LUZERN: Fasnacht 2009: Viel mehr kostümierte Familien

Bunt, frech, schrill – und erstaunlich ruhig. Das war die Fasnacht 2009. Polizei, Spital und Fasnachtskomitee ziehen Bilanz.

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Bunter, mehr Familien, mehr Masken: Die Fasnacht 2009 war für das LFK ein Erfolg. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Bunter, mehr Familien, mehr Masken: Die Fasnacht 2009 war für das LFK ein Erfolg. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

An der diesjährigen Fasnacht haben wieder mehr maskierte Leute teilgenommen – «darunter auch besonders viele kostümierte Familien». Diese Bilanz zieht Andréas Härry, Mediensprecher des Lozärner Fasnachtskomitees (LFK). Er ist mit der Fasnacht 2009 insgesamt zufrieden.

Freude hatte er insbesondere an den Einzelmasken. «Die waren im Gegensatz zu anderen Jahren kreativer. Zum Beispiel die Chottlebotzer mit dem Asterix-Sujet.» Die Fasnacht sei frecher geworden, so Härry. Positiv aufgefallen sind ihm die zahlreichen politischen Sujets mit Themen wie Fusionitis oder HarmoS.

Weniger erfreulich dagegen seien die Besucherzahlen. «Da hat uns das Wetter in der zweiten Woche einen Strich durch die Rechnung gemacht.» So habe man auf den Strassen weniger Fasnächtler angetroffen als in den Jahren zuvor. Bis jetzt können dies Zahlen aber nicht belegen. Die beiden grossen Umzüge von Donnerstag und Montag zogen in diesem wie im letzten Jahr insgesamt 55 000 Zuschauer an.

Uniform zeigt Wirkung
Auch Ernst Röthlisberger, Kommandant der Stadtpolizei Luzern, zieht bis gestern Nachmittag eine positive Bilanz: «Tendenziell ist die diesjährige Fasnacht ruhiger verlaufen, als in den Jahren davor. Dies hat sicher auch mit der grossen Anzahl uniformierter Polizisten zu tun.»

In Zahlen fassen kann Röthlisberger dies erst heute Mittwoch, nach der Auswertung sämtlicher Daten. Zum Vergleich: Letztes Jahr kams zu zehn Auseinandersetzungen, bei denen die Polizei einschritt, bis gestern Nachmittag wars eine unter Jugendlichen bei der Hauptpost beim Bahnhofplatz. Röthlisberger: «Zu Festnahmen ist es wegen ausbleibender Strafanträge nicht gekommen.»

Erstmals in diesem Jahr patrouillierten die Kantons- und Stadtpolizisten in Uniform an der Fasnacht und werden dies das nächste Jahr wieder tun. Wie viele Polizisten im Einsatz standen, will Röthlisberger nicht sagen. «Es waren aber mehr als in anderen Jahren.» Das grössere Polizeiaufgebot steht laut Röthlisberger in Zusammenhang mit den jüngsten Tötungsdelikten in Kriens und an der Seidenhofstrasse in Luzern.

Auch das Kantonsspital Luzern hatte eine ruhige Fasnacht. «Im Vergleich zu anderen Jahren hatte der Rettungsdienst weniger zu tun», sagt Othmar Bertolosi, Mediensprecher des Luzerner Kantonsspitals. 24-mal mussten die Rettungskräfte bis gestern Nachmittag ausrücken – vorwiegend wegen alkoholisierter Personen. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt 35 Einsätze.

Rebekka Röllin von der Fachstelle für Suchtprävention: «Scheinbar greift nun unsere Präventionskampagne.»

Andreas Bättig