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LUZERN: Für die Fasnacht brach er als Bub die Skiferien ab

Patrick Hauser ist Präsident des Lozärner Fasnachtskomitees. Der 54-jährige Mitinhaber des Hotels Schweizerhof in Luzern setzt auf Tradition an der Fasnacht – begrüsst aber auch neue Regeln.
Roger Rüegger
LFK-Präsident Patrick Hauser (54). (Bild: Pius Amrein (Luzern, 16. Februar 2017))

LFK-Präsident Patrick Hauser (54). (Bild: Pius Amrein (Luzern, 16. Februar 2017))

Patrick Hauser, die Spatzen pfeifen es von den Dächern, Sie sind doch nur Präsident des Lozärner Fasnachtskomitees (LFK), um eine bessere Ausgangslage beim Streit um Ihre Lichter im Hotel Schweizerhof zu haben!

Ein gutes Gerücht, aber nicht nahe an der Realität. Die Geschichte mit den Lichtern ist ernst, die Fasnacht nicht ganz. Als ich vor neun Jahren als Delegierter der Zunft zu Safran für das LFK angefragt wurde, wusste ich noch nicht, dass wir einmal farbige Lichter haben würden.

Ja gut, in zwei Jahren wird Ihr Bruder LFK-Präsident sein …

Ich hoffe, dass bis dann die Lichterfrage in unserem Sinn beantwortet ist.

Dieser Hinweis war natürlich an den Haaren herbeigezogen. Was ist der wahre Grund?

Der LFK-Präsi erhält hautnah Einblick in die grosse Arbeit der vielen Chrampfer, ohne die die Lozärner Fasnacht nicht das wäre, was sie ist. Was mich erwartet, wusste ich als Mitglied vom Määrtkomitee einigermassen. Es war klar, dass viele Termine auf mich zukommen würden. Man wird ja oft eingeladen.

Gibt es auch viele unvorhergesehene Situationen?

Ja, etwa die Sache mit den Tagesnummern für die Wagen an den Umzügen. Das LFK hat die Motorfahrzeugkontrolle kontaktiert. Wir haben den Experten bei der Kontrolle der Wagen begleitet. Das hat sicher dazu beigetragen, dass wir Köfferlifasnächtler auch ernst genommen werden – so gut das an der Fasnacht überhaupt möglich ist.

Sie nehmen mir die Frage vorweg. Wie können Sie als rüüdig-verreckte Huerenaff die Fasnacht geniessen – eben als Köfferlifasnächtler?

Da leidet nichts. Würde bringt halt Bürde. Das Fasnächtlen, also Intrigieren, fällt jedoch weg. Aber mir ist es wichtig, den vielen Leuten, die sich für einen warmen Händedruck so sehr für eine gelungene Fasnacht einsetzen, im Namen des LFK mit einem solchen persönlich Danke zu sagen.

Also wiegt die Kette um Ihren Hals nicht allzu schwer?

Die Fasnacht hat noch nicht angefangen, so kann ich dies noch nicht beurteilen. Aber ich freue mich riesig – zumal der späte Start für mich Luxus ist. In anderen Jahren sind die Vorfasnachtsveranstaltungen dicht aneinandergereiht. Dieses Jahr haben wir Luft, ich kann die meisten Termine wahrnehmen.

Wie verändert sich Fasnacht, wenn man in einer Zunft ist?

Als Neuzünftler erlebte ich eine intensive Fasnacht mit vielen Highlights. Am Schmutzigen Donnerstag durften wir im Nauen mitfahren und die Fasnacht eröffnen. Wir waren bei Heimbesuchen dabei und sind am Monstercorso mitgelaufen. Neu nehmen Neuzünftler am «Tschau Fritschi» zum Abschluss der Fasnacht teil. Man erlebt Fasnacht als Fritschifamilie. Das schweisst die Jahrgänger zusammen.

Wie wichtig ist Ihnen die Fasnacht?

