LUZERN: Dritter Überfall innert kurzem

Innert einer guten Woche ereignen sich drei Raubüberfälle im Kanton Luzern. Die Polizei kann einen Tatzusammenhang nicht ausschliessen.

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An der Friedenstrasse wurde am Mittwoch ein Geschäft ausgeraubt. (Bild: zfo)

An der Friedenstrasse wurde am Mittwoch ein Geschäft ausgeraubt. (Bild: zfo)

Guy Studer

Schon wieder: Ein bewaffneter Mann hat Mittwochmorgen um 9.45 Uhr das Schuhgeschäft «Schuhparadies» in der Stadt Luzern überfallen und ausgeraubt. Er bedrohte das Personal mit einer Pistole. Mit dem erbeuteten Bargeld flüchtete er danach in Richtung Altstadt.

Beim Täter handelte es sich um einen etwa 30-jährigen Mann. Er ist rund 1,9 Meter gross und trug beim Überfall Jeans, eine schwarze Jacke und ein beiges oder graues Baseball-Cap ohne Aufschrift. Zudem hatte er eine schwarze Plastiktasche dabei. Seine Waffe war grau, wie die Luzerner Polizei mitteilt. Sie sucht nun Zeugen (siehe Hinweis).

Drei Mal in acht Tagen

Der Raubüberfall gestern in Luzern ist bereits der Dritte innert acht Tagen im Kanton:

  • Sonntag, 20. März, Rothenburg: Ein Mann betritt kurz vor 22 Uhr den Avia-Tankstellenshop in Rothenburg. Er trägt eine Sturmhaube und bedroht die Angestellten mit einem Messer. Das erbeutete Bargeld steckt er in einen Sack mit einem Lion-King-Logo und flüchtet. Der Mann ist 1,7 bis 1,8 Meter gross und schlank. Er ist bei der Tat dunkel gekleidet.
  • Mittwoch, 16. März, St. Erhard: Drei Männer überfallen kurz vor 23.30 Uhr das Billard-Center. Zwei Täter sind mit einer Pistole bewaffnet und bedrohen die Aufsichtsperson und die beiden anwesenden Gäste. Die Männer entwenden Bargeld und flüchten. Ein Täter trägt ein dunkles Oberteil mit silbernem Adidas-Logo. Ein weiterer trägt eine Winterjacke, deren Kapuze einen Pelzrand hat. Beide tragen Sturmmützen. Der dritte Täter ist ebenfalls dunkel gekleidet.

In allen drei Fällen sind die Täter noch flüchtig. Über die Höhe der jeweiligen Beute gibt die Polizei keine Auskunft.

Abklärungen laufen

Stellt sich die Frage, ob die drei Raubüberfälle in einem Zusammenhang stehen. «Rein vom Signalement der Täter her können wir noch keine Verbindung herstellen», sagt Kurt Graf, Mediensprecher der Luzerner Polizei. Auch sei im Moment noch kein Tatzusammenhang erkennbar. Gleichzeitig muss das nicht heissen, dass die Überfälle nichts miteinander zu tun haben. «Bei unseren Ermittlungen werden auch mögliche Zusammenhänge mit anderen Straftaten abgeklärt.» Beim Überfall von gestern Morgen geht Graf aber «eher von einem Einzeltäter» aus. Grundsätzlich dürfte es sich also wohl um eine zufällige Häufung handeln.

Diese erweckt einen Eindruck, der im Gegensatz zur Statistik steht: Denn gemäss der gestern veröffentlichten Polizeistatistik ist die Zahl von Raubüberfällen im Kanton Luzern seit 2012 rückläufig (64 im letzten Jahr). Auch Graf ist sich bewusst: «Die jetzige Häufung erweckt einen anderen Eindruck, als die Statistik aussagt.» Das liege auch daran, dass gerade Raubüberfälle mehr Aufmerksamkeit erregen würden als andere Delikte. Immerhin: Mit einer Quote von 23,4 Prozent hat die Polizei 2015 leicht mehr Fälle gelöst als im Vorjahr. Dennoch stehen die Chancen, zu entkommen, für die Täter relativ gut.

HINWEIS
In allen drei Fällen bittet die Luzerner Polizei um Zeugenhinweise. Telefon 041 248 81 17.