LUZERN: Ebersecken bleibt ohne Handyempfang

Ebersecken erhält keine Handyantenne im Dorf. Die Stiftung Landschaftsschutz gewinnt vor dem Luzerner Kantonsgericht.

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Ebersecken bleibt ohne Handyempfang. (Archivbild Neue LZ)

Ebersecken bleibt ohne Handyempfang. (Archivbild Neue LZ)

Es ist einzigartig im Kanton Luzern: Handys in Ebersecken haben keinen Empfang. Nur auf einigen wenigen Bauernhöfen lassen sich Mobiltelefone einsetzen. Das wollte die Swisscom ändern und plante einen 25 Meter hohen Masten mit sechs Mobilfunkantenne auf der Biffigweid ausserhalb der Bauzone, um den Empfang im ganzen Dorf sicherzustellen.

Gegen diese Pläne hat die Stiftung Landschaftsschutz sowie eine private Person Beschwerde geführt und nun vor dem Luzerner Kantonsgericht gewonnen. Das Gericht hob die zuvor erteilte Baubewilligung auf der Biffigweid, rund 300 Meter vom Ortszentrum entfernt, auf.

Die Stiftung machte einen Eingriff in die geschützte Glaziallandschaft geltend. «Das Gericht hat aufgezeigt, dass die Abdeckung der beiden möglichen Standorte im Dorf nicht schlechter ist als vom Standort Biffigweid aus», schreibt die Stiftung in einer Mitteilung.

Das Gericht hält fest, dass mit der geplanten Antenne «erheblich in eine Landschaft eingegriffen würde, die bisher intakt und von störenden Bauten und Anlagen im Wesentlichen frei geblieben ist». Das Bauvorhaben sei zudem aus betriebs­wirtschaftlichen Gründen nicht auf einen Standort ausserhalb der Bauzone angewiesen.

Verzögerung droht

Die Swisscom bekräftigt in ihrer Stellungnahme zum Urteil jedoch die Vorteile des Standortes Biffigweid. Dieser sei für die Versorgung von Ebersecken und den Strassen Richtung Schötz, Richenthal und Altbüron wegen der Topografie prädestiniert und versorgungstechnisch die beste Lösung.

Von keinem anderen Punkt aus könne eine äquivalente Versorgung erreicht werden. Die Alternativstandorte wiesen allesamt klare Defizite bezüglich der Versorgung der Verkehrswege auf und deckten auch ein weitaus geringeres Gebiet ab.

Fall das Projekt Biffigweid nicht realisiert werden kann, muss die Swisscom nach eigenen Angaben einen neuen Standort suchen, ein neues Projekt ausarbeiten und ein neues Baugesuch einreichen. Eine genaue Angabe zu den Verzögerungen lasse sich nicht machen, teilte das Unternehmen mit.

Die Dienststelle Landwirtschaft und Wald des Kantons Luzern hatte bereits zuvor den Standort Biffigweid abgelehnt. Die Begründung: Es gibt mögliche Standorte im Baugebiet.

rem/sda