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LUZERN: Dieses Reisebüro hält sich trotz Internet-Konkurrenz über Wasser

Nach 27 Jahren hat Frieda Bässler ihr Reisebüro Metro an Monika Elmiger übergeben. Die Reisefachfrauen sagen, wieso sie trotz Internet-Konkurrenz immer noch viele Kunden zählen – und welche ausgefallenen Wünsche diese manchmal haben.
Roman Hodel
Reisen für ihre Kunden nicht nur in Gedanken um die Welt: Monika Elmiger (links) und Frieda Bässler. (Bild: Nadia Schärli (Luzern, 26. Februar 2018))

Reisen für ihre Kunden nicht nur in Gedanken um die Welt: Monika Elmiger (links) und Frieda Bässler. (Bild: Nadia Schärli (Luzern, 26. Februar 2018))

Roman Hodel

roman.hodel@luzernerzeitung.ch

Als Frieda Bässler 1991 das Reisebüro Metro in der Luzerner Neustadt übernommen hat, besass noch kaum jemand ein Handy, geschweige denn Internet-Zugang. Für Ferien führte kaum ein Weg am Reisebüro vorbei. Heute reichen ein paar Klicks auf dem Smartphone, und schon wimmelt es von Flügen und Hotelangeboten. Dies – und der Preiszerfall – hat die Reisebranche durchgeschüttelt. Die Anzahl Reisebüros ist in der Schweiz massiv geschrumpft (siehe Box).

Das «Metro» gehört zu jenen, die noch da sind. «Das verdanken wir unseren vielen Stammkunden», sagt Bässler. Diese werden zwar in einem Lokal beraten, das mit seinen Prospektwänden manch anderem Reisebüro ähnelt. Doch entscheidend ist laut der 67-Jährigen die «Chemie» zwischen Büro und Kunde: Zufriedene kämen wieder und würden sie weiterempfehlen. «Mund-propaganda ist heute noch wichtig.» Und ein gutes Netzwerk. Nicht zufällig ist Bässler seit Jahrzehnten Mitglied im «Club der 200» des FC Luzern. Als der FCL 1990 im Europacup gegen MTK Budapest spielte, charterte sie für die Fans kurzerhand eine ganze Maschine. «Das wäre heute nicht mehr möglich.» Sowieso: Flüge oder Städtetrips buchen – solche Einnahmequellen haben die Reisebüros ans Internet verloren. Was hingegen boomt, sind Individualreisen – da darf es auch mal ausgefallen sein. «Wir haben schon Skiferien im Iran vermittelt», sagt Bässler.

«Wir müssen mehr wissen als das Internet»

Viele Stammkunden, ein guter Name – das half ihr nun, eine Nachfolgerin zu finden. Monika Elmiger heisst die neue Inhaberin. Sie leitet ein Team von fünf Frauen. Die 49-Jährige hat über 30 Jahre Erfahrung in der Branche. Kennen gelernt haben sich die beiden auf einer «Arbeitsreise», bei der man in einer Woche schon mal Dutzende Hotels besichtigen muss. Sie sagt: «Dank diesen Reisen können wir beurteilen, wie es vor Ort wirklich ausschaut – der Kunde erwartet, dass wir mehr wissen als das Internet.» Beratung und Sicherheit seien die Hauptgründe, weshalb Reisebüros immer noch gefragt seien. «Wir übernehmen die Verantwortung – ein Kunde verliert bei uns nie Geld», sagt Bässler und erwähnt noch so gern, dass ihr Büro 2016 bei einem Vergleich des Konsumentenmagazins «Saldo» punkto Beratung mit Bestnote abgeschlossen habe. «Viele sind aber auch mit dem ausufernden Angebot im Internet überfordert und kommen deshalb zu uns», ergänzt Elmiger.

Und wohin zieht es die Luzerner aktuell am liebsten in die Ferien? Laut den Reisefachfrauen haben Trips nach Skandinavien zugenommen – auch im Winter. Der Grund? «Die Natur», sagt Frieda Bässler. Die ehemalige Inhaberin ist nach wie vor im Bild. Kein Wunder: Sie arbeitet weiterhin Teilzeit 50 Prozent im Geschäft. Sie sagt: «Es ist ein Knochenjob – aber wer einmal vom Reise-Virus befallen ist, der kann nicht anders.» Monika Elmiger nickt zustimmend. Es geht ihr genau gleich.

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