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LUZERN: Ein Kampf von Mensch und Maschine

Während zehn Stunden haben sich 35 Teams in Winikon ein erbittertes Töfflirennen geliefert. Manch einer war bereit, sogar seine Gesundheit zu riskieren.
Roger Rüegger
Zehn Stunden verbrachten die Fahrer am gestrigen Mofa-Rennen in Winikon auf dem Sattel (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Zehn Stunden verbrachten die Fahrer am gestrigen Mofa-Rennen in Winikon auf dem Sattel (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Einmal im Jahr herrscht in Winikon so etwas wie Grand-Prix-Stimmung. Auf einer Wiese im Erlifeld wurde gestern ein Rundkurs mit Seilen und Strohballen ausgesteckt. Längsseitig sind auf geschätzten 200 Metern Zelte und Stoffpavillons als Fahrerlager aufgestellt, wo weit über 100 bunt bekleidete Männer und einige wenige Frauen an Töfflischrauben, am Gasgriff drehen oder sich vor Rennbeginn ausruhen.

Es ist kurz vor halb zehn Uhr. In wenigen Minuten wird der Start des 10-Stunden-Mofarennens erfolgen. Die Aufwärmrunden haben alle 35 Teams absolviert. Nun gilt es, letzte Optimierungen an den Töffli vorzunehmen. Beim einheimischen Team Wikinger (Nummer 7) wechselt Mechaniker Roland Frei (56) noch hurtig das Antriebsritzel am Renngerät, mit dem sein Sohn Martin zusammen mit einem Kumpel die Konkurrenz aufmischen wollen. «Die Übersetzung müssen wir anpassen, damit die Jungs bei diesem engen Kurs besser aus den Kurven kommen», sagt Roland. Scheint, dass sich die Wikinger ein hohes Ziel gesetzt haben. Martin bestätigt: «Genau: Pokal oder Hospital.»

Die Trägerin des ersten Medienpreises von real21: Barbara Achermann. (Bild: pd/annabelle/Karin Heer)
In jedem Team starten drei Fahrer. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Es geht los... (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Die Fahrerin Liliane Mirco. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
GO! (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Die Fahrer stürzen zu ihren Maschinen. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Hitzige Überholmanöver waren an der Tagesordnung. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Pony-Mofa der Gruppe Pony-Theiler. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Auf der Wiese im Erlifeld wurde ein Rundkurs mit Seilen und Strohballen ausgesteckt. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Roland Frei, Mechaniker der Wickinger, wechselt nach der Testrunde die Übersetzung aus. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Ein echter Wikinger (rechts). (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
11 Bilder

10-Stunden-Töfflirennen

Die Elfen fliegen übers Feld

Ganz so versessen auf den Sieg sind nicht alle. Die Töffli-Elfen (Nr. 14) aus dem aargauischen Spreitenbach, die in Kostümen mit Flügeln fahren, gehen die Sache vorsichtiger an. «Wir fahren den jungen Racern hinterher. Für uns ist es nur Plausch», sagt Catherine (54), die im pinkfarbenen Dress fährt – und im Übrigen zum ersten Mal seit 36 Jahren wieder auf einem Töffli sitzt. Ihre Teamkolleginnen Nadia (43, orange) und Liliana (53, gelb) sind ebenfalls einigermassen ungeübte Rennfahrerinnen.

Punkt 9.30 Uhr erfolgt der Start. Die Fahrer stellen sich in einer Reihe gegenüber ihren Maschinen auf. Beim Startschuss rennen sie zu den Töffli, starten die Motoren und legen los. Zwei Burschen schaffen es nicht, die Motoren zum Laufen zu bringen. Sie müssen bereits in die Boxengasse geschoben werden. «Wie chonnt das no use höt, scho zwöi, wo ned us de Löcher chöme», sagt Speaker und OK-Mitglied Reto Steiger von den Moto Riders Triengen, die das Mofarennen organisieren.

Töfflibuebe beim Fachgespräch

Während auf der Piste bei 32 Grad eine hitzige Schlacht um Ruhm und Ehre tobt, fahren immer mehr Töffli auf das Gelände. Denn analog zum Rennen findet das 3. Internationale Töfflitreffen statt. Schon früh sind die einheimischen Adrian Frei (14) und Noel Wicki (13) mit ihren Maxi auf dem Platz. Sie fachsimpeln über mögliche Änderungen, die sie an ihren Töffli vornehmen könnten. Noel ist eher vorsichtig, da er noch wenig Erfahrung mit dem Frisieren hat. «Man muss die Motoren zuerst ein paar mal auseinandernehmen, damit man weiss, was es zu machen gilt», sagt der junge Mann, der in drei Wochen die Töffliprüfung absolviert – und somit noch gar nicht fahren darf. «Kein Problem, ich wohne hier», sagt er sofort.

Einer, der sich mit Motoren bestens auskennt, ist der 17-jährige Noah, der mit dem Velo (!) zum Töfflitreffen kommt. «Sie haben mir den Ausweis entzogen. Es ist grad dumm gelaufen», erklärt er und kniet sich sofort nieder, um den Auspuff von Noels Maxi zu beäugen. «Das ist ein 28er-Bögli. Das bringt keine Leistung, macht nur Lärm und fällt der Polizei sofort auf», sagt er. Noel solle ein 22er montieren, rät der ältere dem jüngeren Töfflibueb. Er mahnt jedoch: «Irgendwann erwischt es jeden, der frisiert.»

Roger Rüegger

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