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LUZERN: «Die Fasnacht hat Platz in der Kirche»

Fasnachtsgottesdienste werden immer beliebter. Die katholische Kirche freuts: So kann sie auch Leute ansprechen, die sonst nie in die Kirche gehen.
Die Fasnacht kommt in die Kirche. Im Bild: die Schteichocher beim Guugger-Gottesdienst 2013 in der Galluskirche Kriens. (Archivbild Boris Bürgisser / Neue LZ)

Die Fasnacht kommt in die Kirche. Im Bild: die Schteichocher beim Guugger-Gottesdienst 2013 in der Galluskirche Kriens. (Archivbild Boris Bürgisser / Neue LZ)

«Fasnachtsgottesdienste sind überdurchschnittlich gut besucht», sagt Urban Schwegler, Mediensprecher der katholischen Kirche Stadt Luzern. «Die Hofkirche zum Beispiel ist immer voll.» Sogar Leute, die den fasnächtlichen Gottesdiensten eher skeptisch gegenüberstehen, seien nach deren Besuch meist positiv überrascht. «Wir haben in den letzten Jahren keine negativen Rückmeldungen erhalten im Gegenteil», so Schwegler.

Fasnachtsverbundener Bischof

Die Fasnachtsgottesdienste haben in Stadt und Kanton Luzern eine gut zehnjährige Tradition und werden immer zahlreicher. «Vor 30 Jahren wäre das noch nicht denkbar gewesen», räumt Schwegler ein. Die katholische Kirche sei diesbezüglich vielerorts offener geworden. Auch Bischof Felix Gmür sei sehr fasnachtsverbunden, weshalb solche Gottesdienste kirchenintern nie Diskussionen ausgelöst hätten. Schwegler spielt damit auf einen Vorfall von 2010 an, als der Churer Bischof Vitus Huonder dem Pfarrer von Schwyz verboten hatte, eine Narrenmesse durchzuführen.

Die Kirchgänger der Fasnachtsgottesdienste seien zum Teil eine ganz «eigene Kundschaft», so Schwegler. «Das ist natürlich schön, weil wir so auch Menschen erreichen, die sonst nicht in die Kirche gehen.» Für jene Kirchgänger, welche die fasnächtliche Stimmung und die lauten Guuggenmusigen in der Kirche nicht schätzen, gibt es Ausweichmöglichkeiten. «In den katholischen Kirchen der Stadt Luzern werden am kommenden Wochenende auch ganz normale Gottesdienste angeboten», sagt Schwegler.

Predigten in Reimform

Auch die Priester und Prediger haben ihre Freude daran, während der Fasnacht etwas Besonderes zu bieten. Viele verfassen eine Predigt in Reimform, bauen humoristische Elemente ein und nehmen die eine oder andere Aktualität auf die Schippe. So auch Pfarrer Beat Jung, der am Sonntag die Predigt in der Stadtluzerner Hofkirche halten wird. Da er im Sommer als Pfarrer von St. Leodegar zurücktritt, wird es seine letzte Fasnachtspredigt in der Hofkirche sein. Die allerletzte werde es für ihn aber nicht sein, da er sehr gerne Fasnachtspredigten mache, sagt Jung.

Auch in der Agglomeration Luzern gibt es in vielen Pfarreien Fasnachtsgottesdienste (siehe Kasten). In Kriens beispielsweise werden diese seit etwa acht Jahren angeboten. Priester Karl Abbt und Pfarreileiter Ruedy Sigrist-Dahinden haben sie eingeführt. «Die Guuggenmusig-Gottesdienste sind mittlerweile ein fester Bestandteil der Krienser Fasnacht», sagt Abbt. Beim diesjährigen Gottesdienst am Samstagmorgen wird die Guuggenmusig nicht nur musikalisch eingebunden, sondern es gibt auch einen Sketch und eine Ansprache von Guuggenmusig-Mitwirkenden. Für die Pfarrei St. Gallus ist wichtig, dass in solchen Gottesdiensten neben der fasnächtlichen Fröhlichkeit die Besinnlichkeit nicht zu kurz kommt. «Deshalb gibt es am Samstag auch Orgelmusik und ein Ritual mit Weihrauch», so Abbt.

Bei der ganzen fasnächtlichen Stimmung in der Kirche wird trotzdem auf Grundlegendes achtgegeben. Die Kirchen wollen sich nicht auf Kosten anderer lustig machen. Aber: «Die Fasnacht hat durchaus Platz in der Kirche.» Schliesslich folge danach die Fastenzeit, in der es dann wieder ruhiger werde.

Fasnächtliche Gottesdienste

Stadt/Region bev. In der Stadt und Agglomeration Luzern finden am Samstag und Sonntag verschiedene Fasnachtsgottesdienste der römisch-katholischen Kirche statt. Hier eine Auswahl:

Samstag, 14. Februar

  • Kriens, Pfarrei St. Gallus: 10.30 Uhr, Guugger-Gottesdienst mit der Guuggenmusig Loschtmölch Chriens und Orgel in der Kirche St. Gallus.
  • Littau, Pfarrei St. Theodul: 18 Uhr, Fasnachtsgottesdienst mit der Guuggenmusig Gögguschränzer (Verkleidete sind willkommen); anschliessender Apéro im Freien mit Holdrio.
  • Reussbühl, Pfarrei St. Philipp Neri: 17.30 Uhr, Narrengottesdienst in der Pfarrkirche.

Sonntag, 15. Februar

  • Adligenswil, Pfarrei St. Martin: 9.30 Uhr, Fasnachtsgottesdienst mit der Guuggenmusig Mölibachgeischter in der Martinskirche.
  • Emmen, Pfarrei St. Maria: 9.45 Uhr, Gottesdienst mit der Guuggenmusig Rüss-Suuger Ämme in der Kirche St. Mauritius.
  • Emmenbrücke, Pfarrei Bruder Klaus: 10 Uhr, Eucharistiefeier mit Guuggenmusig Sou-Huuffe Lozärn. Horw, Pfarrei St. Katharina: 10.30 Uhr, Wortgottesdienst mit Kommunionfeier mit der Guuggenmusig Sumpfrochle in der Pfarrkirche.
  • Meggen, Pfarrei St. Pius: 10.45 Uhr, Fasnachtsgottesdienst mit den Guuggenmusigen Glögglifrösch und Cocoschüttler in der Piuskirche.
  • Luzern, Pfarrei St. Johannes: 10.30 Uhr, Guugger-Gottesdienst mit der Guuggenmusig Glatzesträhler und Orgel.
  • Luzern, Pfarrei St. Josef (Maihof): 10 Uhr, Fasnachtsgottesdienst mit Ländlertrio Aupechrüter Äschlismatt; anschliessend Fasnachtsapéro.
  • Luzern, Pfarrei St. Leodegar im Hof: 11 Uhr Gugger-Mäss mit der Guuggenmusig Chottlebotzer Lozärn und Orgel.

Beatrice Vogel

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