteil von rund 25 Prozent von Gästen, welche ihre Reise individuell organisieren und in Kleingruppen unterwegs sind. «Dies ist erfreulich, denn erfahrungsgemäss bleiben Individualgäste länger und können somit mehr von unserer Erlebnisregion entdecken», sagt der Luzerner Tourismusdirektor. Auch die Tour-Angebote kommen diesem Trend entgegen. Mit der Lancierung der Grand Tour of Switzerland hat Schweiz Tourismus zusammen mit allen 13 Tourismusregionen der Schweiz ein attraktives Angebot geschaffen. «Das Angebot passt für viele Gästemärkte – primär für europäische Nahmärkte, aber auch für Länder wie die Golfstaaten, welche länger vor Ort sind und gerne die Region mit dem Auto erkunden», sagt Perren.

Guter Gästemix schützt vor Einbrüchen

Schwer einzuschätzen ist derweil, wie sich der britische Markt entwickeln wird. Grossbritannien ist für Luzern nach Deutschland der zweitwichtigste europäische Herkunftsmarkt. «Im letzten Jahr konnten wir ein Wachstum von 4,8 Prozent verzeichnen», sagt Perren. Und auch im aktuellen Jahr blieben die Briten Luzern noch nicht fern. Aber: «Die künftige Entwicklung ist nach dem Brexit eher kritisch zu beurteilen, weil das britische Pfund gegenüber vielen Währungen abgewertet wurde», meint Perren. Experten würden deshalb weniger Auslandreisen erwarten.

Schlaflose Nächste hat der Luzerner Tourismusdirektor deshalb aber nicht. «Kritische Marktentwicklungen wird es immer geben. Deshalb ist es für Luzern Tourismus sehr wichtig, dass wir einen guten weltweiten Gästemix ausweisen», sagt Marcel Perren. «Dass wir allfällige Marktrückgänge mit positiven Entwicklungen aus anderen Gästemärkten kompensieren können.»

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