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LUZERN: Dieser Mann verpulvert an der Lozärner Määs 500 Fahrchips

Zum Start der Lozärner Määs wurde am Samstagmorgen der traditionelle Böller gezündet. Josef Moser sorgt seit über 20 Jahren dafür, dass die Konfettibombe pünktlich hochgeht. Er weiss, wie man am meisten Chips abstaubt. Und das ganz ohne Schirm.
Josef Moser ist für das Zünden der «Konfettibombe» zuständig. (Bild: Roger Grütter (29.09.2017, Luzern))

Josef Moser ist für das Zünden der «Konfettibombe» zuständig. (Bild: Roger Grütter (29.09.2017, Luzern))

Es ist wieder «Määs z Lozärn»  – mit Magenbrot, Riesenrad und Chilbibahnen auf dem Luzerner Inseli, vor dem Bahnhof und auf dem Europaplatz. Los ging es um 10 Uhr beim Eingang auf dem Inseli mit dem traditionellen Böllerschuss, bei dem 8 Kilogramm Konfetti durch die Luft gewirbelt werden.

Wobei – viel wichtiger als die Konfetti dürften die über 500 Fahrchips sein, die in der Bombe sind. «Früher waren auch Einfränkler dabei, aber damit haben wir aufgehört. Es war nicht ganz ungefährlich», sagt Josef Moser (59) von der IG Herbstmesse und Märkte.

Seit über 20 Jahren sorgt Josef Moser für den Eröffnungs-Chlapf. Wie die Jungfrau zum Kind sei er zu dieser Aufgabe gekommen – aus einer Notsituation heraus: «Vor Jahren wollten wir die Bombe zur Zündung präparieren.» Doch, oh Schreck: Es fehlten die Zünder. Und wo kein Zünder, da kein Chlapf. «Das merkten wir eine Dreiviertelstunde, bevor der Böller losgehen sollte. Man muss sich das einmal vorstellen», erinnert sich Moser.

Die logische Folge: Hektik. Moser aber bewahrt Ruhe. Überlegt, wie er die Situation entschärfen kann. Plötzlich kommt der Geistesblitz: «Ich habe an einen Bekannten gedacht, der die Sprengprüfung hatte.» Also ruft Moser seinen Freund an, der im Tribschenquartier sein Magazin hat. Als dieser ans Telefon geht, sagt Moser: «Jetzt kannst Du mich zum Helden machen: Bitte sag mir, dass Du noch Zünder bei Dir hast, die Du uns ausleihen kannst.» Und tatsächlich: Der Bekannte hat die begehrten Teile in seinem Lager. Keine halbe Stunde später sind sie auf dem Inseli, die Bombe kann hochgehen. «Nach dieser Notfallübung», so Moser «haben mich die Organisatoren gefragt, ob ich das Dossier Böller übernehmen will.»

Franziska Bitzi-Staub zündet heuer die Bombe

Natürlich sagt Moser, der Urluzerner, zu. Allerdings unter einer Bedingung: Er will bestimmen, wer die Bombe baut. Das wird ihm gewährt, und Moser erteilt den Auftrag an die Feuerwerkfabrik Bugano in Neudorf.

Verantwortlich für die Abteilung Grossfeuerwerk bei Bugano ist Patrick Baumgartner. Er erklärt, wie die Määs-Bombe zusammengesetzt ist: «Wir versehen den Böller mit rund 75 Gramm Schwarzpulver. Diese platzieren wir am Boden der Bombe.» Hinzu kommen Zündschnüre, eine Styroporplatte dient der Verdichtung. Sind die Schnüre gezündet, fängt das Pulver Feuer, die Jetons fliegen. Die besondere Ehre, den Zündhebel zu drücken, hat jeweils ein Mitglied des Stadtrats. Finanzdirektorin Franziska Bitzi-Staub (CVP) war es dieses Jahr. «Darüber freuen wir uns bombenmässig», so Moser verschmitzt.

Tipp vom Profi: So fängt man die meisten Chips

Vom Zündhebel aus wird Luzerns Finanzdirektorin wohl keinen Jeton abbekommen. Für alle anderen aber ist eine Frage zentral: Wie ergattert man sich am meisten Chips? «Vor allem muss man flink sein», sagt Moser. Aber nicht nur das: «Viele Leute stehen in der ersten Reihe, aber die Jetons werden 15 Meter in die Luft geschleudert.» Daher fliegen sie auch bis in die hinteren Reihen. Den entscheidenden Tipp liefert Moser zum Schluss: «Man muss auf den Wind achten. Die Windrichtung ist entscheidend.» Gesponsert werden die Jetons übrigens von den Luzerner Schaustellern, den Böllerschuss bezahlt die IG Herbstmesse und Märkte aus dem Tombolaerlös.

Schirme bleiben auch dieses Jahr zu

In den letzten Jahren gab es besonders Findige, die mit einem umgedrehten Schirm die Jetons aufgefangen haben. Daran hat Moser und die organisierende IG Herbstmesse und Märkte keine Freude: «Mit der Zeit wurde das zu gefährlich», so Moser. Deshalb appellieren die Verantwortlichen im letztem Jahr erstmals, dass die Schirme zugeklappt bleiben. Das werden sie auch dieses Jahr tun. «Denn für die Kinder war es auch nicht ganz fair, die hatten ja fast keine Chance mehr, die Chips zu fangen.» Und wer freut sich nicht fester über Magenbrot, Riesenrad und Chilbibahnen, wenn nicht die Kinder?

Kilian Küttel

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