LUZERN: Erstes Ja zu ZHB-Aussenlager in Büron

Der Kantonsrat hat am Montag dem Plan zugestimmt, für die Zentral- und Hochschulbibliothek (ZHB) sowie für Bibliotheken aus den Kantonen Aargau, Basel-Stadt, Solothurn und Zürich in Büron ein gemeinsames Aussenlager zu realisieren. Letztes Wort hat das Volk.

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In Büron soll ein Aussenlager für Bücher aus der ZHB Luzern (Bild) sowie aus Bibliotheken in Aarau, Basel, Solothurn und Zürich erstellt werden. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

In Büron soll ein Aussenlager für Bücher aus der ZHB Luzern (Bild) sowie aus Bibliotheken in Aarau, Basel, Solothurn und Zürich erstellt werden. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Betrieben werden soll das Lager von einem Verein, der von den angeschlossenen Institutionen getragen wird. Es handelt sich neben der Luzerner ZHB um die Aargauer Kantonsbibliothek (AKB), die Öffentliche Bibliothek der Universität Basel (UB BS), die Zentralbibliothek Solothurn (ZB SO), die Bibliotheken der Universität Zürich (UZH) sowie die Zentralbibliothek Zürich (ZB).

Die SVP kritisierte, dass noch nicht alle Partner ihre schriftliche Zustimmung zum Vorhaben geleistet haben. Die geplante Speicherbibliothek sei noch nicht reif für eine Volksabstimmung. Die anderen Fraktionen fanden dagegen, dass die ZHB ohnehin ein Aussenlager brauche. Die Zustimmung der anderen Kanton sei für das Projekt nicht nötig.

Eröffnung 2016 geplant

Das Lager soll 2016 eröffnet werden und anfänglich bis zu 3,1 Millionen Bücher aufbewahren können. Eine Erweiterung auf 14 Millionen Bücher soll möglich sein. Für die Realisierung des auf 29 Millionen Franken teuren Vorhabens sollen die beteiligten Kantone eine AG gründen.

Das Konzept haben die beteiligten Bibliotheken seit 2009 ausgearbeitet. Hintergrund ist, dass in den Bibliotheken akuter Platzmangel herrscht. Die ZHB Luzern betreibt schon heute diverse Aussenlager.

Kein Zusammenhang mit Zukunft des ZHB-Gebäudes

Die jährlichen Kosten des Aussenlagers wird sich für Luzern in den nächsten zehn Jahren auf 24,8 Millionen Franken belaufen. Dazu wird sich der Kanton mit 4 Millionen Franken am Aktienkapital der Firma beteiligen, die das Lager baut. Das Vorhaben muss wegen der grossen Kreditsumme zwingend den Stimmberechtigten zur Genehmigung vorgelegt werden. Ein Zusammenhang mit der Zukunft des ZHB-Gebäudes in Luzern bestehe bei dieser Vorlage nicht, sagte Bildungsdirektor Reto Wyss.

Der Kantonsrat entschied am Montag erst über einen Nachtragskredit von 740'000 Franken; er hiess diesen gegen die Stimmen der SVP gut. Über den Sonderkredit wird er erst nach der zweiten Lesung des Bibliotheksgesetzes entscheiden, das für die Realisierung der Speicherbibliothek angepasst werden muss.

(sda)