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LUZERN: Die Sozialhilfequote im Kanton Luzern steigt auf 2,3 Prozent

Im Kanton Luzern sind immer mehr Personen auf finanzielle Unterstützung angewiesen. 2016 gab es 9300 Sozialhilfebezüger. Dabei haben besonders zwei Gemeinden mit einer starken Fallzunahme zu kämpfen.
Die Sozialhilfequote des Kantons Luzern ist höher als die Quote für die Zentralschweiz insgesamt, welche 2016 bei 1,9 Prozent lag. (Bild: PD)

Die Sozialhilfequote des Kantons Luzern ist höher als die Quote für die Zentralschweiz insgesamt, welche 2016 bei 1,9 Prozent lag. (Bild: PD)

Chiara Stäheli

chiara.staeheli@luzernerzeitung.ch

Nicht nur in der Stadt Luzern ist die Sozialhilfequote 2016 gegenüber dem Vorjahr gestiegen – auch im kantonalen Durchschnitt steigt der Anteil der Sozialhilfebezüger an. Wie Lustat Statistik Luzern gestern mitteilte, sind im vergangenen Jahr 2,3 Prozent aller Luzerner mit wirtschaftlicher Sozialhilfe unterstützt worden. Damit bestätigt sich die kürzlich gemachte Prognose unserer Zeitung (Ausgabe vom 23. November). Dieses hohe Niveau wurde letztmals 2007 erreicht. Damit hat Luzern im Vergleich mit den anderen Zentralschweizer Kantonen den mit Abstand höchsten Wert zu verzeichnen. Betrachtet man die kommunalen Unterschiede, so gibt es jedoch einige Auffälligkeiten.

Besonders die beiden Agglomerationsgemeinden Emmen und Kriens stechen hervor: Deren Sozialhilfequote liegt stark über dem Durchschnitt. In beiden Gemeinden ist die Quote um 0,5Prozent gestiegen. So liegt sie mittlerweile in Emmen bei 4,0Prozent und in Kriens gar bei 4,2Prozent. Thomas Lehmann, Gemeinderat in Emmen, erklärt: «Wir haben günstigen Wohnraum, einen grossen Ausländeranteil und viele sozial schwache Personen in Emmen – all dies sind Gründe für die hohe Sozialhilfequote.» Mit dem Legislaturprogramm 2018–2021 möchte die Gemeinde die Bezugsdauer der Sozialhilfebezüger senken und jährlich rund 40 Dossiers von der Sozialhilfe befreien. Zu einem Dossier gehört jeweils eine Einheit – dies kann eine Familie, eine Einzelperson oder ein Paar sein. «Wir wollen die Sozialhilfebezüger befähigen, ein eigenständiges Leben zu führen», erklärt Lehmann und ergänzt: «Dieses Ziel mussten wir in der Vergangenheit aus Ressourcengründen zurückstecken. Emmen geht die individuelle, persönliche Sozialberatung nun aktiv an.»

Drei Gemeinden zahlen für die Hälfte der Bezüger

Der höchste kantonale Wert verzeichnet Kriens: 4,2 Prozent der knapp 27000 Einwohner beziehen Sozialhilfe. «Die Zahl der Sozialhilfebezüger hat zugenommen, obwohl die Einwohnerzahl gesunken ist. Deshalb wird nun der zuständige Dienst die Zahlen analysieren und notwendige Massnahmen ableiten», sagt Sozialvorsteher Lothar Sidler. Dabei müsse auch stets die Struktur der Fälle angeschaut werden: «In Kriens hat sich die Anzahl der Bezüger, die zwei oder mehr Jahre von Sozialhilfe leben, auf 2016 deutlich abgenommen. Hingegen ist nun der kurzzeitige Bezug von Sozialhilfe angestiegen.»

Kumuliert man alle unterstützten Personen aus Kriens, Emmen und Luzern, so wird ersichtlich, dass in diesen drei Gemeinden die Hälfte aller rund 9300 Sozialhilfebezüger des Kantons Luzern lebt. Gesamthaft machen ausländische Staatsangehörige knapp 50 Prozent der Fälle aus. Deren Risiko, von der Sozialhilfe abhängig zu werden, ist gemäss Edith Land oftmals aufgrund einer fehlenden Ausbildung erhöht: «Wer eine berufliche Grundbildung hat, verbessert seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt und somit seine Erwerbseinkünfte», erklärt die Dienststellenleiterin Soziales und Gesellschaft des Kantons.

Einen Grund für den kantonalen Anstieg der Sozialhilfequote von 2,2 auf 2,3 Prozent sieht Edith Lang auch in einer gesetzlichen Änderung: «Per Anfang 2016 wurde die separate Leistung der Mutterschaftsbeihilfe in die Sozialhilfe integriert. Bei nachgewiesenem Bedarf erhalten Familien nun nach der Geburt eines Kindes wirtschaftliche ­Sozialhilfe, nicht mehr Mutterschaftsbeihilfe.» Das Inkrafttreten dieser Anpassung sei nun teilweise verantwortlich für die ­grössere Anzahl unterstützter Personen im Kanton.

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