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LUZERN: «Full House» dank Megakonzert

Ausgebucht: 70 000 Zuschauer werden am «Allmend rockt» erwartet. Die Gastronomie in der Region erzielt dadurch hohe Gewinne – die Stadt auch.
Christian Hodel
«Die Auslastung dürfte nahezu bei 100 Prozent liegen», sagt Patric Graber, Luzern Hotels. (Bild: Corinne Glanzmann (Neue LZ))

«Die Auslastung dürfte nahezu bei 100 Prozent liegen», sagt Patric Graber, Luzern Hotels. (Bild: Corinne Glanzmann (Neue LZ))

Christian Hodel

Ob Fünfsternehotels oder einfache Herbergen: Am ersten Juniwochenende ist wenig zu wollen. Die Stadt Luzern wird voll sein – bis auf den letzten Platz.

Bis zu 70 000 Zuschauer erwarten die Organisatoren von «Allmend rockt» an diesem 3. und 4. Juni. Und die Festivalgänger aus dem In- und Ausland müssen untergebracht sein. Das bringt den Luzerner Hotels eine derart hohe Belegung wie selten zuvor.

Ausweichen in die Agglomeration

«Die Stadt ist ausgebucht», sagt Patric Graber vom Hotel Waldstätterhof und Präsident von Luzern Hotels, dem Fach- und Berufsverband der Hoteliers in der Stadt Luzern. Am 3./4. Juni «dürfte die Auslastung nahezu bei 100 Prozent liegen». Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr – als das Festival nicht stattfand – waren am ersten Juniwochenende 90 Prozent der Betten in der Stadt Luzern belegt. Wer nun, ein Jahr später, in der Region noch eine Schlafgelegenheit sucht, muss sich mächtig sputen und auf die Agglomeration ausweichen. «Hier gibt es noch vereinzelte freie Zimmer», sagt Patric Graber.

Die Luzerner Hotels profitieren vom Riesen-Event aber nicht nur wegen der vollen Belegung, auch die Zimmer können sie teurer vermieten. Einige Hotels verlangen am ersten Juniwochenende gut und gerne 50 Prozent mehr für eine Übernachtung als in der eher flauen Wintersaison, wie eine Umfrage unserer Zeitung bei verschiedenen Hoteliers in der Stadt Luzern zeigt.

53 zusätzliche Züge im Einsatz

«Wegen des Grossanlasses werden die Preise sicherlich noch etwas höher sein. Vor allem, wenn es nun um die noch letzten Zimmer geht in der Stadt Luzern», sagt Graber. Astronomische Preise würden die Hoteliers aber nicht verlangen. «Im Juni sind wir schon in der Hochsaison. An den Tagen des Anlasses wird ein Zimmer vielleicht noch rund 10 Prozent teurer sein.»

Übrigens: Besondere Vorkehrungen wegen der Festivalbesucher hat keines der angefragten Hotels getroffen. Man gehe davon aus, dass sich die Gäste ruhig verhalten und die Zimmer in einem ordentlichen Zustand zurücklassen würden, heisst es. Wo indes die Rockmusiker untergebracht sind, denen das Image anhaftet, luxuriöse Hotelzimmer in einem Scherbenhaufen zurückzulassen, ist nicht klar. Der Veranstalter äussert sich dazu nicht. Verschiedene Hoteliers vermuten aber, dass einige Stars wegen der starken Auslastung gar nicht in Luzern nächtigen.

Der Anlass mit 20 000 Zuschauern am Freitag und 50 000 am Samstag ist ausgebucht – Tickets sind derzeit laut Veranstalter keine mehr erhältlich. Für die privaten Organisatoren und die Stadt Luzern wiederum ist er eine logistische Herausforderung.

Rund 20 Extrazüge seitens der Zentralbahn von der Allmend zum Bahnhof Luzern verkehren pro Abend – die SBB ihrerseits bieten am Freitag drei zusätzliche Züge im Regional- und Fernverkehr an. Am Samstag sind es gar deren zehn. Kostenpflichtige Park-and-ride-Anlagen sind ab den Autobahnausfahrten Rothenburg, Buchrain und Horw signalisiert. Es sind Shuttlebusse im Einsatz, alternativ kann der Weg zu Fuss zurückgelegt werden, wie der Veranstalter auf Anfrage mitteilt.

Kommt zu massiven Behinderungen

Im gesamten Grossraum Luzern muss das ganze Wochenende über mit erheblichen Verkehrsbehinderungen und Lärmemissionen gerechnet werden. Mit den Aufbauarbeiten für das Festival wird laut den Organisatoren bereits eine Woche zuvor, am 27. Mai, begonnen. Am 8. Juni soll dann die Allmend wieder wie gewohnt daherkommen.

Doch was bringt der Riesen-Event der Stadt Luzern ausser einem riesigen Verkehrsaufkommen? Touristisch sei der Anlass sicherlich interessant, findet Sibylle Gerardi von Luzern Tourismus. Nicht nur für die Hotels, sondern für die gesamte Gastronomieszene. Wie gross die Wertschöpfung des Anlasses für die Region sein wird, ist allerdings unklar. «Wir verfügen noch nicht über konkrete Kennzahlen zur wirtschaftlichen, ökologischen und soziokulturellen Nachhaltigkeit des Anlasses», teilt Mario Lütolf, Leiter Stadtraum und Veranstaltungen, mit.

Stadt kassiert ab

Klar ist: Für die Behörden sind die Rocker auch ein Geldsegen. Die Konzerte – unter anderem spielen die deutsche Band Rammstein und die britischen Musiker von Iron Maiden – generieren laut aktuellen Schätzungen Billettsteuereinnahmen von rund 800 000 Franken und Quellensteuereinnahmen von weiteren 300 000 Franken. Kosten entstehen für die Stadt laut Lütolf keine. Er sagt: «Alle Aufwendungen für Dienstleistungen der Stadt vor Ort sind durch den Veranstalter zu tragen.»

Hinweis

Das Festival «Allmend rockt» findet am 3. und 4. Juni auf dem Zirkusplatz bei der Luzerner Allmend statt. Mehr Informationen finden Sie unter: www.allmend-rockt.ch. Alle Infos zur Anreise sind unter www.sonisphere-festival.ch oder unter www.sbb.ch/allmend-rockt abrufbar.

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