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LUZERN: Emmi brilliert im Ausland

Der grösste Schweizer Milchverarbeiter hat im Geschäftsjahr 2016 Umsatz und Gewinn gesteigert. Die Akquisitionsstrategie von Emmi zahlt sich immer mehr aus.
Emmi-CEO Urs Riedener an der Bilanzmedienkonferenz. (Bild: Thomas Delley/Keystone (Luzern, 22. März 2017))

Emmi-CEO Urs Riedener an der Bilanzmedienkonferenz. (Bild: Thomas Delley/Keystone (Luzern, 22. März 2017))

Ernst Meier

ernst.meier@luzernerzeitung.ch

Dank Firmenkäufen im Ausland und sehr guten Umsätzen in den USA sowie Tunesien ist Emmi im Geschäftsjahr 2016 wieder zum Wachstum zurückgekehrt. Im Vorjahr war der Luzerner Milchverarbeiter durch den Frankenschock gebremst worden – der Umsatz ging um über 5 Prozent zurück. Nun scheint sich das Team von Emmi-Chef Urs Riedener gut mit der Währungssituation arrangiert zu haben. Innert Jahresfrist hat Emmi sechs kleinere Milchverarbeiter in Holland, Chile, Spanien und den USA zugekauft.

Emmi erwirtschaftete 2016 einen Umsatz von total 3,3 Milliarden Franken. Das ist eine Zunahme gegenüber dem Vorjahr von 45 Millionen oder 1,4 Prozent. Lässt man beim Vergleich die Währungs- und Akquisitionseffekte weg, wären die Verkäufe von Emmi jedoch um 1 Prozent geschrumpft.

Der Betriebsgewinn (Ebit) stieg um 7,3 Prozent auf 202,7 Millionen Franken. Unter dem Strich resultierte ein Reingewinn von 140,3 Millionen (+16,7 Prozent). Der Betriebsaufwand erhöhte sich mit 5,8 Prozent auf 856,1 Millionen stärker, als der Umsatz zulegen konnte. Ein Grund liegt darin, dass Emmi den schrumpfenden Schweizer Umsatz nicht mit tieferen Personalkosten wettmachen konnte. Laut Urs Riedener habe das Unternehmen wie im Vorjahr auf arbeitszeitliche Massnahmen und Stellenverlagerungen ins Ausland verzichtet. Weiter verursachten höhere Marketingkosten und die Einführung der Geschäftssoftware SAP höhere Aufwendungen.

CEO Urs Riedener zeigte sich denn auch zufrieden und kommentierte das Ergebnis mit «gut». Man sei langsam dort, «wo eine Firma wie Emmi sein sollte – aber noch lange nicht dort, wo andere in der Branche stehen», sagte er. Zum Vergleich: Emmi steigerte die Betriebsgewinnmarge im letzten Jahr von 5,9 auf 6,2 Prozent, Nestlé erreicht hierbei einen Wert von 15,3 Prozent.

Neue Produkte sollen Heimgeschäft beleben

Auch wenn der Auslandanteil beim Emmi-Umsatz kontinuierlich steigt, so bleibe die Schweiz «Kernmarkt der Strategie», sagte Riedener. Im vergangenen Jahr sanken die Einnahmen aus dem Inland um 2,9 Prozent auf 1,74 Milliarden Franken. Die Gründe: tiefere Preise und weniger verkaufte Produkte. Der Anteil am Konzernumsatz betrug 53 Prozent (Vorjahr: 56). Das Geschäft in der Schweiz will Riedener mit «zahlreichen neuen Produkten» beleben – darunter dem vor kurzem lancierten Dessert «Yum! Yogurt Mousse» und Premium-Produkten wie Café Latte oder Kaltbach-Käse. Auch das Geschäft mit Ziegenmilch und Bioprodukten soll für neuen Schub sorgen.

In der Verkaufsregion Americas stieg der Umsatz um 8,5 Prozent auf 865,6 Millionen Franken – ohne Währungseffekte und Zukäufe liegt das Plus bei 2,8 Prozent. Der Anteil am Konzernumsatz betrug 27 Prozent (Vorjahr: 25 Prozent).

In der Division Europa erhöhte sich der Umsatz um 6,5 Prozent auf 519 Millionen Franken. Auch hier schenkten die Zukäufe ein, organisch gingen die Erlöse um 0,2 Prozent zurück. Das Minus sei vor allem eine Folge des Brexit, erklärte Riedener: «Das tiefere britische Pfund erschwerte die Dessertexporte aus Italien nach Grossbritannien.» Der Anteil der Verkäufe in Europa am Konzernumsatz betrug 16 Prozent (Vorjahr: 15).

Dank des erfreulichen Gewinnwachstums und der soliden finanziellen Situation schlägt der Emmi-Verwaltungsrat der Generalversammlung vom 20. April eine um 1 Franken höhere Dividende von 5.90 Franken je Titel vor. Die Ausschüttung wird aus den Kapitaleinlagereserven geleistet und ist somit für die Aktionäre von der Verrechnungssteuer befreit. Davon profitieren auch die Zentralschweizer Milch­produzenten (ZMP) – die rund 54 Prozent aller Emmi-Aktien besitzen.

Emmi-Verwaltungsratspräsident Konrad Graber sieht die Dividendenerhöhung von rund einem Fünftel als gut abgestützt und nachhaltig. Das Unternehmen sei für die Herausforderungen der Zukunft gut aufgestellt und für weiteres Wachstum bei Umsatz sowie Gewinn gerüstet. «Emmi steht stabil auf zwei Beinen: dem Export aus der Schweiz und der Produktion vor Ort im Ausland», sagte Graber. Damit könne man auf die negativen Folgen von Mindestkurs-Aus, Brexit und Trump-Protektionismus reagieren.

Wie geht es weiter mit den Joghurt-Filialen?

Vor einem Jahr stieg Emmi mit der Eröffnung der Take-away-Filiale Yobar an der Löwenstrasse in der Stadt Luzern in ein neues Geschäftsfeld ein. Eine zweite «Joghurt-Boutique» kam wenig später in der Stadt Zürich hinzu. Yobar verkauft Joghurtkreationen, aber auch Suppen, Salate und Sandwiches. Eine detaillierte Auskunft zum Start wollte Emmi-Chef Urs Riedener gestern nicht geben. «Im Sommer lief das Geschäft besser als im Winter», sagte er nur. Die Zukunft des Filialkonzepts ist offen. Eine Bilanz will Riedener im Sommer ziehen. (eme)

Bild: Grafik: Oliver Marx

Bild: Grafik: Oliver Marx

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