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LUZERN: Dreister Dieb klaute 2400 Liter Bier

Alle paar Tage lud er ein paar Biertanks mehr auf, als der Lieferschein verlangte. Mit dieser Masche hat ein Eichhof-Chauffeur Bier im Wert von 13 500 Franken gestohlen.
Lena Berger
Die Schadensume beläuft sich auf 13'500 Franken - da haben einige Flaschen bzw. Tanks verschwinden müssen. (Bild: Archiv Neue LZ / Symbolbild)

Die Schadensume beläuft sich auf 13'500 Franken - da haben einige Flaschen bzw. Tanks verschwinden müssen. (Bild: Archiv Neue LZ / Symbolbild)

Lena Berger

Flüssiges Gold nennen manche ihr Feierabendbier liebevoll. Ein Chauffeur der Heineken Switzerland AG hat das ganz wörtlich verstanden. Über einen Zeitraum von zwei Jahren lud er heimlich zu viele Biertanks auf seinen Lastwagen – und verschaffte sich so einen lukrativen Nebenjob als Bierlieferant der illegalen Sorte. Er verscherbelte die heisse Ware unter der Hand zu einem Stückpreis von 90 Franken an ein Horwer Restaurant. Doch damit nicht genug. Teilweise machte er auch auf Robin Hood – und verschenkte Biertanks an den Wirt einer Beiz in Ebikon und an einen in einer Beiz in Küssnacht am Rigi. Einem der beiden verkaufte er zudem grosszügig einen Sackkarren, der in Tat und Wahrheit seinem Arbeitgeber gehörte. Den Erlös von 300 Franken steckte er in die eigene Tasche.

Weitere Fahrer sind im Visier

Seit 2012 liess der Lastwagenchauffeur mindestens 120 Biertanks à je 20 Liter verschwinden. Der Heineken Switzerland AG gingen demnach rund 2400 Liter Bier flöten, das entspricht einem Verlust von rund 13 500 Franken.

Mitarbeiter der JTI Dagmersellen haben um das Jahr 2000 herum aus der dortigen Fabrik stangenweise Zigaretten mitgehen lassen. Ans Licht kam das Ganze, weil sie die gestohlenen Zigaretten an Kiosks und Lehrlinge der Berufsschule in Sursee verkauften. (Bild: Keystone (Symbolbild))Mitarbeiter der JTI Dagmersellen haben um das Jahr 2000 herum aus der dortigen Fabrik stangenweise Zigaretten mitgehen lassen. Ans Licht kam das Ganze, weil sie die gestohlenen Zigaretten an Kiosks und Lehrlinge der Berufsschule in Sursee verkauften. (Bild: Keystone (Symbolbild))
Schlechte Erfahrungen machte 2002 auch die Caritas Luzern: Ein Buchhalter – der bereits zuvor straffällig geworden war – stahl rund 8000 Franken aus der Kasse und tätigte unrechtmässige Bargeldbezüge in der Höhe von 112 000 Franken. (Bild: Keystone (Symbolbild))Schlechte Erfahrungen machte 2002 auch die Caritas Luzern: Ein Buchhalter – der bereits zuvor straffällig geworden war – stahl rund 8000 Franken aus der Kasse und tätigte unrechtmässige Bargeldbezüge in der Höhe von 112 000 Franken. (Bild: Keystone (Symbolbild))
Ebenfalls massiven Schaden angerichtet hat 2011 ein Krienser Pöstler. Über drei Jahre hinweg hat er Briefe und Pakete nicht ausgeliefert, sondern für sich behalten. Mehr als 110 000 Franken hat er so erbeutet. (Bild: Archiv Neue LZ (Symbolbild))Ebenfalls massiven Schaden angerichtet hat 2011 ein Krienser Pöstler. Über drei Jahre hinweg hat er Briefe und Pakete nicht ausgeliefert, sondern für sich behalten. Mehr als 110 000 Franken hat er so erbeutet. (Bild: Archiv Neue LZ (Symbolbild))
Ein besonders heftiger Fall von Arbeitgeber-Hintergehung hat 2014 für Schlagzeilen gesorgt. Ein Devisenhändler einer Luzerner Bank hat mit Geldern seines Arbeitgebers spekuliert – und damit einen Schaden von über 15 Millionen Franken verursacht. (Bild: Keystone (Symbolbild))Ein besonders heftiger Fall von Arbeitgeber-Hintergehung hat 2014 für Schlagzeilen gesorgt. Ein Devisenhändler einer Luzerner Bank hat mit Geldern seines Arbeitgebers spekuliert – und damit einen Schaden von über 15 Millionen Franken verursacht. (Bild: Keystone (Symbolbild))
2014 wurde ein weiterer Fall publik: Um seine Spielsucht zu finanzieren, hat ein Mitarbeiter einer Luzerner Versicherungsfirma seinen Arbeitgeber um über 730'000 Franken erleichtert. (Bild: Archiv Neue LZ (Symbolbild))2014 wurde ein weiterer Fall publik: Um seine Spielsucht zu finanzieren, hat ein Mitarbeiter einer Luzerner Versicherungsfirma seinen Arbeitgeber um über 730'000 Franken erleichtert. (Bild: Archiv Neue LZ (Symbolbild))
Auch eine Luzerner Baufirma machte mit einem Angestellten schlechte Erfahrungen. Ein Mitarbeiter hatte über Jahre hinweg Geld abgezweigt – insgesamt rund 7 Millionen Franken. Der Fall kam 2015 vor Gericht. (Bild: Keystone (Symbilbild))Auch eine Luzerner Baufirma machte mit einem Angestellten schlechte Erfahrungen. Ein Mitarbeiter hatte über Jahre hinweg Geld abgezweigt – insgesamt rund 7 Millionen Franken. Der Fall kam 2015 vor Gericht. (Bild: Keystone (Symbilbild))
Nun hat es die Heineken Switzerland AG getroffen: Ein Lastwagenchauffeur hat über einen Zeitraum von zwei Jahren Bier geklaut und weiterverkauft. Die Schadensumme beläuft sich auf 13'500 Franken. Ermittlungen gegen weitere Fahrer laufen. (Bild: Archiv Neue LZ / Symbolbild)Nun hat es die Heineken Switzerland AG getroffen: Ein Lastwagenchauffeur hat über einen Zeitraum von zwei Jahren Bier geklaut und weiterverkauft. Die Schadensumme beläuft sich auf 13'500 Franken. Ermittlungen gegen weitere Fahrer laufen. (Bild: Archiv Neue LZ / Symbolbild)
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Gerichtsfälle: Mitarbeiter ziehen Arbeitgeber über den Tisch

