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LUZERN: Die Sanierung des «Schiffs» gerät ins Stocken

Die Stadt verhängt einen Baustopp für das historische Hotel Schiff. Grund: Die Besitzer haben kein Baugesuch eingereicht. Nun wird verhandelt.
Das Hotel Schiff, fotografiert von der Hinterseite im Brandgässli. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Das Hotel Schiff, fotografiert von der Hinterseite im Brandgässli. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Sandra Monika Ziegler

Das an der Reuss gelegene Hotel-Restaurant Schiff in der Luzerner Altstadt hätte im Sommer umgebaut werden sollen. Die Sanierung ist aber wegen eines Baustopps ins Stocken geraten, wie die beiden Besitzer Peter und Ronald Neufeld auf Anfrage bestätigen. Unserer Zeitung gegenüber sagten die Gebrüder Neufeld, als sie das «Schiff» im Frühling übernahmen: «Was wir kaufen, wollen wir auch erhalten.» Also war zumindest damals klar, dass es im Haus wieder ­einen Hotelbetrieb und ein Restaurant geben wird. Die Brüder planten, sanft zu renovieren, dann den Restaurantbetrieb zu verpachten und in einem zweiten Schritt Zimmer um Zimmer zu sanieren. Das sollte zügig vorangehen. Doch dem ist bei weitem nicht so. Kaum hatten die Bauarbeiten im Sommer begonnen, intervenierte die Stadt. Die Neufelds hatten nämlich kein Baugesuch eingereicht. «Für das minimale Versetzen von zwei, drei Wänden im geplanten Hotelbereich hätte eine Baueingabe eingereicht werden müssen», sagt Peter Neufeld. Und dies, obwohl es sich dabei nicht um tragende Wände gehandelt habe.

Nachbarn reklamierten

Im Gespräch mit der städtischen Baudirektion, dem Architekten und dem Denkmalschutz sind die Neufelds zwar schon seit Monaten: «Wir arbeiten eng zusammen, da es sich um einen historischen Bau handelt. Da dachten wir, dass es gar keine Bewilligung braucht, wenn es sich um eine sanfte Sanierung handelt, ohne den Grundriss zu verändern.» Deshalb hatten sie für die Sanierungen kein Baugesuch eingereicht und starteten mit den Arbeiten im Sommer. Das passte offensichtlich nicht allen. Aus der Nachbarschaft wurde wegen Baulärm reklamiert. Nach einer Kontrolle durch die Stadt wurde dann Ende August ein Baustopp verhängt. Da sich das «Schiff» in der Ortsbildschutzzone A befindet, sind Umbauten nur begrenzt möglich, wie Markus Hofmann, Leiter Ressorts Baugesuche Stadt Luzern, erklärt. «Viele sind im Glauben, dass es nur für äussere Bauten eine Baubewilligung brauche, und für alles, was innen verändert wird, keine. Dem ist nicht so. Im Grundsatz braucht jede bauliche Veränderung eine Bewilligung. Dies trifft insbesondere in einer Schutzzone zu.» Von den Neufelds, so Hofmann, werde ein Gesamtkonzept erwartet. Heute Donnerstag kommt es zu einer weiteren Begehung von Bauamt, Denkmalschutz und Architekt. Sie treffen sich und besprechen, welche Nutzung und baulichen Eingriffe möglich sind und wofür es ein Baugesuch braucht.

Vorbesitzer baute Lüftung illegal

Doch damit nicht genug: Baurechtliche Probleme gibt es auch mit der Lüftungsanlage, die bereits der Vorbesitzer eingebaut hatte. «Es ist kaum zu glauben, aber Teile der Lüftung sind laut städtischem Bauamt gar nie bewilligt worden», so Peter Neufeld. Nun hätten sie bei der Stadt gleich drei Vorschläge für eine neue Lüftung eingereicht.

Laut Neufeld soll es im «Schiff» künftig keinen klassischen Hotelbetrieb mehr geben, sondern nur noch Business-­Apartments, wo Geschäftsleute für mindestens drei Tage absteigen können. Neufeld: «Dafür haben wir mit einer Familien­gesellschaft, die bereits erfolgreich in Zürich, Zug und Luzern aktiv ist, einen Vertrag ausgehandelt und unterschrieben.» Geplant sind 18 Apartments.

«La Gondola»-Wirt im «Schiff»?

Für das Restaurant hingegen wurde noch kein Pachtvertrag unterschrieben. «Es haben sich mehr als 25 Interessenten gemeldet, darunter viele Gastroketten. Doch Ketten wollen wir nicht im Restaurationsbetrieb», sagt Neufeld. Verhandlungsbasis für die Miete von Restaurant, künftigem Barbetrieb unter der Egg und der Terrasse ist um die 25 000 Franken pro Monat. Interesse zeigen unter anderen Daniele Mariani, Wirt im «La Gondola», der Ende Jahr aus dem Zunfthaus zur Metzgern ausziehen muss, sowie Sylvia und Peter Wiesner-Joller, Pächterpaar der benachbarten «La Barca».

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