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LUZERN: Diese Karte sorgt für Überblick

Der Kanton hat eine neue Onlinekarte aufgeschaltet. Sie bietet viele Informationen – und soll helfen, Geld zu sparen.
Cyril Aregger
Blick auf die neue kantonale Raumkataster-Homepage. Auf dem Bild sieht man die Gefährdung durch Hochwasser (blau: mittel, gelb: gering) rund um das Luzerner Regierungs­gebäude (blau umrandet). Im Text links finden sich die dazugehörigen Erklärungen. (Bild Screenshot)

Blick auf die neue kantonale Raumkataster-Homepage. Auf dem Bild sieht man die Gefährdung durch Hochwasser (blau: mittel, gelb: gering) rund um das Luzerner Regierungs­gebäude (blau umrandet). Im Text links finden sich die dazugehörigen Erklärungen. (Bild Screenshot)

Cyril Aregger

Befinden sich Altlasten auf dem Grundstück? In welcher Lärmschutzzone liegt es? Welche naturbedingten Risiken gibt es dort? Diese und zahlreiche weitere Fragen zu 14 Themenbereichen beantwortet die neue Karte, die die kantonale Dienststelle Raum und Wirtschaft kürzlich im Internet aufgeschaltet hat. Die Kartenanwendung Raumkataster auf www.raumkataster.lu.ch wendet sich in erster Linie an Behörden, Bauherren, Immobilienverwalter, Grundbesitzer und Kaufinteressenten. Denn wer in der Schweiz Land besitzt, muss Rahmenbedingungen einhalten, die aufgrund von Entscheiden des Gesetzgebers oder der Behörden entstanden sind. Diese sogenannten «öffentlich-rechtlichen Eigentumsbeschränkungen» (kurz ÖREB) sind für Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer verpflichtend.

In der neuen Karte des Kantons finden Interessierte neben Antworten auf die oben genannten Fragen jeweils auch die dazugehörigen Gesetze, Verordnungen und Erlasse auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene inklusive Ansprechpartner auf kantonaler und kommunaler Ebene. Alle Informationen zu einem Grundstück können auf einem mehrseitigen pdf-Dokument gespeichert und ausgedruckt werden. Rechtsverbindlich ist gemäss Gesetz allerdings nach wie vor nur der unterschriebene Plan.

Was geschah in Kriens?

Aber auch für allgemein Interessierte lohnt sich das Stöbern in der übersichtlich gestalteten Karte, es lassen sich interessante Entdeckungen machen: So gibt es zum Beispiel bei der Verzweigung Gallusstrasse-Hohle Gasse (Richtung Pilatus-Bahn) in Kriens eine Altlasten-Verdachtsfläche. Grund gemäss Karte: Ein Unfall am 1. September 1987. Was da genau vor sich ging, darüber schweigt sich die Karte jedoch aus.

Von Vorarbeit profitiert

Der Raumkataster soll noch weiter ausgebaut werden. Zusätzliche Informationen in Zuständigkeit des Bundes wie Baulinien entlang von Nationalstrassen werden bis nächstes Jahr aufgeschaltet, sagt Projektleiterin Stefanie Hinn. Dann erfüllt es auch die Kriterien des Bundes für «Informationen zu öffentlich-rechtlichen Eigentumsbeschränkungen» (ÖREB). Bis Ende 2019 müssen gemäss Bundesgesetz über die Geoinformation alle Kantone einen solchen ÖREB-Kataster betreiben. Aufbau und Initialisierung des Katasters muss der Kanton alleine tragen, der Bund wird sich an den Betriebskosten beteiligen. Die Erstellung der aktuell aufgeschalteten Anwendung sei «kostengünstig und in eigener Regie» geschehen, erklärt Hinn. Dies sei möglich gewesen, weil der Kanton Luzern bereits vor diesem Projekt die aufwendige Erfassung der Geodaten zusammen mit den Gemeinden und dem Raumdatenpool grösstenteils abgeschlossen hatte. «Ausserdem konnten wir deshalb bereits mit den Arbeiten beginnen, ehe die acht vom Bund ausgewählten Pilotkantone – unter ihnen auch Ob- und Nidwalden – die Ausarbeitung der Kataster abgeschlossen hatten», so Hinn. Darum sei man nun auch zeitlich sehr gut im Plan.

100 Millionen Einsparungen

Der neue Kataster kostet aber nicht nur, er soll auch Einsparungen bringen. Allerdings sind diese schwer bezifferbar, sagt Hinn. «Behörden können effizienter arbeiten und vor allem Private dürften profitieren. Dank des Katasters müssen sie sich die notwendigen Informationen nicht einzeln auf der Gemeinde und den verschiedensten Dienststellen zusammensuchen.» Der Bundesrat bezifferte die Einsparungen 2006 in der Botschaft zum Geoinformationsgesetz schweizweit mit rund 100 Millionen Franken jährlich. Profitieren würden unter anderem der Hypothekarbereich, Immobilienbesitzer sowie Ingenieurunternehmen.

Vorerst komplett gratis

Die Benutzung des Raumkatasters ist gratis. Geplant ist aber, dass das Erstellen eines Auszuges dereinst kostenpflichtig werden soll, sagt Hinn. Entscheiden wird dies letztendlich das zuständige Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement.

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