LUZERN: Endlich: Das Musical «Verona 3000» startet

Junge Musiktalente stehen seit gestern auf der Bühne und sprühen vor Energie. Das Langzeitprojekt «Verona 3000» beeindruckt.

Yvonne Imbach
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«Verona 3000» erzählt die Geschichte von Romeo und Julia im dritten Jahrtausend. (Bild Pius Amrein)

«Verona 3000» erzählt die Geschichte von Romeo und Julia im dritten Jahrtausend. (Bild Pius Amrein)

«‹Verona 3000› konnte nur Wirklichkeit werden, weil keiner der Beteiligten zu Beginn wusste, dass es eigentlich unmöglich ist», ist im Programm zu lesen. Wer das knapp dreistündige Spektakel (mit Pause) erlebt hat, kann absolut nachvollziehen, was damit gemeint ist. Das Musical übertrifft jegliche Erwartungen und beeindruckt nachhaltig.

An «Romeo und Julia» angelehnt

Die Mehrzweckhalle Allmend ist bis unters Dach mit einem Gerüst verbaut, an dem auf verschiedenen Ebenen transparente Seitenwände angebracht sind. Eine grosse Showtreppe ergänzt das Bild. Die geschickte Lichtregie sorgt dafür, dass der Zuschauer in die einzelnen Boxen wie in TV-Kanäle reinblicken kann. Im Mittelpunkt der Geschichte, die sich an Shakespeares «Romeo und Julia» anlehnt, steht der Medienkonzern Globe TV, der weltweit nach dem Traumpaar sucht. Und dabei gehen die Macher über Leichen.

Die Geschichte ist intelligent, die gesprochenen und gesungenen Texte fesseln: «Es heisst Nachrichten, weil sich die Leute danach richten», erklärt etwa die Chefin von Globe TV. Unter der musikalischen Leitung von Joseph Sieber sind rund zwanzig Songs zwischen Funk, Pop, Soul und Hip-Hop entstanden, die ganz oft schlicht vom Hocker reissen. Ohrwurmpotenzial hat bei weitem nicht nur der starke Eröffnungssong «Alltag». Die 35 Livemusiker ergänzen das Spiel des 25-köpfigen Ensembles. Jasmin Andergassen hat die atemberaubende, sehr professionelle Choreografie dazu entwickelt.

«Ein Teil von uns»

In jeder Szene ist eine Energie zu spüren, die man als Zuschauer aufsaugt, in sich trägt und bei einigen Szenen fast mit Tränen verarbeiten mag – so berührend ist «Verona 3000».

Auf ein offenes Casting 2011 haben sich 200 interessierte Jugendliche gemeldet. Und seit gestern darf nun «Verona 3000» endlich gesehen werden. Wenn der Regisseur Daniel Korber sagt: «Alles, was Sie sehen, ist ein Teil von uns!», kommt ein Gedanke auf: Wenn nur die Hälfte dieser Generation so ist, wie man es hier erleben darf, dann wird in Zukunft alles gut.

Hinweis

Aufführungen bis 7. Juni jeweils Mittwoch bis Samstag um 19.30 Uhr; Sonntag um 17 Uhr. Mehrzweckhalle Allmend, Luzern. Vorverkauf unter www.verona3000.ch und beim LZ-Corner.