LUZERN: Erstes Altersunfallzentrum der Zentralschweiz

Im Alter benötigen verletzte Personen eine spezielle Behandlung und Betreuung. Das Altersunfallzentrum des Luzerner Kantonsspitals (LUKS) ist das einzige spezialisierte Zentrum der Zentralschweiz, das betagte Unfallopfer rundum interdisziplinär versorgt.

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Das Luzerner Kantonsspital betreibt das erste Altersunfallzenrum der Zentralschweiz. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Das Luzerner Kantonsspital betreibt das erste Altersunfallzenrum der Zentralschweiz. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Ältere verunfallte Menschen stellen Unfallchirurgen und Orthopäden vor besondere Herausforderungen. Zudem macht sich auch in unfallchirurgischen Kliniken der demografische Wandel bemerkbar, heisst es in einer Medienmitteilung des Luzerner Kantonsspitals vom Dienstag. Der Anteil der über 60-Jährigen in der Zentralschweiz wird in den nächsten 20 Jahren wachsen. Darauf reagiert das LUKS Luzern mit einem in der Zentralschweiz einzigartigen Altersunfallzentrum, das betagte Unfallopfer auf dem neuesten Erkenntnisstand behandelt und betreut.

Mit zunehmendem Alter verletzlicher

Der menschliche Organismus hat mit zunehmendem Alter immer weniger Reserven und wird verletzlicher. So treten beispielsweise Stürze mit zunehmendem Alter nicht nur häufiger häufiger auf, sie sind aufgrund der Osteoporose auch oft mit einem Knochenbruch verbunden. Am häufigsten sind Handgelenks-, Oberarmkopf-, Hüft- und Wirbelfrakturen. Die Folgen dieser Verletzungen können die Selbstständigkeit und damit die Lebensqualität erheblich einschränken. Bei den betroffenen Patienten geht es deshalb nicht nur darum, den Knochenbruch zu behandeln, sondern auch die Begleiterkrankungen, die allgemeine Gebrechlichkeit und die geringere Regenerationsfähigkeit besonders zu berücksichtigen.

Rasch zurück in die Selbstständigkeit

Ein Altersunfallzentrum zeichnet sich dadurch aus, dass der gebrechliche Patient bereits auf der Notfallstation nicht nur durch den Chirurgen und den Narkosearzt beurteilt wird, sondern auch durch einen Altersmediziner, der den Gesundheitszustand und die Leistungsreserven sowie nach der Operation die Rehabilitationsfähigkeit einschätzt. Gemeinsam mit der Pflege, der Ernährungsberatung und der Physiotherapie wird ein Rehabilitationsplan erstellt. Der Patient und seine Angehörigen werden in die Entscheidungsfindung über das optimale Vorgehen zum Erreichen des Rehabilitationsziels einbezogen.

Neben der Vermeidung von operationsbedingten Komplikationen, Bettlägerigkeit und Gebrechlichkeit verfolgt ein Altersunfallzentrum als weiteres Ziel, Folgefrakturen und erneute Stolperstürze zu verhindern. Im Rahmen des Osteo-fit-Programms klärt am LUKS Luzern ein spezialisiertes Team die Patienten über Möglichkeiten der Sturzprävention und der Osteoporosetherapie auf.

pd/zim