LUZERN: Flüchtlinge üben Kritik an Benimm-Flyer

In der Samstags-Ausgabe unserer Zeitung haben Flüchtlinge einen offenen Brief an die Luzerner Regierung veröffentlicht. Regierungsrat Guido Graf nahm am Samstag in der «Tagesschau» dazu Stellung.

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Der Mitunterzeichner Süleyman Özbayhan. (Bild: Screenshot SRF)

Der Mitunterzeichner Süleyman Özbayhan. (Bild: Screenshot SRF)

Die Flüchtlinge in Luzern kritisieren die Benimm-Regeln, die die Regierung ihnen vorgestellt hat (wir berichteten).

Es wurde unter anderem über das Thema Körperkontakt gesprochen. (Bild: URS FLUEELER)
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Wer mit dem ÖV fährt, soll sich nicht einfach hinsetzen, sondern vorher fragen. (Bild: Screenshot Flyer Kanton Luzern)
Bewohner des Asylzentrums Hirschpark in Luzern werden in einem Kurs ueber die "Grundregeln fuer das Zusammenleben" in der Schweiz informiert, anlaesslich eines Medienanlasses im Asylzentrum Hirschpark am Mittwoch, 27. Januar 2016. (KEYSTONE/Urs Flueeler) (Bild: URS FLUEELER)
Der neue Flyer wird in diesen Tagen in allen kantonalen Asylzentren verteilt. (Bild: URS FLUEELER)
Ein Blick in den Medienraum, wo der Flyer am Mittwoch vorgestellt wurde. (Bild: URS FLUEELER)
Körperkontakt darf nur mit beiderseitigem Einverständnis erfolgen. (Bild: Screenshot Flyer Kanton Luzern)
In der Schweiz darf jeder seinen Partner frei wählen. (Bild: Screenshot Flyer Kanton Luzern)
Wenn es draussen heiss ist, dann tragen die Schweizer leichtere Kleidung – das ist normal und keine Einladung für Körperkontakt. (Bild: Screenshot Flyer Kanton Luzern)
So begrüsst und verabschiedet man sich in der Schweiz. (Bild: Screenshot Flyer Kanton Luzern)
Jeder darf seine Meinung frei äussern. Und ein «Nein, danke» ist zu akzeptieren und zu tolerieren. (Bild: Screenshot Flyer Kanton Luzern)
Die Privatsphäre jedes einzelnen ist zu respektieren. (Bild: Screenshot Flyer Kanton Luzern)
Gewalt gegen Kinder ist strengstens untersagt. (Bild: Screenshot Flyer Kanton Luzern)
Frauen dürfen Frauen und Männer dürfen auch Männer lieben. (Bild: Screenshot Flyer Kanton Luzern)
In der Schweiz haben Frauen und Männer die gleichen Rechte. (Bild: Screenshot Flyer Kanton Luzern)
Es muss akzeptiert werden, wenn jemand in Ruhe gelassen werden will. (Bild: Screenshot Flyer Kanton Luzern)
Ein Ausschnitt aus dem Flyer. (Bild: Screenshot Flyer Kanton Luzern)
Ein Ausschnitt aus dem Flyer. (Bild: Screenshot Flyer Kanton Luzern)
Bild: URS FLUEELER
Bewohner des Asylzentrums Hirschpark in Luzern werden in einem Kurs über die "Grundregeln für das Zusammenleben" in der Schweiz informiert. (Bild: URS FLUEELER)
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Es wurde unter anderem über das Thema Körperkontakt gesprochen. (Bild: URS FLUEELER)

Gezeichnet wurde der offene Brief an die Regierung mit «Flüchtlinge im Kanton Luzern». Darin steht unter anderem: «Wir fühlen uns gekränkt durch Ihre Aktionen der letzten Wochen» und «Sie haben uns als Wilde hingestellt, die aufgeklärt werden müssen. Damit giesst die Regierung zusätzlich Öl ins Feuer und provoziert uns gegenüber Rassismus.»

Mitunterzeichner des Briefes ist Süleyman Özbayhan, ein anerkannter Flüchtling, der seit fünf Jahren in der Schweiz lebt. Gegenüber der «Tagesschau» sagte Özbayhan am Samstagabend: «Die Regierung stellt uns unter Generalverdacht. Sie werfen uns alle in einen Topf und das stört uns.»

Luzerner Regierungsrat Guido Graf sagte in der Sendung, dass der Flyer für alle gelte, nicht nur für Flüchtlinge. «Der Auslöser war Köln und verschiedene Rückmeldungen aus der Bevölkerung.» Der Benimm-Flyer sei präventiv eingesetzt worden, denn man wolle keine Probleme an der Fasnacht.

Nach Angaben der Luzerner Polizei sei die diesjährige Fasnacht bisher äusserst ruhig und friedlich verlaufen. Bislang sei ein Fall von sexueller Belästigung gemeldet worden. Allgemein seien der Polizei weniger betrunkene Jugendliche aufgefallen, als in anderen Jahren, meldete die Nachrichtenagentur sda am Freitag.

zfo