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LUZERN: Felssturzgefahr in Wolhusen noch nicht gebannt

Zwei Bagger lösen derzeit beim Fels Badflue in schwindelnder Höhe instabile Felsmassen – eine bau- und sicherheitstechnische Herausforderung.
Die absturzgefährdeten Felsmassen bei der Badflue an der Gemeindegrenze Wolhusen/Werthenstein werden derzeit mit zwei Baggern abgetragen. (Bild Basler & Hofmann)

Die absturzgefährdeten Felsmassen bei der Badflue an der Gemeindegrenze Wolhusen/Werthenstein werden derzeit mit zwei Baggern abgetragen. (Bild Basler & Hofmann)

Susanne Balli

«Mit jedem abgebauten Kubikmeter Fels, mit jedem vollendeten Arbeitstag, nimmt das Risiko ab», sagt René Graf, Projektleiter Naturgefahren bei der kantonalen Dienststelle Verkehr und Infrastruktur. Seit Anfang Juni wird an der Kleinen Emme beim absturzgefährdeten Fels Badflue, an der Gemeindegrenze von Wolhusen und Werthenstein, Material abgetragen. Zwei Bagger lösen in Schwindel erregender Höhe verwitterte Partien mit der Schaufel. Härtere Felspakete werden mit dem Abbauhammer abgespitzt. Teilweise müssen auch kleine Lockerungssprengungen vorgenommen werden. «Das tönt spektakulär, verursacht aber weniger Erschütterungen als der Abbauhammer und ist im Talboden kaum wahrzunehmen.» Das gelöste Material wird über die Felswand in den Fluss geworfen, wo es mit einem dritten Grossbagger fortlaufend weggeschafft wird. «Aus Gründen der Sicherheit arbeiten die Bagger oben und unten örtlich versetzt, bei Bedarf auch zeitlich verschoben», so Graf.

13 000 Tonnen Fels stürzten ab

Bis Ende August sollen so 22 000 Kubikmeter Felsmaterial abgebaut sein (Ausgabe vom 28. Mai). Beim Felssturz in der Nacht auf den 11. Januar donnerten 5000 Kubikmeter oder rund 13 000 Tonnen Fels in die Kleine Emme. Der Fluss wurde gestaut, trat über die Ufer, flutete das Gelände diverser Firmen und beschädigte Wohnhäuser. Es entstand Sachschaden in Millionenhöhe.

Weil Geologen das Risiko eines weiteren Felssturzes als hoch einschätzten, ordnete der Regierungsrat sofortige Notmassnahmen an. Mittlerweile herrscht mehr Klarheit darüber, was die Felssicherungsarbeiten kosten werden. «Gegen 2,5 Millionen Franken», sagt René Graf. Bauherr und Kostenträger ist der Kanton. Der Felsabbau sei eine vorgezogene Massnahme im Rahmen des bestehenden Projekts «Integrales Risikomanagement Badflue», mit dem die Risiken aus dem System Felswand/Fluss langfristig vermindert werden sollen. Im Vorsommer 2017 soll eine Machbarkeitsstudie für weitere Massnahmen vorliegen. «Dann wird auch der Kosten-Verteilschlüssel thematisiert, wie dies bei Wasserbauprojekten üblich ist», sagt Graf. An den Kosten beteiligen werden sich Bund, Kanton sowie Wolhusen und Werthenstein.

Laut Graf laufen die Abbauarbeiten am Fels Badflue nach Zeitplan. Dennoch gab es Unvorhergesehenes. «Es war geplant, einen Teil des abgebauten Felsmaterials mit einem Brecher zu Schotter aufzubereiten. Nun zeigt sich, dass das Gestein beim Abwurf in sehr kleine Teile zerfällt», sagt Graf. Darum eigne sich ein viel kleinerer Teil als geplant zur Wiederverwendung. «Entsprechend muss ein grösserer Teil in Deponien geführt werden, was höhere Kosten verursacht.» Dafür werde ein Teil des abgeworfenen feinen Materials «gratis» von der Kleinen Emme abtransportiert.

Trotz der teilweise starken Niederschläge der letzten Monate gab es gemäss Graf keine Überschwemmungsprobleme im Bereich der Baustelle. «Die Verantwortlichen richten laufend ein Auge auf die Wettervorhersagen, um auch einem ausserordentlichen Hochwasserereignis Rechnung zu tragen.»

Unbefugte im Gefahrenbereich

Eine grosse Herausforderung ist, die Sicherheit der Bauarbeiter und der Mitarbeiter ansässiger Firmen zu gewähren, denn auch jetzt noch besteht akute Gefahr eines weiteren Felssturzes. Es dürfen sich jeweils nur jene Personen im gefährdeten Bereich aufhalten, die für die Arbeitsabläufe unerlässlich seien. «Leider musste beobachtet werden, dass Personen den ausserhalb der Arbeitszeiten abgesperrten Gefahrenbereich betraten, um selber einen Augenschein zu nehmen», so Graf. Dabei würden sich diese einem unverantwortbaren Risiko aussetzen. Im Bereich des Flusses gebe es ohnehin nichts zu sehen. Ein Überblick biete sich am besten vom Schulhaus Wolhusen-Markt aus.

