Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

LUZERN: «Fünf Kaderleute wurden zurückgestuft»

Polizeikommandant Adi Achermann ist vom neuen Organigramm seines Korps überzeugt. Er gibt aber auch zu, dass grosse Abteilungen eine Schwäche haben.
Interview Alexander von Däniken
Dunkle Wolken über der Luzerner Polizei. Im Bild das Polizeigebäude an der Kasimir-Pfyffer-Strasse in Luzern. (Bild: Pius Amrein / LZ)

Dunkle Wolken über der Luzerner Polizei. Im Bild das Polizeigebäude an der Kasimir-Pfyffer-Strasse in Luzern. (Bild: Pius Amrein / LZ)

Interview Alexander von Däniken

Die Uniform der Luzerner Polizei ist im übertragenen Sinn praktisch reingewaschen. Eine neue Führung unter Kommandant Adi Achermann und dessen Stellvertreter Georges Dumont, interne und externe Untersuchungen sowie seit gestern ein neues, schlankeres Organigramm (Ausgabe vom Mittwoch) sollen die Polizeikrise von 2013 (siehe Box) vergessen machen. Im Interview erklärt der Chef des rund 850-köpfigen Korps, welche schmerzhaften Schritte dafür nötig waren.

Adi Achermann, Ihr Korps präsentiert sich seit Mittwoch in einem neuen Organigramm. Wie viele Kaderleute haben Sie zurückgestuft oder entlassen?

Adi Achermann: Entlassen mussten wir zum Glück niemanden. Ein Kader ist in Pension gegangen und fünf mussten zurückgestuft werden.

Das waren sicher keine einfachen Personalentscheide.

Achermann: Nein, ich hoffe, dass sich die Betroffenen mit der Situation schnell zurechtfinden.

Dass Sie jetzt nur noch fünf Abteilungen und den Kommunikationsdienst direkt unter sich haben, ist für Ihre Übersicht von Vorteil. Doch die Abteilungen sind damit auch grösser geworden. Wie stellen Sie sicher, dass die Abteilungsleiter über alle Vorgänge informiert sind?

Achermann: Ihre Folgerung ist richtig. Trotzdem haben wir uns für die Effizienzsteigerung entschieden. So können wir zusätzlich drei Mann an der Front einsetzen.

Trotzdem bleibt offen, wie zum Beispiel Polizisten unkompliziert Ungereimtheiten melden können.

Achermann: Dafür haben wir unter anderem Qualitätszirkel ins Leben gerufen. Bei unserem Qualitätsmanager sind seit Anfang 2016 schon einige Verbesserungsvorschläge eingegangen – und dies nicht anonym. Das ist sehr erfreulich und entspricht auch unserer Philosophie einer offenen und konstruktiven Zusammenarbeit.

Wie stark war Justiz- und Sicherheitsdirektor Paul Winiker in die Reorganisation integriert?

Achermann: Wir haben mit der Reorganisation schon Ende 2014, also vor Paul Winikers Amtsantritt gestartet. Seit Sommer 2015 hat er uns sehr unterstützt, und die gegenseitige Kommunikation war sehr eng. Das betrifft übrigens alle Projekte der Luzerner Polizei, wie zum Beispiel das neue Stationierungskonzept.

Ihr Stellvertreter Georges Dumont war vor seinem Amtsantritt in Luzern per Anfang 2015 Stabchef bei der Stadtpolizei Winterthur. Nahm er bei der Reorganisation Einfluss?

Achermann: Ja, massgeblich. Aufgrund seiner Erfahrung habe ich ihn auch als Projektleiter eingesetzt.

Und Ihr Anteil? Immerhin waren Sie zuvor in der Luzerner Staatsanwaltschaft tätig, einem anderen Metier.

Achermann: Ich konnte bei der Staatsanwaltschaft reichlich Erfahrungen in der Prozesssteuerung und im Projektmanagement sammeln, zumal ich massgeblich an der Organisationsentwicklung im Rahmen der neuen Strafprozessordnung beteiligt war.

Hat die Luzerner Polizei mit dem neuen Organigramm alle geforderten Massnahmen umgesetzt?

Achermann: Das Organigramm ist nur eine von verschiedenen Massnahmen, die sich zum Teil noch in der Umsetzung befinden. So sind wir derzeit daran, die Prozesse zu überarbeiten.

Wird durch das neue, schlankere Organigramm die Gefahr einer neuen Polizeikrise wie 2013 gebannt oder zumindest minimiert?

Achermann: Die Struktur wirkt sich immer auf die Kultur aus. Insofern ist das Risiko auf jeden Fall kleiner. Natürlich kann es immer zu Friktionen kommen. Dagegen gibt es keine Garantie. Die Polizeiführung wird alles daransetzen, auf mögliche Probleme frühzeitig und korrekt zu reagieren.

Bild: Grafik Neue LZ / Quelle: Luzerner Polizei

Bild: Grafik Neue LZ / Quelle: Luzerner Polizei

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.