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LUZERN: Für die Sicherheit der Velofahrer sollen Bäume weichen

Der Quai gehört einzig den Fussgängern! Dafür kämpft ein Verband – und wälzt gleichzeitig Ideen, wie die Situation der Velofahrer andernorts verbessert werden könnte. Die Grünen versuchen es derweil mit einem neuen Kompromissvorschlag.
Velofahrer sollen auf der Haldenstrasse mehr Platz bekommen. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 28. März 2017))

Velofahrer sollen auf der Haldenstrasse mehr Platz bekommen. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 28. März 2017))

Der Luzerner Stadtrat ist einstimmig gegen die Öffnung des Schweizerhof- und des Nationalquais für Velofahrer (Ausgabe vom 21. März). Diesen Entscheid kann der Verband Fussverkehr Region Luzern als wichtigen Etappensieg für sich interpretieren – zumal auch jene Petition eine Rolle gespielt haben dürfte, die der Verband beim Stadtrat eingereicht hatte: 2300 Personen hatten den Vorstoss unterschrieben und sich so für die Beibehaltung der Fussgängerzone am Seeufer stark gemacht.

Trotzdem: Vom Tisch ist das Thema «Velos am Quai» nicht. Am 6. April wird es im Stadtparlament diskutiert. Konkret geht es um zwei Vorstösse dazu. Am weitesten geht ein Postulat von SP und Grünen, die das Velofahren zwischen Luzernerhof und Verkehrshaus grundsätzlich erlauben wollen. Ob diese Forderung im Stadtparlament eine Mehrheit finden wird, ist allerdings fraglich, zumal sie von der GLP abgelehnt wird. Die Grünen haben deshalb am Montag noch ein zweites Postulat nachgereicht, in dem sie eine Kompromisslösung fordern. So soll das Velofahren am Quai wenigstens nachts sowie am frühen Morgen erlaubt sein – allerdings nicht auf E-Bikes. Dieser Vorschlag könnte zumindest bei Teilen der CVP auf Zuspruch stossen.

Gefährlichkeit wird «herbeigeredet»

Für die GLP hingegen ist auch dies kein gangbarer Weg – genauso wenig wie für Kurt Aeschlimann, Präsident von Fussverkehr Luzern: «Es kann keinen Kompromiss geben. Der Quai muss den Fussgängern vorbehalten bleiben.» Andernfalls werde die Sicherheit der Fussgänger in Frage gestellt – während gleichzeitig die Velofahrer kaum einen Sicherheitsgewinn hätten. Tatsächlich argumentiert auch der Stadtrat, dass die Zu- und Wegfahrten zum Quai für Velofahrer sogar ein zusätzliches Risiko darstellen würden. Die Gefährlichkeit des heutigen Velostreifens auf der Haldenstrasse werde ohnehin «herbeigeredet», findet Kurt Aeschlimann. Dennoch will er nicht einfach die Fussgängerzone am Quai verteidigen, sondern auch Vorschläge liefern, wie die Situation der Velofahrer auf der Haldenstrasse verbessert werden könnte. So schlägt sein Verband vor, die Bäume vor dem Fitnesscenter National durch Topf-Bäume zu ersetzen. So könne die Strasse um 50 Zentimeter verbreitert und auf der gegenüberliegenden Strassenseite mehr Platz für Velofahrer geschaffen werden. Denn der Bereich vor dem Hotel National ist eine der kritischsten Stelle auf der Haldenstrasse: Häufig stehen dort Lastwagen zur Hälfte auf dem Velostreifen. Weiter sollte man eine Temporeduktion auf der Haldenstrasse prüfen, findet Kurt Aeschlimann. Sprich: Tempo 30 zwischen Luzernerhof und Dietschiberg. «Dies wäre ein Gewinn für die Sicherheit aller Velofahrer», ist Aeschlimann überzeugt.

Für Nico van der Heiden, Präsident von Pro Velo, gehen diese Vorschläge in die richtige Richtung. Aus Erfahrung weiss er allerdings, dass es Ideen zur Verbesserung der Sicherheit auf der Haldenstrasse schwer haben. So habe Pro Velo immer wieder Vorschläge gemacht, von denen aber kaum je einer umgesetzt worden sei. Kommt hinzu: «Selbst mit allen erdenklichen Massnahmen wird das Velofahren am Quai immer sicherer sein als auf der Haldenstrasse.»

Stadt will Vorschläge prüfen

Die Stadtregierung ist «bereit, nochmals Verbesserungen für die Verkehrssicherheit auf der Haldenstrasse zu prüfen», wie Stadtrat Adrian Borgula (Grüne) sagt. Die engen Platzverhältnisse würden aber wenig Spielraum lassen. Die Idee, die Bäume zu entfernen, sei im Stadtrat noch nicht diskutiert worden. Eine Veränderung des Tempolimits auf der Haldenstrasse wiederum liegt nicht in der Kompetenz der Stadt, sondern in jener des Kantons. Dieser allerdings wehrt sich bisher grundsätzlich gegen 30er-Zonen auf Hauptstrassen.

Robert Knobel

robert.knobel@luzernerzeitung.ch

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