LUZERN: Flüchtlinge auf Berufseinstieg vorbereiten

Das Gesundheits- und Sozialdepartement des Kantons Luzern hat zusammen mit Partnerinstitutionen den Vorkurs «Perspektive Pflege» lanciert. 15 Flüchtlinge werden im einjährigen Kurs auf den Einstieg in eine berufliche Grundbildung in der Pflege vorbereitet.

Merken
Drucken
Teilen
Kursteilnehmer bei der Gruppenarbeit. (Bild: pd)

Kursteilnehmer bei der Gruppenarbeit. (Bild: pd)

Ende August haben 15 Flüchtlinge den Pilotlehrgang «Perspektive Pflege» gestartet. Dieser bietet den Teilnehmenden die Möglichkeit, eine praxisbezogene Ausbildung im Pflegebereich zu absolvieren, wie die Staatskanzlei des Kantons Luzern am Donnerstag mitteilte. Der Lehrgang kostet 360'000 Franken und wird als Unterstützung für gemeinnützige und soziale Projekte aus Mitteln des kantonalen Lotteriefonds finanziert.

Der Lehrgang dauert insgesamt 49 Wochen, inklusive zwei Praktika in einem Alters- und Pflegeheim. Nach Abschluss des Kurses sollen die Absolventen nahtlos in die Grundausbildung «Assistent/-in Gesundheit und Soziales (AGS)» übertreten können.

Das Projekt wurde am Donnerstag den Medien vorgestellt und eine erste Zwischenbilanz gezogen. Diese fällt gemäss Mitteilung positiv aus. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind wissbegierig, erkennen das Projekt als grosse Chance und sind durch die geregelten Strukturen sowie die neue Perspektive motiviert, ihr Engagement hoch zu halten. Die erste Bewährungsprobe wird das Praktikum in einem Alters- und Pflegeheim im Januar 2016 sein.

15 Flüchtlinge haben im August diesen Jahres ihre Ausbilung am ZIGG Bildungszentrum in Alpnach begonnen. Auf dem Bild zu sehen sind von links: Rinzin Dhuchu, Tenzin Tsering Choekhorling und Lobsang Tsedrön Wösertsang bei einer praktischen Übung im Ausbildungszimmer. (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))
6 Bilder
V.l.n.r.: Tenzin Tsering Choekhorling, Rinzin Dhuchu und Lobsang Tsedrön Wösertsang bei einer praktischen Übung im Ausbildungszimmer. (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))
V.l.n.r.: Tenzin Tsering Choekhorling, Rinzin Dhuchu und Lobsang Tsedrön Wösertsang bei einer praktischen Übung im Ausbildungszimmer. (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))
V.l.n.r.: Sonam Wangyal Manangtgang und Omer Ibrahim während des Unterrichts. (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))
Notizen im Unterrichtszimmer. (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))
V.l.n.r.: Omer Ibrahim und Sonam Wangyal Manangtgang während des Unterrichts. (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))

15 Flüchtlinge haben im August diesen Jahres ihre Ausbilung am ZIGG Bildungszentrum in Alpnach begonnen. Auf dem Bild zu sehen sind von links: Rinzin Dhuchu, Tenzin Tsering Choekhorling und Lobsang Tsedrön Wösertsang bei einer praktischen Übung im Ausbildungszimmer. (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))

Tiefe Erwerbsquote bei Flüchtlingen

Aufgrund der hohen Schutzanerkennungsquote von 65 Prozent können seit 2014 drei von fünf Asylsuchende längerfristig oder dauerhaft in der Schweiz bleiben. Die Zahl der Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommenen, die von wirtschaftlicher Sozialhilfe abhängig sind und für die der Kanton Luzern zuständig ist, ist seit Anfang 2014 um 900 Personen angestiegen. Ende September 2015 waren es insgesamt 2255 Personen. Rund 1500 davon sind im erwerbsfähigen Alter und aufgrund ihrer gesundheitlichen Verfassung auch Arbeitsfähig.

Fünf Jahre nach Einreise in die Schweiz sind jedoch nur 30 Prozent der Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommenen erwerbstätig. Nach zehn Jahren sind es 60 Prozent. Angesichts der aktuellen Lage und dem zu erwartenden weiteren Anstieg der Anzahl von ankerkannten Flüchtlingen und vorläufig Aufgenommenen wird die Integration in den nächsten Jahren noch herausfordernder. Regierungsrat Guido Graf ist überzeugt: «Wenn wir die Integration nicht besser schaffen, sitzen wir bald auf einem sozialpolitischen Pulverfass.»

pd/zim