LUZERN: Emotionen, Tränen und stehende Ovationen

Hermann Studer (74) ist seit gestern Träger des Goldenen Violinschlüssels. Es ist die höchste Auszeichnung im Bereich der Volksmusik.

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Wolfgang Sieber (links) steckt Preisträger Hermann Studer den goldenen Violinschlüssel an. (Bild Jakob Ineichen)

Wolfgang Sieber (links) steckt Preisträger Hermann Studer den goldenen Violinschlüssel an. (Bild Jakob Ineichen)

Vorjahressieger Wolfgang Sieber steckt Hermann Studer die Nadel an. (Bild: PD)
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Der goldene Violinschlüssel - Hermann Studer (Bild: Jakob Ineichen (Neue LZ))
Der goldene Violinschlüssel - Hermann Studer (Bild: Jakob Ineichen (Neue LZ))
Der goldene Violinschlüssel - Hermann Studer (Bild: Jakob Ineichen (Neue LZ))
Der goldene Violinschlüssel - der Grammy der Schweizer Ländlerszene - wird an Hermann Studer verliehen. Fotografiert am 24.10.2015 (NeueLZ/Jakob Ineichen) (Bild: Jakob Ineichen (Neue LZ))
Der goldene Violinschlüssel - Hermann Studer (Bild: Jakob Ineichen (Neue LZ))
Der goldene Violinschlüssel - Hermann Studer (Bild: Jakob Ineichen (Neue LZ))
Hermann Studer mit der Jadghorngruppe. (Bild: PD)
Bild: PD
Hermann Studer bei sich zu Hause in Escholzmatt. (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))
Hermann Studer mit Jagdhorn. (Bild: PD)
Hermann Studer bei sich zu Hause in Escholzmatt. (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))
Hermann Studer bei sich zu Hause in Escholzmatt. (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))
Bild: PD

Vorjahressieger Wolfgang Sieber steckt Hermann Studer die Nadel an. (Bild: PD)

Der Verein Goldener Violinschlüssel zeichnet jedes Jahr eine Persönlichkeit aus, die sich um die klingende Folklore verdient gemacht hat. Bereits zum zweiten Mal geht diese Auszeichnung nach Escholzmatt. Nach dem Jodler und Komponisten Franz Stadelmann im Jahr 1993, wird mit Hermann Studer (74) ein weiterer Bürger von Escholzmatt geehrt. Diese Tatsache freute auch den Gemeindepräsidenten Fritz Lötscher. «Wir verneigen uns vor dir und deinen Leistungen», sagte er. Kantonsratspräsident Hans Wüest überbrachte Grüsse des Kantons. «Musik mit Tiefgang ist gefragt», sagte der höchste Luzerner unter anderem in seinem Grusswort – und zollte dem Geehrten höchsten Respekt.

«Keine Seitensprünge gemacht»

Mit Hermann Studer wurde ein stiller Schaffer geehrt, der diese Auszeichnung mehr als verdient hat. Seine rund 150 Alphornkompositionen gehören zu den bekanntesten und meistgespielten im Alpenraum. Seit 60 Jahren engagiert sich der Entlebucher Alphorn-, Büchel- und Jagdhornbläser, Volksmusiker, Blasmusiker, Dirigent und Komponist für die traditionelle Volksmusik. Mit Betonung auf traditionell. «Du hast, auch das ist ‹Marke Studer›, das traditionelle Alphornblasen gepflegt und keine ‹Seitensprünge› gemacht», lobte gestern Laudator Toni Wigger seinen ehemaligen Alphornlehrer. Seine Melodien hätten ein Gesicht, seien stimmig und hätten ein gutes Innenleben. «Für das gelebte Brauchtum danken wir dir. Mer send rüüdig stolz uf dech», freute sich Wigger.

Tränen der Rührung

Der gestrige Festakt in der Pfarrkirche von Escholzmatt war auch ein Stelldichein der schweizerischen Volksmusikszene. Unter den rund 600 Gästen waren auch frühere Träger des Goldenen Violinschlüssels, viel Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Verbänden aus der ganzen Schweiz. Der Festakt mit der Übergabe der Urkunde und dem Anstecken des Goldenen Violinsschlüssels war zugleich auch Höhepunkt des gestrigen Tages. Emotionen pur, Tränen und stehende Ovationen gabs, als Luzerns Hoforganist Wolfgang Sieber – Träger des Goldenen Violinschlüssels 2014 – seinem Nachfolger, Hermann Studer, die goldene Anstecknadel ansteckte. Sichtlich gerührt nahm dieser die Auszeichnung entgegen. «Ich danke allen, die mich gefördert und gefordert haben», so Studer. Mit den Worten «Musik bringt Farbe ins Leben, Musik macht glücklich und Musik ist Sonne im Leben» schloss Hermann Studer seine Dankesrede.

Musikalische Überraschung

Zum Schluss gabs noch eine Überraschung in Form einer Uraufführung. Die Kirchenmusik Escholzmatt, der Hermann Studer seit seinem 17. Altersjahr angehört, intonierte unter der musikalischen Leitung von Sandro Blank die «Sankt Jakobusouvertüre» des Komponisten Maurus Conte. Es war ein musikalisches Geschenk an den sympathischen Escholzmatter.

Monika van de Giessen