LUZERN: Ehemaliger «Schützengarten» weicht Neubau

Das Bruchquartier verliert ein altehrwürdiges Haus: Anstelle des ehemaligen «Schützengartens» entsteht bis 2018 ein sechs­stöckiges Gebäude.

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So präsentiert sich das «Schützenhaus» heute (Bild: Eveline Beerkircher)

So präsentiert sich das «Schützenhaus» heute (Bild: Eveline Beerkircher)

In zwei Jahren ist Schluss, dann wird das alte Gebäude an der Bruchstrasse 20 abgerissen, ist von der Küssnachter Mantz AG zu erfahren. Die Firma plant an gleicher Stelle ein Mehrfamilien- und Geschäftshaus. Ausgeführt wird das Projekt von der Küssnachter Annen Architektur AG. «Der Baustart ist für das erste Quartal 2017 vorgesehen und der Einzug der Mieter ein Jahr später», sagt Leopold Mantz, Präsident des Verwaltungsrates der Mantz AG. Zurzeit ist im Erdgeschoss das Restaurant River Mekong (früher: Schützengarten) eingemietet. Ob auch im neuen Gebäude ein Restaurant einzieht, ist noch unklar. «Klar ist jedoch, dass das Erdgeschoss gewerblich genutzt werden wird», sagt Mantz. Er betont, dass alle Mieter der Liegenschaft seit längerer Zeit über den Neubau informiert worden sind. Sie erhielten einen befristeten Mietvertrag bis 31. Dezember 2016.

Sanierung ist nicht mehr möglich

Laut Daniela Walker, Leiterin des Luzerner Stadtarchivs, wurde das Haus erstmals am 7. Januar 1864 im Historischen Kataster erwähnt. Denkmalgeschützt ist das Haus nicht. Mantz sagt aber: «Denkmalpflege und Stadtarchitekt wurden in mehreren Schritten in die Planung mit einbezogen.» Das Gebäude ist ohne Lift und die vorhandene Substanz von keinerlei historischer Bedeutung. Der schlechte bauliche Zustand machen den kompletten Rückbau nötig. Eine Sanierung sei nicht mehr möglich.

«Markantes Eckhaus»

Für die Bruchstrasse sind ein Sockelgeschoss, maximal fünf Vollgeschosse und der Ausbau des Dachgeschosses erlaubt. Das vorliegende Projekt nützt diesen Spielraum voll aus. Und wie soll sich der Neubau in die Umgebung einfügen? «Als markantes Eckhaus, das sich sorgfältig in den bestehenden Strassenzug eingliedert», so Mantz weiter. Dazu habe die Mantz AG extra eine Studie mit Bauweisen und Ausprägungen der Dachkonstruktionen in der Bruchstrasse und der vorherrschenden Typologie erarbeitet.

Kein «unnötiger Luxus»

Zum Zug komme eine massive Bauweise mit verputzter Fassade. Dies in Anlehnung an die für die Bruchstrasse typischen Bauten. Geplant seien mindestens drei 41/2-Zimmer-Wohnungen mit einer Nettowohnfläche von 105 Quadratmetern. Dazu Kleinwohnungen in unterschiedlichen Grössen. Angesprochen auf das Preissegment, in welchem sich dereinst die Mieten bewegen werden, antwortet Mantz vorsichtig: «Die Preisfixierung findet nach Eingang der Offerten statt.» Doch sei die Mantz AG «bekannt dafür, bezahlbare Wohnungen zu realisieren», und man vermeide jeden «unnötigen Luxus».

Wer neu baut, muss meist auch mit Einsprachen rechnen. Seit heute ist das Bruchstrasse-Projekt im Stadthaus aufgelegt. Mantz hat allerdings keine Angst vor Einsprachen: «Dank der sorgfältigen und offenen Planung mit den zuständigen Personen der Stadt und dank der Orientierung der direkten Nachbarn und Mieter rechnen wir nicht mit Einsprachen.»

Das Modell zeigt den Neubau. (Bild: Visualisierung Modell Annen Architektur)

Das Modell zeigt den Neubau. (Bild: Visualisierung Modell Annen Architektur)