LUZERN: Er ist die Zentralschweizer Mathe-Hoffnung

Am Samstag findet die Europameisterschaft der Kopfrechner im KKL statt. Mit dabei ist auch der Chamer Maximilian Krahn.

Raphael Gutzwiller
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Maximilian Krahn erklärte gestern während des Workshops sein Vorgehen beim Kopfrechnen. (Bild Corinne Glanzmann)

Maximilian Krahn erklärte gestern während des Workshops sein Vorgehen beim Kopfrechnen. (Bild Corinne Glanzmann)

Die Innerschweizer schicken ein kleines Genie an die EM der Kopfrechner vom Samstag: Maximilan Krahn aus Cham (12). Gestern nahmen er und andere Teilnehmer an einem Workshop teil, in dem Tipps und Tricks zum Lösen kniffliger Kopfrechen-Aufgaben erklärt wurden. Dies von einem bekannten Mann: Der 10-fache Weltmeister im Kopfrechnen Gert Mitring leitete den Workshop. «Das Ziel dabei ist es, alle Kinder auf den gleichen Stand zu bringen», sagt der Deutsche. «Das Vorwissen hat weder mit Intelligenz noch mit Talent zu tun. Es wäre unfair, wenn gewisse Kinder dadurch benachteiligt würden.»

Im letzten Jahr wurde Maximilian Krahn Vizemeister an der Deutschen Meisterschaft. An dieser konnte er teilnehmen, da er Schweizerisch-Deutscher Doppelbürger ist. Der EM-Titel ist nicht sein Ziel: «Ich möchte einfach mehr Punkte holen als im letzten Jahr.» Damals hatte er über 600 Punkte erreicht. Das Maximum liegt bei 1500 Punkten. «Bereits 30 bis 40 Prozent ist eine sehr gute Leistung», betont Mitring. Der mehrfache Weltmeister erreichte selbst «nur» 85 Prozent der Punkte.

Mit 5 lernte er Wurzelrechnen

Ebenfalls anwesend beim Workshop war Adrian Krahn, Maximilians Vater. Bereits früh habe sich Maximilian für Zahlen begeistert, erzählt er. «Ich gab ihm immer wieder Rechenaufgaben, die er lösen konnte.» Schnell hatte der Bub die Grundlagen im Griff. «Dann habe ich ihm in einem Satz das Wurzelrechnen erklärt.» Kurze Zeit später – im Alter von fünf Jahren – war auch dies für Maximilian kein Problem mehr. «Das Wurzelrechnen ist ja gar nicht so schwierig, einfach die Umkehrung des Hochrechnens. Man könnte es bereits in der Primarschule behandeln», findet Maximilian.

Dabei verbrachte er nicht viel Zeit an der Primarschule. Er übersprang zwei Klassen. Danach machte er ein Zwischenjahr an einer internationalen Schule in Cham. «Sonst wäre ich im Verhältnis zu den Mitschülern viel zu jung gewesen», sagt Maximilian. Diesen Sommer startete er an der Kantonsschule Zug. Da hat der Hochbegabte aber nicht immer die Note 6. «Bei einfachen Aufgaben fällt es mir manchmal schwer, mich zu konzentreren», sagt er lachend. Sein Berufsziel weiss Maximlian Krahn zwar noch nicht, aber für ihn ist klar: «Es soll mit Mathematik zu tun haben.»

Pascal Hodel (16) aus Hüswil ist ein anderer Innerschweizer, der an der Europameisterschaft dabei ist. Sein Lehrer im Schwerpunktfach Mathematik und Physik habe die Meisterschaft empfohlen. Für Pascal ist es die erste Teilnahme an einer Kopfrechen-Meisterschaft. «Ich wollte es ausprobieren und freue mich über die Herausforderung.» Gegenüber seinen Mitschülern an der Kantonsschule merke er einen Unterschied: «Sie tippen jede Rechnung in den Taschenrechner, ich löse sie lieber im Kopf.» Der amtierende Weltmeister in seiner Altersklasse ist Martin Drees (14) aus Nürnberg. Er gilt auch an der Europameisterschaft als Favorit. «Natürlich möchte ich wieder den Titel holen», zeigt er sich selbstbewusst. Am Kopfrechnen begeistere ihn die Einfachheit. «Mit wenigen Tricks kann man viel erreichen, das fasziniert mich.»

Machen Sie den Test

 Der Vortest für die 10- bis 17-jährigen Teilnehmer der Kopfrechen-Europameisterschaft umfasst 75 Fragen und dauert rund 30 Minuten. Fünf Beispiele:

1. 4729 + 3087 = __ (2 Punkte)

2. 71 450 – 23 711 – 11 377 = __ (5 Pkt.)

3. 24 x 83 = __ (1 Pkt.)

4. 3362: 41 = __ (2 Pkt.)

5. 3√178 073 454 376 = __ (11 Pkt.)

Lösung
1. 7816; 2. 36 362; 3. 1992; 4. 82; 5. 5626.