LUZERN: Fontäne beim Wagenbachbrunnen wird künftig ferngesteuert

Der Wagenbachbrunnen ist stark sanierungsbedürftig. Im Rahmen der Arbeiten ergänzt die Stadt das 1934 erstellte Bauwerk auch um einige technische Neuerungen.

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Das Wasserspiel des Wagenbachbrunnens wurde schon vor Jahren stark reduziert. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 30. August 2016))

Das Wasserspiel des Wagenbachbrunnens wurde schon vor Jahren stark reduziert. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 30. August 2016))

Stefan Dähler

stefan.daehler@luzernerzeitung.ch

Risse und undichte Stellen – der Wagenbachbrunnen auf dem Europaplatz ist in die Jahre gekommen. Deshalb wird er ab Donnerstag saniert, die Arbeiten dauern bis Ende Oktober, wie die Stadt mitteilt. «Es sind umfangreiche Arbeiten, der Brunnen ist stark sanierungsbedürftig», sagt Reinhard Hofmann, Projektleiter im Tiefbauamt.

Neben den eingangs erwähnten Rissen und undichten Stellen im Brunnenbecken sei dieses auch verkalkt. Zudem werden technische Einrichtungen wie Elektrokabel, Pumpe, Beleuchtung und Steuerung erneuert. «So wird es künftig möglich sein, den Brunnen vom Computer im Büro aus zu bedienen», sagt Hofmann. «So kann man ihn besser überwachen, etwa wenn es technische Pannen gibt oder wenn beim Abfluss etwas nicht stimmt. Je nach Wind kann auch die Wassermenge gesteuert werden.» Weiter wird die Beschriftung restauriert. Während der Arbeiten wird der Brunnen abgestellt und abgesperrt. Passanten und Notfallfahrzeuge können auf dem Europaplatz weiterhin verkehren. Die dortige Sommerbar bleibt während der Sanierung geöffnet.

Die Sanierung kostet rund 220 000 Franken. Der Betrag ist Teil des 1,97-Millionen-Franken-Kredits, den der Grosse Stadtrat für die Sanierung mehrerer Brunnen und für Kommunikationsmassnahmen gesprochen hat. «Der Wagenbachbrunnen ist dabei die teuerste Sanierung», sagt Hofmann. Bereits abgeschlossen ist die Sanierung des Zeughausbrunnens beim Historischen Museum, derzeit in Arbeit ist der Krienbrügglibrunnen in der Kleinstadt. Nächstes Jahr stehen Arbeiten beim Weinmarktbrunnen sowie bei den beiden Brunnen beim Musikpavillon an. Die Sanierung des Weinmarktbrunnens kostet 90 000 Franken, jene der Brunnen beim Pavillon 160 000 Franken.

Benannt nach einem Uhrmacher

Zurück zum Wagenbachbrunnen: Dieser wurde während des Baus des KKL Ende der 1990er-Jahre überholt. Erbaut wurde er 1934, Architekt war Armin Meili, der auch das damalige Kunst- und Kongresshaus entworfen hatte. Beim Wagenbachbrunnen handelt es sich um den einzigen Brunnen in der Stadt, der mit See- statt Trinkwasser versorgt wird.

Benannt ist der Brunnen nach dem Uhrmacher Xaver Wagenbach, der am Schwanenplatz gewohnt hat. 1870 vermachte er der Stadt in seinem Testament Geld für den Bau eines Brunnens. Dies, weil er es anscheinend leid war, dass seine Haushälterin das Wasser in Kübeln vom Einhornbrunnen an der Hertensteinstrasse heranschleppen musste, wie der Seite lucerne­water.ch zu entnehmen ist. Der Brunnen wurde dann aber nicht am Schwanenplatz gebaut, weil dies aufgrund der Installation moderner Wasserleitungen gegen Ende des 19. Jahrhunderts nicht mehr nötig war.