LUZERN: Fälscher von Abfallgebührenmarken verurteilt

Ein 35-jähriger Mann ist vom Luzerner Kantonsgericht wegen Fälschung von Abfallgebührenmarken verurteilt worden. Der Geschäftsführer mehrerer Dorfläden soll mindestens 2000 Bogen gefälschte Marken erworben und teilweise über zwei Geschäfte in Umlauf gebracht haben.

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Symbolbild: Abfallsack (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Symbolbild: Abfallsack (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Das oberste Luzerner Gericht hob einen Freispruch des Bezirksgerichts Willisau wegen Fälschung amtlicher Wertzeichen auf. Es verurteilte den Mann zu einer bedingten Geldstrafe von 160 Tagessätzen zu je 60 Franken bei einer Probezeit von zwei Jahren.

Neben der Fälschung wird der Mann ausserdem bestraft, weil er unbestrittenermassen einen Ausländer ohne Bewilligung beschäftigt hatte. Das Urteil, das am Freitag veröffentlicht wurde, ist noch nicht rechtskräftig. Es kann vor Bundesgericht angefochten werden.

Der Beschuldigte beteuerte gemäss Gericht, er habe die Gebührenmarken in einem seiner Läden einem unbekannten Mann abgekauft und nicht gewusst, dass diese gefälscht worden seien. Der Unbekannte habe die Marken wegen einer Geschäftsaufgabe nicht mehr benötigt.

Im Gegensatz zur Vorinstanz glaubt das Kantonsgericht dem Beschuldigten nicht. Dieser habe die Unechtheit der Marken bewusst in Kauf genommen und sich bereichern wollen und damit eventualvorsätzlich gehandelt.

Als gewichtigstes Indiz dafür sieht das Gericht den Umstand, dass der Mann gemäss seiner Version und der Sachlage die Bögen mit den Gebührenmarken zu einem eklatant zu tiefen Preis erworben haben muss, nämlich zu 3,75 Franken pro Bogen statt dem offiziellen Einkaufstarif von 18,50 Franken.

Der Vorfall soll sich ab Sommer 2010 oder 2011 abgespielt haben. Die Angaben des Beschuldigten und zweier Zeugen sind widersprüchlich.

(sda)