Dass das Treiben des Langfingers so lange unbemerkt blieb, hat damit zu tun, dass in den Getränkedepots von Heineken über 5000 Produkte abgepackt werden. «Grundsätzlich stellen die sogenannten Rüster die Paletten für die Fahrer bereit», erklärt Heineken-Sprecher Urs Frei. Wie in der Branche durchaus üblich, bildeten die Bierfässer aber eine Ausnahme, da sie zu Huntertausenden pro Jahr an die Kunden geliefert werden. «Diese wurden von den Chauffeuren selbst aufgeladen. Dabei kam es vereinzelt vor, dass zu viele Biertanks mitgenommen wurden. Bei einer Prozessumstellung haben wir das festgestellt.» Gemäss Frei laufen noch gegen weitere Chauffeure Ermittlungen. «Wir haben auf den Diebstahl reagiert und die Funktion von Fahrer und Rüster auch beim Biertanktransport entkoppelt. Die betroffenen Fahrer wurden fristlos entlassen.»

Die Staatsanwaltschaft Luzern verurteilte den Mann zu einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen à je 80 Franken – bedingt bei einer Probezeit von zwei Jahren. Zudem muss er eine Busse von 1500 Franken bezahlen, wie aus dem inzwischen rechtskräftigen Strafbefehl hervorgeht.

Geld des Arbeitgebers verzockt

Dass Mitarbeiter ihre Arbeitgeber schamlos über den Tisch ziehen, kommt immer wieder vor. Das zeigen mehrere Fälle aus der Region, die in den vergangenen Jahren ans Licht gekommen sind. Ein besonders heftiger Fall von Arbeitgeber-Hintergehung hat vor zwei Jahren für Schlagzeilen gesorgt. Ein Devisenhändler einer Luzerner Bank hatte mit Geldern seines Arbeitgebers spekuliert – und damit einen Schaden von über 15 Millionen Franken verursacht. Eines verhängnisvollen Tages hatte er bei einem Devisentermingeschäft einen Verlust von rund 430 000 Franken eingefahren. Um seinen Fehler zu verschleiern, verkaufte er die Wertschriften anderer Kunden. Den Schaden wollte der Mann durch weitere Devisengeschäfte «wiedergutmachen». Stattdessen wurde es immer schlimmer – bis der Verlust in die Millionen ging.

Der diebische Pöstler

Ebenfalls massiven Schaden angerichtet hat ein Krienser Pöstler. Über Jahre hinweg hat er Briefe und Pakete nicht ausgeliefert, sondern für sich behalten. Der Fall wurde 2014 publik. Der Mann hat Sendungen aus dem Verteilzentrum jeweils kurz vor Feierabend unter seiner Kleidung oder in einem Rucksack versteckt und mit nach Hause genommen. Nicht nur das Bargeld aus Geburtstags- und Kondolenzkarten nahm er an sich, in einem Koffer unter seinem Bett wurden auch gestohlene Schmuckstücke und Uhren gefunden. Mehr als 110 000 Franken hat der Pöstler erbeutet – das entspricht einem «Schatteneinkommen» von 3000 Franken im Monat.

Ein Arbeitsverhältnis ist immer auch ein Vertrauensverhältnis. Und wenn dieses ausgenutzt wird, dann schlägt das hohe Wellen. Und so überrascht es auch nicht, dass sich in Dagmersellen noch viele an die Geschichte erinnern, wie JTI-Mitarbeiter aus der dortigen Fabrik stangenweise Zigaretten mitgehen liessen – obwohl die Sache mehr als zehn Jahre zurückliegt. Die Ganoven verscherbelten die geklaute Ware damals an umliegende Kioske. Ans Licht kam das Ganze aber, weil sie günstige Zigaretten an Lehrlinge der Berufsschule in Sursee vertickten. Heute wäre ein solcher Fall nicht mehr möglich, ist JTI-Sprecher Kevin Suter überzeugt. «Der Fall liegt lange zurück. Wir führen inzwischen Stichproben durch, zudem werden die Zigaretten registriert und nachverfolgt – würden welche verschwinden, würde das bemerkt.»

Ähnliche Fälle, die Schlagzeilen machten, finden Sie unter www.luzernerzeitung.ch/bilder

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