Nach dem Felssturz: Aktuelle Drohnenaufnahmen vom Felssturzgebiet Badflue im Sommer 2016. (Bild: Basler & Hofmann)
Nach dem Felssturz: Aktuelle Drohnenaufnahmen vom Felssturzgebiet Badflue im Sommer 2016. (Bild: Basler & Hofmann)
Nach dem Felssturz: Aktuelle Drohnenaufnahmen vom Felssturzgebiet Badflue im Sommer 2016. (Bild: Basler & Hofmann)
Nach dem Felssturz: Aktuelle Drohnenaufnahmen vom Felssturzgebiet Badflue im Sommer 2016. (Bild: Basler & Hofmann)
Nach dem Felssturz: Aktuelle Drohnenaufnahmen vom Felssturzgebiet Badflue im Sommer 2016. (Bild: Basler & Hofmann)
Aufnahmen vom Februar 2016: Hier ist der Fels im Januar abgebrochen. (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))
Aufnahmen vom Februar 2016: Hier ist der Fels im Januar abgebrochen. (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))
Aufnahmen vom Februar 2016: Hier ist der Fels im Januar abgebrochen. (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))
Aufnahmen vom Februar 2016: Hier ist der Fels im Januar abgebrochen. (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))
Aufnahmen vom Februar 2016: Hier ist der Fels im Januar abgebrochen. (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))
Aufnahmen vom Februar 2016: Hier ist der Fels im Januar abgebrochen. (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))
26. Januar 2016: Aufräumarbeiten in der Kleine Emme in Wolhusen nach dem Felssturz. (Bild: Philipp Schmidli)
26. Januar 2016: Aufräumarbeiten in der Kleine Emme in Wolhusen nach dem Felssturz. (Bild: Philipp Schmidli)
26. Januar 2016: Aufräumarbeiten in der Kleine Emme in Wolhusen nach dem Felssturz. (Bild: Philipp Schmidli)
26. Januar 2016: Aufräumarbeiten in der Kleine Emme in Wolhusen nach dem Felssturz. (Bild: Philipp Schmidli)
26. Januar 2016: Aufräumarbeiten in der Kleine Emme in Wolhusen nach dem Felssturz. (Bild: Philipp Schmidli)
12. Januar: Nach dem Felssturz in die kleine Emme in Wolhusen trat der Fluss über die Ufer. Im Bild: Aufräumarbeiten an der Entlebucherstrasse in Wolhusen. (Bild: Manuela Jans-Koch / Neue LZ)
12. Januar: Nach dem Felssturz in die kleine Emme in Wolhusen trat der Fluss über die Ufer. Im Bild: Aufräumarbeiten an der Entlebucherstrasse in Wolhusen. (Bild: Manuela Jans-Koch / Neue LZ)
12. Januar: Nach dem Felssturz in die kleine Emme in Wolhusen trat der Fluss über die Ufer. Im Bild: Aufräumarbeiten an der Entlebucherstrasse in Wolhusen. (Bild: Manuela Jans-Koch / Neue LZ)
12. Januar: Nach dem Felssturz in die kleine Emme in Wolhusen trat der Fluss über die Ufer. Im Bild: Aufräumarbeiten an der Entlebucherstrasse in Wolhusen. (Bild: Manuela Jans-Koch / Neue LZ)
12. Januar: Nach dem Felssturz in die kleine Emme in Wolhusen trat der Fluss über die Ufer. Im Bild: Aufräumarbeiten an der Entlebucherstrasse in Wolhusen. (Bild: Manuela Jans-Koch / Neue LZ)
12. Januar: Nach dem Felssturz in die kleine Emme in Wolhusen trat der Fluss über die Ufer. Im Bild: Aufräumarbeiten an der Entlebucherstrasse in Wolhusen. (Bild: Manuela Jans-Koch / Neue LZ)
12. Januar: Nach dem Felssturz in die kleine Emme in Wolhusen trat der Fluss über die Ufer. Im Bild: Aufräumarbeiten an der Entlebucherstrasse in Wolhusen. (Bild: Manuela Jans-Koch / Neue LZ)
12. Januar: Nach dem Felssturz in die kleine Emme in Wolhusen trat der Fluss über die Ufer. Im Bild: Aufräumarbeiten an der Entlebucherstrasse in Wolhusen. (Bild: Manuela Jans-Koch / Neue LZ)
12. Januar: Nach dem Felssturz in die kleine Emme in Wolhusen trat der Fluss über die Ufer. Im Bild: Aufräumarbeiten an der Entlebucherstrasse in Wolhusen. (Bild: Manuela Jans-Koch / Neue LZ)
12. Jaunar 2016: Aufräumarbeiten bei der Kies AG an der Entlebucherstrasse in Wolhusen. (Bild: Manuela Jans-Koch (Neue LZ))
12. Jaunar 2016: Aufräumarbeiten bei der Kies AG an der Entlebucherstrasse in Wolhusen. (Bild: Manuela Jans-Koch (Neue LZ))
12. Jaunar 2016: Aufräumarbeiten bei der Kies AG an der Entlebucherstrasse in Wolhusen. (Bild: Manuela Jans-Koch (Neue LZ))
12. Jaunar 2016: Aufräumarbeiten bei der Kies AG an der Entlebucherstrasse in Wolhusen. (Bild: Manuela Jans-Koch (Neue LZ))
12. Jaunar 2016: Aufräumarbeiten bei der Kies AG an der Entlebucherstrasse in Wolhusen. (Bild: Manuela Jans-Koch (Neue LZ))
11. Januar 2016: An diesem Tag kam es zu dem verheerenden Felssturz in die Kleine Emme im Industriegebiet in Wolhusen. (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))
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