LUZERN: FDP: Gesicht statt Geld spenden

Der Wahlkampf 2015 nähert sich in Riesenschritten. Die FDP beispielsweise bittet ihre Sympathisanten nicht nur um Geld, sondern auch um ihr Konterfei.

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Jacqueline Theiler, Geschäftsführerin der kantonalen FDP: «Wir werden jeweils zuerst prüfen, ob das Statement zu unserem Programm passt». (Bild: pd)

Jacqueline Theiler, Geschäftsführerin der kantonalen FDP: «Wir werden jeweils zuerst prüfen, ob das Statement zu unserem Programm passt». (Bild: pd)

2015 wird im Kanton Luzern gewählt. Die Parteien rüsten sich schon jetzt für den Wahlkampf. Zum Beispiel die FDP, welche sich diesmal etwas Besonderes einfallen lässt: Statt einfach Geld für die Wahlkampagne zu spenden, sollen die liberalen Sympathisanten gleich selber für die Partei werben. So darf jeder, der will, sich für ein FDP-Plakat ablichten lassen – vor dem Hintergrund seiner Wohnregion. Analog zu den Plakaten der offiziellen Kandidaten gehört auch ein persönliches Statement dazu. Wer von einem FDP-Plakat herunterlächeln will, muss die Kosten dafür selber übernehmen. 180 Franken werden für ein personalisiertes Plakat fällig. Nochmals soviel kostet es, wer sein Konterfei im FDP-Look auf der eigenen Facebook-Seite platzieren will. Jacqueline Theiler betont, dass damit lediglich die Ausgaben für die Werbeagentur gedeckt werden – die FDP selber erhält nichts von dem Geld. «Wir wollen mit der Kampagne kein Geld verdienen.»

1860 Franken für ein Video

Doch wem das alles zu gewöhnlich ist, kann auch ein professionelles Youtube-Video anfertigen lassen. Das geht dann allerdings ins Geld. 1860 Franken berechnet die FDP für einen 30-Sekunden-Spot. Inbegriffen ist eine professionelle Aufnahme im Studio, Schnitt und Bearbeitung – sowie ein vorgängiges Coaching. Wie wichtig das ist, musste die FDP bei den Luzerner Stadtratswahlen von 2009 schmerzlich erfahren. Damals liess die Partei sämtliche Kandidierenden fürs Stadtparlament in einer persönlichen Video-Botschaft zu Wort kommen. Doch statt Werbung zu machen, ernteten einige der Videos Hohn und Spott – entweder, weil die Kandidaten für die Präsentation mangelhaft vorbereitet waren oder weil sie allzu eigenwillige Ansätze wählten.