LUZERN: Eichwald: Stadtrat muss nochmals über die Bücher

Der Stadtrat muss die Vergabe des Eichwald-Areals an die SBL-Genossenschaft nochmals überprüfen. Ob es dadurch zu zeitlichen Verzögerungen kommt, ist offen.

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Das denkmalgeschützte Salzmagazin soll im Rahmen der Eichwald-Überbauung umgenutzt werden. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 12. Mai 2016))

Das denkmalgeschützte Salzmagazin soll im Rahmen der Eichwald-Überbauung umgenutzt werden. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 12. Mai 2016))

Auf dem Eichwald-Areal nördlich der Luzerner Allmend soll eine Genossenschaftsüberbauung entstehen. Den Zuschlag für die Realisierung des Projekts hat die SBL Wohnbaugenossenschaft erhalten. Sie darf dort, auf städtischem Land, eine Siedlung mit 54 Wohnungen bauen. Die SBL hat sich mit ihrem Projekt gegen die Mitbewerberin, die Baugenossenschaft EBG, durchgesetzt (wir berichteten). Doch nun muss der Stadtrat diese Vergabe nochmals überprüfen. Das hat das Stadtparlament am Donnerstag beschlossen.

Denn die Vergabe des Eichwald-Areals an die SBL-Genossenschaft sorgte schon länger für Kritik. Der Vorwurf lautete, die Kriterien für die Vergabe an die SBL seien zu wenig transparent gewesen. Diese Kritik wurde zuletzt auch von der Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Stadtparlaments bestätigt.

Die GPK kam zum Schluss, dass das Vergabeverfahren unsorgfältig gemacht wurde. Deshalb beantragte die GPK, das gesamte Projekt Eichwald an den Stadtrat zur Überarbeitung zurückzuweisen, was das Parlamment gestern nun tat. Dadurch kommt es nun zu einer Neuausschreibung des Areals Eichwald.

Der Stadtrat sieht darin allerdings keinen grossen Sinn. Denn ausser den beiden genannten Bewerbern SBL und EBG seien keine anderen Interessenten in Sicht. Bei einer Neuausschreibung müsste der Stadtrat also entweder die Vergabe an die SBL bestätigen - oder dann zum Schluss kommen, dass die EBG doch das bessere Angebot gemacht hat. Unter solchen Vorzeichen wäre gemäss Stadtrat allerdings fraglich, ob ein neues Ausschreibeverfahren wirklich transparenter und fairer wäre als das erste.

Der Stadtrat ist weiterhin der Meinung, dass die Vergabe des Eichwald-Areals an die SBL richtig war und befürchtet nun, dass es durch die Neubeurteilung zu zeitlichen Verzögerungen kommt.

rk

Das Grundstück mit einem Wohnhaus, zwei kleinen Schuppen, einem Brunnen und dem Salzmagazin umfasst eine Fläche von 486 Quadratmetern. (Bild: Grafik: PD/Büro Konstrukt)

Das Grundstück mit einem Wohnhaus, zwei kleinen Schuppen, einem Brunnen und dem Salzmagazin umfasst eine Fläche von 486 Quadratmetern. (Bild: Grafik: PD/Büro Konstrukt)