LUZERN: Freiwilligenarbeit im Kanton Luzern ausgezeichnet

Die Fachstelle für Freiwilligenarbeit hat als Zeichen der Anerkennung Preise vergeben. Benevol Luzern zeichnete vier Vereine und verschiedene Personen aus.

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Luzia Hafner kümmert sich um demenzkranke Menschen und ist jetzt mit dem Prix Benevol ausgezeichnet worden. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Luzia Hafner kümmert sich um demenzkranke Menschen und ist jetzt mit dem Prix Benevol ausgezeichnet worden. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Eine Jury, vertreten durch Nationalrat Leo Müller, Kantonsratspräsidentin Irene Keller, Regierungsrat Guido Graf sowie aus dem Vorstand Benevol Luzern hat das Frauennetz Ebikon, die Besuchergruppe «Strafvollzug Wauwiler Moos», Trudi Dinkelmann vom Verein «Migration - Kriens integriert», den Verein Quelle (für Angehörige von Menschen mit Demenz) sowie den Verein «Menzberg mit Weitsicht» ausgezeichnet.

Die Preisverleihung findet am 13. September in Ebikon statt. Benevol Luzern, die Fachstelle für Freiwilligenarbeit, setzt sich für die Anerkennung und Vernetzung der Freiwilligenarbeit im Kanton Luzern ein. Mit dem Prix Benevol wird einzelnen Personen und Vereinen ihre ausserordentliche Leistung in der Freiwilligenarbeit verdankt. Der Prix Benevol wird bereits zum vierten Mal vergeben.

Die Preisträger in der Übersicht

Frauennetz Ebikon

Das Frauennetz Ebikon mit 450 Mitgliedern fördert den inneren Zusammenhalt der Gesellschaft in Ebikon und festigt das Netzwerk innerhalb der Gemeinde. Die Bevölkerung profitiert vom vielseitigen Einsatz der über 90 ehrenamtlichen Helfern. Über 46 Angebote, davon viele wöchentlich, werden durch das Frauennetz Ebikon abgedeckt. Da sich die Gemeinde Ebikon an einer Schnittstelle zwischen Stadt und Dorf befindet, ist der gesellschaftliche und soziale Zusammenhalt der Gemeinde umso wichtiger. In diesem Zusammenhang kommt das Frauennetz auch sehr intensiv zum Zug und unterstützt die Anliegen der Gemeinde.

Strafvollzug Wauwiler Moos

Seit ca. 15 Jahren besuchen Hans Dossenbach, Monika Schwingruber und Paula Lampart alle zwei Wochen Personen im Strafvollzug in Wauwil. Die Besuche dieser Gruppe bringen eine Abwechslung in den Alltag der Strafgefangenen sowie  Gespräche mit neutralen Personen. Bei diesen Gesprächen ist das Delikt des jeweiligen Insassen nicht prioritär, die Freiwilligen fragen nicht danach. Es steht den Personen im Strafvollzug frei, ob sie darüber erzählen wollen. In erster Linie geht es darum, dass ein Austausch von Menschen stattfindet. Der Datenschutz für alle Beteiligten ist gewährleistet. 

Verein Migration, Kriens integriert

Trudi Dinkelmann initierte1999 in Kriens die Deutsch- und Integrationskurse für Migrantinnen und baute diese gemeinsam mit andern Frauen auf. Im Jahre 2006 gründete sie, gemeinsam mit den Initiantinnen der Begleitgruppe für Fremde, den Verein «Migration - Kriens integriert», und übernahm, das Co-Präsidium, bzw. das Präsidium, das sie bis heute inne hat. Sie verstand es immer wieder, andere Menschen für ihre Ideen zu motivieren und zu begeistern. Dank ihrer Vernetzung, ihrem Know how und ihrem Einsatz gelang es ihr, verschiedene neue Projekte zu initiieren und aufzubauen. Der Aufwand für diese Aufgaben ist stetig gewachsen, mittlerweile müsste dafür ein Arbeitspensum zwischen 20 - 40 Prozent eingesetzt werden. Trudi Dinkelmann erledigt alle diese Aufgaben vollumfänglich und seit Jahren ehrenamtlich.

Verein Quelle (für Angehörige von Menschen mit Demenz und Interessierte)

Seit mehreren Jahren betreuen Luzia & Herbert Hafner Menschen mit Demenz auf ihrem Hof Obergrüt. Durch regen Erfahrungsaustausch mit den Angehörigen ist ihnen aufgefallen, dass diese im Alltag oft mit ihren Sorgen und Nöten alleine sind. Der Verein Quelle soll direkt und unkompliziert Angehörige von Menschen mit Demenz entlasten und unterstützen. Er unterstützt die Freiwilligen Mitarbeitenden gemäss einem vollumfänglichen Konzept, entschädigt deren Spesen und unterstützt sie in der Fortbildung. Sie werden fachlich beraten und erhalten wertschätzende Gesten.

Verein Menzberg mit Weitsicht

Fünf Persönlichkeiten von Menzberg organisierten zusammen mit Dominik Sigrist von der Hochschule für Technik in Rapperswil im Januar 2010 eine Zukunftswerkstatt, weil sie etwas bewirken und verändern wollten. Daraus resultierten vier Projektgruppen mit den Themen Bauen und Wohnen auf dem Menzberg, Tourismus auf dem Menzberg, Menzberger-Spezialitäten und Familienbetreuung mit Kindern und Jugendlichen in schwierigen Lebenssituationen. Die Hauptziele dieses Vereins sind die Abwanderung zu stoppen, die Infrastruktur wie Schule, Gewerbe, Kultur und Vereine zu erhalten und auszubauen, den Tourismus zu fördern und ein Zusatzeinkommen für die Menzberger zu ermöglichen. Der Verein hat mit seinen 129 Mitgliedern über 6000 Stunden Freiwilligenarbeit geleistet.

pd/rem