LUZERN: Die düstere Seite der Fasnacht

Fantasievolle Sujets, fantastische Detailarbeit – die Kult-Ur-Fasnächtler haben auf ihrem Zögli durch die Altstadt das Publikum begeistert.

Drucken
Teilen
Rätsch Häxämit ihrem Vogel Greif am Umzug der Kult-Ur-Fasnächtler. (Bild: Roger Grütter)

Rätsch Häxämit ihrem Vogel Greif am Umzug der Kult-Ur-Fasnächtler. (Bild: Roger Grütter)

Einige Impressionen des Umzugs der Kultur Ur-Fastnächtler. (Bild: Roger Gruetter)
16 Bilder
Einige Impressionen des Umzugs der Kultur Ur-Fastnächtler. (Bild: Roger Gruetter)
Einige Impressionen des Umzugs der Kultur Ur-Fastnächtler. (Bild: Roger Gruetter)
Einige Impressionen des Umzugs der Kultur Ur-Fastnächtler. (Bild: Roger Gruetter)
Einige Impressionen des Umzugs der Kultur Ur-Fastnächtler. (Bild: Roger Gruetter)
Einige Impressionen des Umzugs der Kultur Ur-Fastnächtler. (Bild: Roger Gruetter)
Einige Impressionen des Umzugs der Kultur Ur-Fastnächtler. (Bild: Roger Gruetter)
Einige Impressionen des Umzugs der Kultur Ur-Fastnächtler. (Bild: Roger Gruetter)
Einige Impressionen des Umzugs der Kultur Ur-Fastnächtler. (Bild: Roger Gruetter)
Einige Impressionen des Umzugs der Kultur Ur-Fastnächtler. (Bild: Roger Gruetter)
Einige Impressionen des Umzugs der Kultur Ur-Fastnächtler. (Bild: Roger Gruetter)
Einige Impressionen des Umzugs der Kultur Ur-Fastnächtler. (Bild: Roger Gruetter)
Einige Impressionen des Umzugs der Kultur Ur-Fastnächtler. (Bild: Roger Gruetter)
Einige Impressionen des Umzugs der Kultur Ur-Fastnächtler. (Bild: Roger Gruetter)
Einige Impressionen des Umzugs der Kultur Ur-Fastnächtler. (Bild: Roger Gruetter)
Einige Impressionen des Umzugs der Kultur Ur-Fastnächtler. (Bild: Roger Gruetter)

Einige Impressionen des Umzugs der Kultur Ur-Fastnächtler. (Bild: Roger Gruetter)

Stephan Santschi

«Wer das Alte zerstört, ist des Neuen nicht wert.» So heisst es in der Stei­nenstrasse in Luzern an einer Hausfassade. Nur wenige hundert Meter davon entfernt setzte sich gestern ein Tross in Bewegung, auf den dieses Motto vorzüglich passte. Die Kult-Ur-Fasnächtler aus Luzern starteten auf dem Löwenplatz zu ihrem Zögli durch die Altstadt bis zum Weinmarkt. 15 Gruppierungen mit über 100 Fasnächtlern zählt die Dachvereinigung verschiedener Maskengruppen, die sich der Förderung der ursprünglichen, kreativen Fasnacht widmet. Mit monatelanger Bastelarbeit stellen sie sich der zunehmenden Kommerzialisierung des närrischen Treibens entgegen. Und das mehr als eindrücklich. Fantasievolle Sujets und detailgetreue Arbeit zeugten von «Freude am Hobby, Zusammengehörigkeit und Herzblut», wie Otto Joho (59), Vizepräsident der Kult-Ur-Fasnächtler, es nannte.

Dass sich auch traditionsbewusste Fasnächtler verändern können, bewies Joho mit seiner Gruppe «X-tra». Als Betreiber eines finnischen Sauna- und Swingerclubs entschieden sie sich für eine «etwas gewagtere Darbietung», wie es der 59-Jährige formulierte. In diese Kategorie zählte auch «Krampus». Ihr Wagen, ein Beautycenter, bot von der Po-Straffung für 2200 Franken bis zur Silikon-Behandlung in der Höhe von 6200 Franken alles, was schöner macht.

Der mythische Touch, den die 1993 gegründete Vereinigung seit jeher auszeichnet, hat aber trotz neuer Einflüsse die Oberhand. Beispiele gefällig? Das Gefährt der Gruppe «E Nomine» mit dem Namen «lucere». Ein leuchtendes Fantasiekunstwerk, das im Kopf des Neuenkirchers Hans Müller (65) entstand. Die «Rätsch Häxä» fabrizierten derweil zwei Exemplare vom «Vogel Greif», einem Mischwesen aus Adlerkopf und Löwenleib, das der Legende nach Grabschätze bewachte. Nicht minder gefürchig kam der Wolf der Equipe «Peramicus» daher.

Der Kleinste unter den Kult-Ur-Fasnächtlern war Fabian Zumbühl. Erst dreijährig, habe er die Visage seiner Früchtekobold-Maske selber gelehmt, sagte sein Vater Kurt stolz. Damit trägt er seinen Teil zu einem Umzug bei, der an Kreativität nur schwer zu überbieten ist. Das nächsten Mal zu sehen ist er am Güdismäntig ab 18.30 Uhr ab der Burgerstrasse.