LUZERN: Drei von fünf Dampfern defekt

Seit Freitag hat es auf dem Vierwaldstättersee gleich drei Pannen gegeben. Die Dampfschiffe seien zwar in gutem Zustand, aber anfällig, sagt der SGV-Direktor.

Christian Hodel
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Die «Stadt Luzern» mit dem Pilatus. Das Bild stammt von der Dampferparade vom Mai 2013. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Die «Stadt Luzern» mit dem Pilatus. Das Bild stammt von der Dampferparade vom Mai 2013. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Schon wieder. Gleich drei von fünf Dampfschiffen hatten in den vergangenen Tagen eine Panne. Am Sonntag um zirka 16 Uhr fiel bei der «Uri» bei der Anlegestation Hertenstein der Stromgenerator aus, wie eine Leserin unserer Zeitung berichtet. Stefan Schulthess, Direktor der Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees (SGV), bestätigt den Zwischenfall auf Anfrage. Die rund 400 Passagiere mussten bei der Anlegestation auf das Dampfschiff «Gallia» umsteigen. Gestern konnte die «Uri» wieder fahrplanmässig verkehren.

Ebenfalls am Sonntag gegen 16 Uhr stieg auch das Dampfschiff «Stadt Luzern» aus – und zwar auf der Rückfahrt zwischen Weggis und Vitznau. Der Grund: eine undichte Stelle bei der Maschine, so Schulthess. «Dadurch hat das Schiff zu viel Dampf verloren. Es beendete den Kurs und wurde danach in die Werft gebracht.» Der Defekt sei inzwischen behoben worden, und gestern habe eine Probefahrt stattgefunden. Das Schiff soll heute wieder verkehren.

Fehlermeldung bei der «Gallia»

Bereits am Freitag hatte die «Gallia» eine kleinere Panne gehabt. Kurz vor Weggis musste das Schiff stoppen und konnte erst 30 Minuten später weiterfahren. Grund für den Zwischenfall war laut Schulthess eine Fehlermeldung bei den Bordinstrumenten.

Schulthess betont: «Trotz der Defekte fielen in den Tagen danach keine Schiffskurse aus.» Denn die SGV verfüge über eine Flotte von rund 20 Schiffen. «Nicht immer sind alle im Einsatz. Im Sommer haben wir je nach Fahrplan ein oder zwei Motorschiffe, die wir einsetzen können, wenn ein anderes Schiff unvorhergesehen ausfällt.» Dies betreffe vor allem die Dampfschiffe, die laut Schulthess «nun mal anfälliger» seien. Dies, zumal die Bestandteile der Schiffe teilweise über 100 Jahre alt seien. «Man muss die Dampfschiffe hegen und pflegen.» Dass einzelne Teile ab und zu ausgewechselt werden müssten, sei nichts Aussergewöhnliches.

Dennoch: drei Pannen innert drei Tagen – ist dies gang und gäbe? «Es kommt manchmal vor, dass gleich mehrere Ereignisse zusammenfallen», sagt Schulthess. Einen Zusammenhang zwischen den Ausfällen und Defekten gebe es nicht. «Bei unseren Schiffen führen wir ständig Unterhaltsarbeiten durch.» Die Schiffe seien in einem guten Zustand, so Schulthess. «Kleinere Sachen können aber immer vorkommen.» Klar ist: Die nun an den drei Schiffen ausgeführten Arbeiten kosten «ein paar tausend Franken» und würden das jährliche Budget für die Unterhaltsarbeiten von rund 4 Millionen Franken nicht stark belasten, so Schulthess.

Nicht die ersten Pannen 2014

Die jüngsten drei Pannen sind nicht die ersten seit der Einführung des Sommerfahrplans auf dem Vierwaldstättersee am 24. Mai. So konnte beispielsweise das Dampfschiff «Unterwalden» nicht rechtzeitig zum Saisonstart in Betrieb genommen werden. Das linke Lager des Schaufelrades musste damals repariert werden. Dies, nachdem das Schiff bereits zwischen 2009 und 2011 umfassend revidiert worden war. Die restlichen vier Dampfschiffe wurden zwischen 1989 und 2003 letztmals umfassend saniert.