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LUZERN: Ein Gespräch – zum Glück

Alle streben nach Glück, auf ganz verschiedenen Ebenen und sehr unterschiedliche Arten. Doch was ist Glück überhaupt? Damit beschäftigte sich das Feierabendgespräch von Innovage am Donnerstagabend im Neubad Luzern.
Das Podium zum Thema Glück im Neubad. (Bild: Natalie Ehrenzweig (Luzern, 21. September 2017))

Das Podium zum Thema Glück im Neubad. (Bild: Natalie Ehrenzweig (Luzern, 21. September 2017))

Über Glück zu diskutieren ist eine komplexe Angelegenheit, denn die ersten Schwierigkeiten tauchen bereits auf, wenn man versucht, Glück zu definieren. Deshalb war es gut, dass Innovage als Veranstalter des Feierabendgesprächs zum Thema Glück Hanspeter Müller-Drossaart als Moderatoren engagiert hat. Ihm gelang es, mit genug Witz und Ironie durch die Diskussion zu führen, ohne dass man sich in den Details verlor.

Etwa 80 im Schnitt eher etwas ältere Zuhörerinnen und Zuhörer liessen sich am Donnerstagabend im Neubad darauf ein, den Gedanken von Sigmar Willi (Dozent für Persönlichkeitsbildung), Eylem Dimirici (Sozialanthropologin), Lisa Schmuckli (Philosophin) und El Ritschi (Musiker) zum Glück zu folgen. Schon zu Beginn wurde klar: Für die einen ist Glück eine intensive Erfahrung, auch nah an das Unglück gekoppelt, für die anderen aber auch durchaus ein Stück weit planbar und beeinflussbar: Das reichte von Sigmar Willi, der das Wohlfühlglück propagierte, das selbst produziert werden kann – etwa mit einer Tasse Tee auf dem Balkon sitzen und die Sonne geniessen, bis zu Lisa Schmuckli, die betonte: «Das Glück ist etwas, das mich überraschend überfällt!» Wie persönlich Glück ist, wurde auch klar, als Eylem Dimirici von ihrem grossen Glücksmoment erzählt, als ihr Vater auf der Flucht aus der Türkei bei einem Unfall knapp überlebt hat.

Ob Glück selber herstellbar ist oder einen überfällt, hängt nun wiederum sehr von der Definition ab. Könnte der Mensch ohne Unglück überhaupt Glück erfahren? «Ich brauche die Schwere, das Unglück, ebenso. Daraus schöpfe ich Kraft für meine Kunst. Und das Glück kommt dann zum Beispiel, wenn ich auf der Bühne stehe und die Menschen mit meiner Musik berühre», sagt El Ritschi.

Die Glücksforschung, so erzählte Sigmar Willi, habe herausgefunden, dass soziale Beziehungen am wichtigsten für das Glück sind. «Wenn ich glücklich bin, will ich das ja auch teilen», sagt Lisa Schmuckli. Und El Ritschi rundet ab: «Am glücklichsten war ich, als ich als derjenige Mensch geliebt wurde, der ich bin. Wenn ich ich sein darf, wenn ich verstanden werde, das ist Glück».

In einem Punkt waren sich die Teilnehmer aber einig: Um Glück zu erfahren, muss man offen sein dafür. «Ich habe gelesen, dass wir am Tag 65'000 Gedanken haben. Das lenkt ab, so sieht man manchmal die Sonne nicht», sagt Eylem Dimirici. Die Sinne sollten wach sein, fand El Ritschi, und man müsse das Staunen der Kinder wieder üben, so Sigmar Willi.

Nach eineinhalb Stunden recht lockerem Gespräch war jedoch klar, dass das Thema Glück sich zwar bestens eignet, stundenlang darüber zu fabulieren. Aber auf ein gemeinsames Fazit kommt man darob wohl nie. Dafür wurde viel gelacht, die Zuhörerinnen und Zuhörer kamen in den Genuss von einigen Glück-Wortspielen und von zwei Liedern von El Ritschi. Ein gelungener Abend.

Wer sein Glück teilen wolle, solle doch seinen Glücksmoment bei der «Zentralschweizer Meldestelle für Glücksmomente», einem Projekt von Innovage, posten – frei nach dem Motto: Geteiltes Glück ist doppeltes Glück.

Natalie Ehrenzweig

Hinweis

www.gluecksmomente-teilen.ch 

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