Da ich in der Stadt aufgewachsen bin, kam ich nicht um sie herum. Als Kinder konnten wir aus einem riesigen Fundus von Kostümen aussuchen, den unsere Grossmutter hatte. Die ersten Auftritte hatten wir als Cowboy, Indianer und Kaminfeger. Bald bastelten wir Grende. Wir konnten bei Haustechnikern des «Schweizerhofs» auf Unterstützung zählen.

Waren Sie auch in einer Guuggenmusig?

Leider bin ich in der Schule nicht über die Blockflöte hinausgekommen. Das Thema Guuggenmusig war für mich daher nie eines.

Ohne Fasnacht geht es für Sie bestimmt nicht?

Einmal wollte mir mein Götti mit zwei Wochen Skiferien in Pontresina eine Freude machen. Nach einer Woche zog es mich nach Hause, ich musste unbedingt an die Fasnacht.

Stichwort Zuhause: Gibt es Hausregeln in der Fasnachts-Hochburg Schweizerhof?

Einzelne Abteilungen haben ihr eigenes Sujet. Es gibt keinen Zwang und kein Verbot. Unsere Gäste sollen aber erkennen, wer arbeitet und wer nicht.

Müssen Sie vielen Gästen erklären, was Fasnacht ist?

Wer sich bei uns für diese Zeit anmeldet, dem erklären wir die Sache. Wir legen Wert darauf, dass sich niemand gestört fühlt. Wer es gerne ruhiger haben will, dem können wir Alternativen bieten. Es haben aber schon verschiedene Gäste aus mehreren Ländern bewusst die Fasnachtszeit für ihre Ferien in Luzern ausgesucht.

An der Fasnacht gilt eine gewisse Narrenfreiheit. Die Lozärner Fasnacht scheint mit der zunehmenden Regulierung diesen Geist abzuwürgen. Wird das Ihrem Motto «Tradition, wo läbt» nicht ganz gerecht?

An gewissen Orten halten sich jeweils enorm viele Leute auf. Wir bewegen uns im öffentlichen Raum. Das bedeutet, dass etliche Bewilligungen eingeholt werden müssen, wie etwa für den Määrt Unter der Egg. Damit einher geht, dass Vorkehrungen getroffen werden müssen, damit sich jeder wohl fühlen und so frei wie möglich bewegen kann, die Sicherheit aber gewährleistet ist. Das bedeutet zum Beispiel, dass Fluchtwege signalisiert sein müssen.

Das Einbahnregime am Rathaussteg macht ja Sinn. Aber offenbar sind wilde Gruppen nicht erwünscht, oder wie erklären Sie die Erweiterung der Gitter entlang der Umzugsroute?

Wir haben rüüdig Freude an den wilden Gruppen. Dass sich einzelne in den Umzug einreihen, ist völlig in Ordnung. Wir stellten aber fest, dass es zunehmend solche gibt, die nur die Strecke über die Seebrücke mitwirken, damit sie im Fernsehen sind. Das ist nicht der Sinn, zudem wird der Fluss des Umzugs gebremst. Mit zusätzlichen Absperrungen wollen wir dies verbessern.

Warum werden grosse Plätze von IG verwaltet, mit dem Resultat, dass es fixe Belegungspläne gibt?

An der Bahnhofstrasse stehen viele Wagen, die jedes Jahr dasselbe Sujet haben. Es geht denen offenbar nur darum, möglichst laut Musik zu machen und Getränke zu verkaufen. Wir wollen da ein wenig Ordnung reinbringen. Zum Beispiel, dass für jeden Wagen eine Ansprechperson verantwortlich ist.

Weshalb ist das wichtig?

Aus einem Wagen dröhnte letztes Jahr die ganze Nacht Musik, ohne dass eine Ansprechperson vor Ort war. Das hat nichts mit Fasnacht und dem Motto «Tradition, wo läbt» zu tun.

Roger Rüegger

roger.rueegger@luzernerzeitung.ch

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