LUZERN: Fanarbeit Luzern zieht eine positive Bilanz

Seit zwei Jahren ist die Fanarbeit Luzern im Einsatz. Die Verantwort­lichen, der FC Luzern, die Polizei und auch die Fans ziehen eine positive Bilanz.

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So soll es sein: Friedliche Stimmung im FCL-Fansektor. (Bild Nadia Schärli/Neue LZ)

So soll es sein: Friedliche Stimmung im FCL-Fansektor. (Bild Nadia Schärli/Neue LZ)

2007 wurde der Verein «Fanarbeit Luzern» gegründet. Hintergrund für die Einsetzung der Fanarbeit waren vermehr­te Gewaltausbrüche rund um die Spiele des FC Luzern.

Die Fanarbeit tritt als Vermittlungs- und Anlaufstelle für alle Fans und Fananliegen auf. Durch intensive Beziehungsarbeit kann die Fanarbeit Luzern Einfluss auf Fans nehmen und so beruhigend, informativ, deeskalierend und vermittelnd auftreten.

Nach zwei Jahren wurde am Dienstagmorgen nun erstmals Bilanz gezogen. Wie die Fanarbeit Luzern in ihrer Medienmitteilung schreibt, äusserten sich die Verantwortlichen von Stadt- und Kantonspolizei, SBB, FC Luzern sowie Fanorganisationen durchwegs positiv.

Probleme bei Auswärtsspielen
Für die Polizei ist die Fanarbeit zu einem wertvollen Partner bezüglich Zugang zu den Fans geworden. Bei Heimspielen sei insgesamt eine Verbesserung des Verhaltens der Fans spürbar, insbesondere bei Auswärtsspielen seien aber noch Probleme vorhanden.

Die SBB hält fest, dass die Fanarbeit einen wichtigen Stellenwert im Bereich Begleitung, Reinigung und Sicherheit bei SBB-Extrazügen hat. Für den FC Luzern hat sich die Fanarbeit bewährt. Es herrsche eine Vertrauensbasis zwischen Fans, Club, Fanarbeit, Sicherheit und Behörden, Probleme könnten direkt und offen angesprochen werden, wie es in der Mitteilung weiter heisst.

Schwerpunkte der Fanarbeit bildeten folgende Projekte:

? Ragazzi Lucerna
Jugendliche Fans unter 16 Jahren können zu sehr günstigen Preisen begleitet zu Auswärtsspielen reisen. Es gelten Rauch- und Alkoholverbot.

? Extrazug Littering
In Zusammenarbeit mit den SBB wurde das Littering-Projekt erarbeitet. Auf Extrazügen führen Fans vor der Ankunft am Spielort und vor der Rückkehr nach Luzern eine Grobreinigung durch.

? Ticketverkauf im Extrazug
Die Fanarbeit Luzern verkauft in den Extrazügen Eintrittstickets fürs Stadion. Damit wird die Situation vor den Stadien entschärft.

? Fanlokal «Zone 5» Luzern
Gemeinsam mit einer Trägerschaft von engagierten Fans konnte im November 2008 das Fanlokal «Zone 5» am Bundesplatz eröffnet werden. Die Fanarbeit hat dort ihre Büroräumlichkei¬ten, ein eigens gegründeter Trägerverein betreibt das Lokal.

? Projekt «Gelbe Karte - Umgang mit drohendem Stadionverbot»
Das Projekt regelt das Vorgehen bei einem Fehlverhalten eines Fans im Stadion Allmend und wird sowohl von den Fangruppierungen als auch dem FC Luzern mitgetragen. Das Projekt war in der Schweiz einzigartig und wurde mittlerweile von der Fanarbeit in Basel und Bern aufgegriffen.

Die jährlichen Kosten für die Fanarbeit Luzern von knapp 200'000 Franken für Löhne, Miete und Projekte teilen sich FC Luzern, Kanton und Stadt.

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