LUZERN: Fall Kobler: Noch läuft das Verfahren

Trotz Einigung der Streitparteien: Die Staatsanwaltschaft führt die Untersuchung gegen Kantonalbank-Chef Bernard Kobler fort.

Jérôme Martinu/Alexander V. Däniken
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Bernard Kobler hat immer noch ein Verfahren am Hals. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Bernard Kobler hat immer noch ein Verfahren am Hals. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Am 20. Dezember wurde der pikante, juristisch geführte Streit zwischen Kantonalbank-CEO Bernard Kobler und seiner ehemaligen Geliebten öffentlich. Und bereits drei Tage später teilten deren Anwälte mit, dass man sich aussergerichtlich geeinigt habe (Ausgabe vom 24. Dezember): «Wir ziehen unsere, die Gegenpartei belastenden, Sachverhaltsdarstellungen zurück.»

Aus der ausserehelichen Beziehung zwischen Kobler und der Frau entsprang 2012 ein Sohn. Um die Bezahlung des von der Frau (35) geforderten Betreuungsgeldes für das Kind entbrannte ein Streit. Bernard Kobler (56) wird diese Gelder gemäss den Anwälten nun ausrichten, die Unterhaltszahlungen waren indes nie umstritten. Der Zwist gipfelte darin, dass die Frau, eine brasilianische Prostituierte, Strafklage gegen Kobler einreichte. Ihr Vorwurf: versuchte Nötigung und versuchte sexuelle Nötigung. Auch Kobler erstattete gegen die Frau Strafanzeige wegen Körperverletzung, Nötigung und Erpressung.

Tatverdacht ja oder nein

Inzwischen ist klar, dass die aussergerichtliche Einigung der beiden Streitparteien kaum Einfluss auf das Untersuchungsverfahren der Staatsanwaltschaft hat. Denn bei den mittels Strafanzeige der Frau erhobenen Vorwürfen der sexuellen Nötigung und der Nötigung handelt es sich um Offizialdelikte, die von Amtes wegen weiterhin untersucht werden müssen. Simon Kopp, Mediensprecher der Strafuntersuchungsbehörden, sagt auf Anfrage der «Neuen Luzerner Zeitung»: «Die Staatsanwaltschaft Luzern führt die Untersuchung gegen die beiden Beschuldigten weiter. Dabei geht es darum, die gegenseitig vorgeworfenen Offizialdelikte zu prüfen. Es gilt die Unschuldsvermutung.» Mehr kommuniziert die Luzerner Staatsanwaltschaft zum Fall aktuell nicht.

Einvernahmetermin gestrichen

Die Staatsanwaltschaft hatte am Mittwochnachmittag einen Termin zur Einvernahme von Bernard Kobler gesetzt. Der Staatsanwalt hat die Befragung allerdings auf Gesuch der Rechtsanwälte der Frau und von Kobler abzitiert. Dies bestätigt Thomas Rothenbühler, Anwalt der Brasilianerin, auf Anfrage.