LUZERN: Fremde Möwe bedrängt einheimische Vögel

Die Zahl der Mittelmeermöwen am Vierwaldstättersee nimmt von Jahr zu Jahr zu. Besonders für kleinere einheimische Vögel ist das heikel.

Yasmin Kunz
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Von ihnen gibt es in Luzern immer mehr: die Mittelmeermöwe. (Bild: Vogelwarte Sempach / Marcel Burkhardt)

Von ihnen gibt es in Luzern immer mehr: die Mittelmeermöwe. (Bild: Vogelwarte Sempach / Marcel Burkhardt)

Der Winterbestand der eingewanderten Mittelmeermöwen – diese werden 52 bis 58 Zentimeter lang – am Vierwaldstättersee hat sich in den letzten zehn Jahren mehr als versiebenfacht: von 24 im Jahr 2004 auf 177 Tiere im Jahr 2014. Das ergaben neue, von der Vogelwarte koordinierte Zählungen. «Die Mittelmeermöwe hat ihr Verbreitungsgebiet in den letzten Jahrzehnten vom Mittelmeer her übers Rhonetal in die Schweiz ausgedehnt», erklärt Claudia Müller, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Vogelwarte Sempach.

Die Einwanderung der starken, grossen Mittelmeermöwen führt teilweise zu Nistplatzkonkurrenz. «Kleinere Vogelarten haben das Nachsehen», sagt Müller. Jene Vögel, wie beispielsweise die Lachmöwen, können sich gegen die eher grossen Mittelmeermöwen kaum wehren.