LUZERN: Fasnachtsmäärt unter der Egg: Eingekauft wird bevorzugt inkognito

Der Fasnachtsmäärt ist der perfekte Anlass, um sich auf die Luzerner Strassenfasnacht einzustimmen. Manch einer legt beim Kostümkauf aber Wert auf Diskretion – schliesslich gilt es, am Schmutzigen Donnerstag mit einer Überraschung aufzuwarten.

Theres Bühlmann
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Die Kleinformation Espresso spielt am Fasnachtsmärt Unter der Egg in Luzern. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 18. Februar 2017))

Die Kleinformation Espresso spielt am Fasnachtsmärt Unter der Egg in Luzern. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 18. Februar 2017))

Ganz ehrlich. Man kann es sich in Sachen Fasnachts-Outfit einfach machen. Weisser Kittel, weisse Hose, ein Stethoskop aus dem Fundus im Keller hervorkramen und einen Koffer in die Hand nehmen. Doch, wer bitte schön, geht denn heute noch als Arzt an die Fasnacht bei den Krankenkassenprämien? Haremsdame, früher ganz hoch im Kurs, fällt jetzt wohl auch ausser Betracht, schon wegen der politischen Korrektheit. Wer zu Hause nicht fündig wird, geht an den Luzerner Fasnachtsmäärt Unter der Egg, der seit 1975 durchgeführt und vom Lozärner Fasnachts-Komitee (LFK) organisiert wird.

Die Frauen am Nähstand warten mit einer breit gefächerten Kollektion auf. Es gibt Geblümtes und Gestreiftes, Glänzendes und Glitzerndes, alles da, um es bunt zu treiben. Früher seien Strassenkleider sehr beliebt gewesen, sagt Ursi Wili, so etwas wie die Chefin der Nähfrauen, «heute sind es vorwiegend Jacken und Overalls, die gefragt sind.» Auch Jana Jarck, die seit einem Jahr in Luzern wohnt und aus Norddeutschland stammt, stöbert durch die Kleider. «Nein», sagt sie, «ich suche nichts Spezielles, ich schaue mich einfach ein wenig um», und probiert dieses und jenes vor dem Spiegel.

Masken gibt es auch, schaurig-schöne und gfürchig-gruselige. Nach einer solchen hält Peter Böhni aus Horw Ausschau, der sich als wahrer Kenner erweist, «diese ist aber innen etwas hart». Heidi M. aus S. «schreiben Sie bloss nicht meinen vollen Namen, sonst ist dann die ganze Überraschung futsch» dagegen ist auf der Suche nach etwas «so Richtung Carneval in Venedig», wie sie sich ausdrückt.

Kafi Huerenaff und jede Menge Guuggenmusigen

Nicht nur Kostümsuchende sind auf ihre Kosten gekommen, gesorgt war auch für Speis und Trank. Kafi Huerenaff, Hexentee und Punsch (alkoholfrei) wärmten Herz und Hände. Apropos Kaffee, «Espresso» heisst jene Gruppe, welche aufspielte und später von Guuggenmusigen abgelöst wurde. Die paukten und schränzten, was die Instrumente hergaben. Die Zuschauer wippten im Takt, und japanische Touristen zückten Kameras und Smartphones. Der Andrang Unter der Egg nahm stetig zu, der Lärmpegel auch, bis in die tiefen Abendstunden. Man weiss ja, je später der Abend ...

Theres Bühlmann

theres.buehlmann@luzernerzeitung.ch