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LUZERN: Durchgehende Busspur auf Seebrücke «ohne Grossprojekt möglich»

Eine durchgehende Busspur auf der Luzerner Seebrücke sei auch ohne neues Strassen-Grossprojekt möglich, sagen Grüne, SP und GLP. Die Kantonsregierung widerspricht.
Stau auf der Seebrücke in der Stadt Luzern. (Archivbild)

Stau auf der Seebrücke in der Stadt Luzern. (Archivbild)

Der Verkehr auf der Luzerner Seebrücke nimmt weiter ab. Das ist der Antwort des Regierungsrats des Kantons Luzern auf eine Anfrage der Grünen, der SP und der Grünliberalen zu entnehmen. Demnach zählte die automatische Verkehrszählanlage auf der Seebrücke im Jahr 2016 täglich durchschnittlich 35'987 Fahrzeuge – so wenige wie noch nie (siehe Tabelle).

Damit kommt die Spange Nord ins Spiel. Es handelt sich dabei um die vom Kanton geplante neue Hauptverkehrsachse vom Schlossberg bis zur Fluhmühle als Teilprojekt des grösseren Nationalstrassenprojekts «Bypass» zwischen Ibach in Luzern Nord und dem Gebiet Grosshof Kriens. Ziel: Entlastung der Stadt Luzern vom Verkehr – insbesondere eben auf der Seebrücke.

Annahmen «teilweise überholt»

Dadurch entstände in der Stadt Luzern mehr Raum für den öffentlichen und den Langsamverkehr. Unter anderem wäre so eine durchgehende Busspur von der Pilatusstrasse über die Seebrücke bis zum Löwenplatz möglich (Artikel vom 27. Dezember 2016). Dagegen haben die Grünen, SP und Grünliberalen naturgemäss nichts einzuwenden. Für sie ist aber klar: Dies wäre auch ohne Spange Nord möglich. «Ohne zusätzlichen Strassenausbau, dafür mit gescheiten verkehrsplanerischen Massnahmen, konnte in den letzten Jahren ­ der Verkehr auf der Seebrücke ­um 6000 Fahrzeuge reduziert ­werden, also um 13 Prozent», schreibt Erstunterzeichner Urban Frye (Grüne).

Der Regierungsrat ist jedoch überzeugt, dass der Verkehr auf der Seebrücke wieder zunehmen wird. Er geht von einer Steigerung auf täglich 42 100 Fahrzeuge bis ins Jahr 2030 aus. Er stützt sich dabei auf Berechnungen, wonach die Bevölkerung in der Agglomeration Luzern im gleichen Zeitraum von heute 210'000 auf 243'000 Personen anwachsen wird. Der Regierungsrat räumt aber ein, dass die Annahmen im Verkehrsmodell teilweise auf Grundlagen basierten, «die sich aus heutiger Grundlage als überholt erwiesen haben». Insbesondere die Siedlungsprognose von 2010 müsse angepasst werden. Auch das Netzangebot des öffentlichen Verkehrs habe sich geändert. Aktualisierte Zahlen sollen demnächst vorliegen.

Dennoch, der Regierungsrat hält an der Notwendigkeit der Spange Nord fest. Massgebend für die Funktionsfähigkeit des Verkehrssystems sei die Auslastung in den Spitzenstunden. Die Belastungswerte für die Abendspitzenstunden hätten sich in den letzten Jahren nur um 10 Prozent verändert: «Dies rechtfertigt keine Anpassung des Verkehrssystems mit einer starken Reduktion der Leistungsfähigkeit einer zentralen Achse des städtischen Hauptverkehrsnetzes mittels einer Halbierung der Spuren.» Durchgehende Busspuren seien aufgrund der heutigen verkehrlichen Belastung der Seebrücke nicht vorgesehen und auch nicht umsetzbar: «Dieses System kann erst umgesetzt werden, wenn mit der Spange Nord und der Stadtautobahn die Leistungsfähigkeit für die notwendige Verkehrsverlagerung zur Verfügung steht.»

Daran änderten auch die Erfahrungen während der Belagssanierung vom 3. bis 16. Juli nichts. Damals fuhren 8200 Fahrzeuge weniger pro Tag über die Seebrücke als in der Vergleichsperiode 2016. Das beweise, «dass die Verkehrsteilnehmenden sich auf die Behinderungen einstellen und die Routenplanung örtlich und zeitlich anpassen oder das Verkehrsmittel wechseln können», so der Regierungsrat. Aber auch damals seien in der Hauptverkehrs­zeit abends Verkehrsstörungen im Bereich Schweizerhofquai, Alpenstrasse und Haldenstrasse unvermeidlich gewesen.

Erstunterzeichner Urban Frye ist von der Antwort des Regierungsrats enttäuscht. Es sei «sehr fraglich, ob der Verkehr bis 2030 wirklich so stark zunehmen wird, wie in den Projektunterlagen ausgewiesen ist». Für Frye ist klar: «Angesichts der rückläufigen Verkehrszahlen in der Innenstadt sollte es möglich sein, die flankierenden Massnahmen vor­zuziehen.» Eine davon ist die durchgehende Busspur auf der Seebrücke.

Hugo Bischof

hugo.bischof@luzernerzeitung.ch

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