LUZERN: Emmi übernimmt Desserthersteller Rachelli

Der Milchverarbeitungskonzern Emmi setzt angesichts der begrenzten Wachstumsmöglichkeiten auf dem Heimmarkt weiterhin auf eine Auslandsexpansion. Emmi kauft mit Rachelli einen weiteren italienischen Dessertproduzenten. Der Umsatzbeitrag von Rachelli fällt aber mit rund einem Prozent bescheiden aus.

Drucken
Teilen
Der Milchverarbeitungskonzern Emmi übernimmt den italienischen Glacéhersteller  Rachelli. (Bild: Keystone / Archiv)

Der Milchverarbeitungskonzern Emmi übernimmt den italienischen Glacéhersteller Rachelli. (Bild: Keystone / Archiv)

Der Kaufpreis dieser kleinen Übernahme wurde am Montag nicht bekannt gegeben. Die Transaktion muss noch von den zuständigen Wettbewerbsbehörden genehmigt werden.

Das bisherige Familienunternehmen Rachelli mit Sitz in Pero (Provinz Mailand) beschäftigt 85 Mitarbeitende. Emmi rechnet mit einem Jahresumsatz von Rachelli von rund 30 Mio. Franken.

Der Kauf sei ein bedeutender Schritt in der Strategie des Unternehmens, die Position im wachsenden Nischenmarkt für italienische Spezialitätendesserts zu festigen. Rachelli werde von der Akquisition durch Emmi profitieren und weiter wachsen, hiess es auf Anfrage bei Emmi.

 

Diverse Übernahmen in Italien

Emmi hat in den letzten Jahren diverse Übernahmen in den Bereichen Desserts und Frischkäse in Italien getätigt. So kaufte Emmi unter anderem 2006 das italienische Jogurth- und Frischkäse-Unternehmen Trentinalatte.

Im August 2012 erhöhte Emmi die Beteiligung an Venchiaredo (Frischkäse) von 10 auf 26 Prozent. Und vor rund zwei Jahren wurde mit A-27 der grösste italienische Desserthersteller übernommen. Rachelli ist gemäss Emmi die Nummer 3 bei den italienischen Dessertspezialitäten. Nummer 2 ist hier Solo Italia.

Die neuste Übernahme steht im Einklang mit der bereits vor einigen Jahren eingeleiteten Internationalisierung des Luzerner Milchkonzerns. Mittelfristig soll der Umsatz des Auslandsgeschäfts wie mehrfach kommuniziert wurde auf 2 Mrd. Franken oder 50 Prozent des Umsatzes erhöht werden.

Dieses Ziel kann aber nicht nur durch organisches Wachstum erreicht werden, wie Emmi feststellt. Ob in diesem Jahr noch weitere Akquisitionen getätigt werden, lässt der Konzern offen. In Inland übernahm Emmi im vergangenen April die Käserei Studer.

 

Auslandsmarkt wächst

Der Auslandmarkt von Emmi ist in den letzten Jahren beträchtlich gewachsen: 2011 lag der Umsatzanteil noch bei einem Viertel. Im Geschäftsjahr 2012 stieg er auf gut 38 Prozent. Dank der neusten Akquisition rechnet Emmi, wie es auf Anfrage hiess, im laufenden Jahr mit einem Auslandsumsatz von rund 43 Prozent.

Diese Vorwärtsstrategie zahlt sich aus: Im vergangenen Jahr stieg der Emmi-Umsatz um knapp 10 Prozent auf 2,98 Mrd. Franken. Der Reingewinn legte um gut 9 Prozent auf 106 Mio. Fr. zu. Auf dem Heimmarkt schrumpfte der Absatz 2012 allerdings um 3,6 Prozent, während im Ausland der Umsatz umgekehrt um über 40 Prozent gesteigert werden konnte. Ohne Akquisitionen wuchs Emmi im vergangenen Jahr im Ausland um 4,7 Prozent.

Emmi stellte weiter fest, dass das Wachstum der 1935 gegründeten Rachelli in den letzten Jahren über demjenigen des Dessertmarktes gelegen habe. Die Firma stelle hochwertige italienische Desserts her und passe ausgezeichnet zu Emmi, wird Emmi-CEO Urs Riedener in der Mitteilung zitiert.

 

Marke bleibt

Emmi verspricht sich, durch die Akquisition ihre Kompetenz in einem aufstrebenden Nischenmarkt auszubauen und Synergien nutzen zu können. Die Kundenkontakte von Emmi in über 60 Ländern sollen das Wachstum von Rachelli weiter verstärken.

Rachelli wird auch künftig unter der eigenen Marke weitgehend unabhängig am Markt agieren. Das bestehende Management bleibt und auch die Produktion soll in der Region Mailand verbleiben. Das Unternehmen verkauft seine Produkte in über einem Dutzend Länder. Racelli ist im Schweizer Detailhandel nicht vertreten. Rachelli hat laut Emmi in der Schweiz nur einen kleinen sechsstelligen Umsatz.

sda