LUZERN: Filmte eine Drohne im Hallenbad?

Ein Unbekannter steuerte eine Drohne bis vor die Fenster des Hallenbads Allmend. Sollte dies nochmals vorkommen, will man beim Hallenbad Anzeige erstatten.

Niels Jost
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Vor der Fensterfront des Hallenbads Allmend positionierte ein Mann seine Drohne. (Bild Dominik Wunderli)

Vor der Fensterfront des Hallenbads Allmend positionierte ein Mann seine Drohne. (Bild Dominik Wunderli)

Ein lautes, surrendes Geräusch zog am letzten Mittwochabend Sandra Sykoras Aufmerksamkeit auf sich: Die Luzernerin kam mit ihren Kindern aus dem Hallenbad Allmend und beobachtete, wie ein Mann ein schwarzes Fluggerät steuerte. Es handelte sich um eine Drohne, die er wenige Meter vor den Panoramafenstern des Hallenbads positionierte. «Ich konnte in der Dämmerung nicht genau erkennen, ob auf der Drohne eine Kamera installiert war», sagt Sandra Sykora. «Sie hatte allerdings eine Beleuchtung angebracht.» Filmte der Unbekannte etwa das Geschehen im Hallenbad? «Das wäre ein Horrorszenario», so Sykora. Der Mann stand mit seinem Steuergerät auf der anderen Strassenseite, vis-à-vis dem Hallenbad. Als er bemerkte, dass er beobachtet wurde, ging er weg.

Personal ist wachsam

Bei den Hallenbad-Verantwortlichen wurde der rund zweiminütige Flug nicht registriert: «Zum Vorfall haben wir keine Meldung vom Personal oder von Gästen bekommen», sagt Geschäftsführer Stefan Schlatter. «Falls dies aber erneut vorkommen sollte, werden wir eine Strafanzeige einreichen.» Ob im oder um das Hallenbad: Das Personal sei wachsam gegenüber allfälligen Versuchen, Bildmaterial mit technischen Geräten jeglicher Art aufzunehmen, so Schlatter. Zum Zeitpunkt des Drohnenfluges befanden sich nur noch wenige Leute im Wasser.

Schutz der Privatsphäre

Doch wie sieht die rechtliche Situation bezüglich Drohnenflügen aus? Filmen und Fotografieren in der Öffentlichkeit sind grundsätzlich erlaubt. Der Datenschutz und der Schutz der Privatsphäre dürfen aber nicht verletzt werden. So ist etwa das Filmen von Personen und Gegenständen in Bereichen, die sonst nicht ohne weiteres einsehbar sind, tabu. Filmte der Unbekannte am Mittwoch tatsächlich ins Hallenbad, wäre dies ein Gesetzesverstoss. Eine Anzeige würde ein Verfahren auslösen. Welche Strafe einem Drohnenpiloten blüht, sei von Fall zu Fall sehr verschieden, sagt Kurt Graf, Sprecher der Luzerner Polizei. Jeder Fall würde individuell untersucht. Wie schwer ein Vergehen wiegt, hängt etwa davon ab, wie stark die Privatsphäre verletzt wurde, aber auch von der Reichweite der Drohne und ob der Pilot Sichtkontakt zum Fluggerät hatte. Ob und wie häufig Anzeigen wegen Drohnenflügen eingehen, kann die Polizei nicht sagen.