LUZERN: Fumetto zeigt Trends in der Sprechblasenkunst

Das internationale Comix-Festival Fumetto zeigt ab Samstag in Luzern einen Querschnitt durch das zeitgenössische Comic-Schaffen. Dazu gehören auch Geschichten, die fürs Smartphone und Tablet gezeichnet werden.

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Tanja Grüter (links) und Melisa Schaad gestalten den Infopavillon des Fumetto. (Bild: PD)

Tanja Grüter (links) und Melisa Schaad gestalten den Infopavillon des Fumetto. (Bild: PD)

«Motion Comics» heisst die Ausstellung, an der das erneut dezentral organisierte Fumetto das Werk von Comic-Künstlern zeigt, die die technischen Möglichkeiten digitaler Träger ausnutzen. Die Comic-Bilder bewegen sich, sind mit Sound unterlegt und erlauben es dem User, mit der Geschichte zu interagieren.

Comic, Illustration, Animation und Gamedesign werden so zu einer Kunstform verbunden, in der neue technische Möglichkeiten genutzt werden. Der Besucher der Ausstellung kann sich durch die präsentierten Geschichten klicken, wischen, tippen oder hören.

Impressionen vom 23. Internationalen Comix-Festival Fumetto in Luzern. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
32 Bilder
Impressionen vom 23. Internationalen Comix-Festival Fumetto in Luzern. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Impressionen vom 23. Internationalen Comix-Festival Fumetto in Luzern. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Impressionen vom 23. Internationalen Comix-Festival Fumetto in Luzern. (Bild: Keystone)
Impressionen vom 23. Internationalen Comix-Festival Fumetto in Luzern. (Bild: Keystone)
Impressionen vom 23. Internationalen Comix-Festival Fumetto in Luzern. (Bild: Keystone)
Impressionen vom 23. Internationalen Comix-Festival Fumetto in Luzern. (Bild: Keystone)
Impressionen vom 23. Internationalen Comix-Festival Fumetto in Luzern. (Bild: Keystone)
Impressionen vom 23. Internationalen Comix-Festival Fumetto in Luzern. (Bild: Keystone)
Mit dem Stargast Gabriella Giandelli präsentiert das Festival
die Retrospektive einer der wichtigsten Comic-Künstlerinnen Europas. (Bild: PD)
Gabriella Giandelli (*1963, Mailand) hat mit Buntstiften und ihrer bewusst
naiven Bildfindung eine individuelle und unverwechselbare Bildsprache
geschaffen. (Bild: PD)
In ihrem zurückhaltenden, aber einzigartigen Stil entwirft die
italienische Zeichnerin märchenhafte Szenarien, die gleichzeitig vertraut
erscheinen und Surreales bergen. (Bild: PD)
Das Künstlerduo Monde Binaire verbindet beispielsweise den
gedruckten Comic mit einer App, welche es dem Anwender erlaubt, mit
der Geschichte und ihren Charakteren zu interagieren. In der Ausstellung
können sich die Besucher durch die präsentierten Projekte klicken,
wischen, tippen oder hören. (Bild: PD)
Die aus Frankreich stammende Zeichnerin Peggy Adam (*1974, Jarny)
lebt heute in Genf und arbeitet seit über zehn Jahren als Illustratorin
sowie als Comic- und Kinderbuchautorin. In ihrem Werk reflektiert
Peggy Adam die Verhältnisse und Gefühle der Menschen untereinander,
untersucht Macht und Abhängigkeit und beleuchtet in verschiedenster
Weise die Stellung von Frauen in der heutigen Gesellschaft und auf der
ganzen Welt. (Bild: PD)
Aus Südafrika präsentiert Fumetto den Senkrechtstarter
Robin Rhode, welcher mit seiner zweidimensionalen Street Art als
Perfomer in Interaktion tritt und der Zeichnung damit neue Dimensionen
eröffnet. (Bild: PD)
Im offenen Atelier der Heilig-Geist-Kapelle empfängt Olivier Kugler
(*1970, Stuttgart) die Besucher. Mit dem Ziel eine Comic-Reportage über
Flüchtlinge im irakischen Kurdistan zu erarbeiten, ist der in London
lebende Künstler letzten Dezember zusammen mit Médecins Sans Frontières
/ Ärzte ohne Grenzen (MSF) ins Lager Domiz gereist. (Bild: PD)
Nobrow aus Grossbritannien ist eine alternative Plattform für Illustration, Graphic- und Comic-Art, vor deren Geschick sowohl Comic-Kenner wie auch Liebhaber der schönen Bücher weltweit den Hut ziehen. (Bild: PD)
Als Plattform für junge Künstlerinnen und Künstler hat sich die Fumetto-
Schleuder als fixer Festival-Programmpunkt etabliert. Zum ersten
Mal in der Geschichte erhalten gleich zwei Künstlerinnen die Möglichkeit,
sich dem Festivalpublikum zu präsentieren. Johanna Schaible (*1984,
wohnhaft in Bern) und Dimitra Charamanda (*1988, wohnhaft in Solothurn)
schlossen im Sommer 2013 ihr Studium im Bereich «Illustration
Fiction» an der Hochschule Luzern - Design & Kunst ab. Während Charamanda (Bild) Malerei und Text zu assoziativer Erzählung verbindet... (Bild: PD)
... arbeitet Schaible mit Collage und grafischen Elementen und untersucht, wie Form
auf Inhalt reagiert. (Bild: PD)
Nebst der Hauptausstellungen bietet Fumetto - Int. Comix-Festival
Luzern ein reichhaltiges Vermittlungs- und Rahmenprogramm, Abendveranstaltungen
sowie Vermittlung und Betreuung für Kinder und Jugendliche. (Bild: PD)
Die Festivalleitung 2014: Jana Jakoubek (Künstlerische Leiterin), Edina Kurjakovic (Leiterin Administration & Organisation) und Andrea Leardi (Leiterin Kommunikation & Marketing). (Bild: PD / Monica Tarocco)
Eric Lambé aus Belgien gilt als Pionierfigur des experimentellen Comics. (Bild: PD)
Dongery / Norwegen (Bild: PD)
Comic Pop Up Center  / Finnland (Bild: PD)
Comic Pop Up Center  / Finnland (Bild: PD)
Impressionen vom 23. Internationalen Comix-Festival Fumetto in Luzern. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Impressionen vom 23. Internationalen Comix-Festival Fumetto in Luzern. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Impressionen vom 23. Internationalen Comix-Festival Fumetto in Luzern. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Impressionen vom 23. Internationalen Comix-Festival Fumetto in Luzern. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Impressionen vom 23. Internationalen Comix-Festival Fumetto in Luzern. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Impressionen vom 23. Internationalen Comix-Festival Fumetto in Luzern. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Impressionen vom 23. Internationalen Comix-Festival Fumetto in Luzern. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Blick hinter die Fassade

Eine weitere Hauptausstellung ist der italienischen Künstlerin Gabriella Giandelli gewidmet. Die 1963 geborene Mailänderin malt mit Bundstiften naiv wirkende Bilder, die Vertrautheit und Surrealität vermitteln. Die Fumetto-Macher zählen Giandelli zu den wichtigsten Comic-Zeichnerinnen Europas. Sie ziehe den Leser mit geisterhaftem Sog hinter die Fassade der Normalität.

Im «Comic Pop Up Center», einer weiteren Hauptausstellung, werden nicht nur fertige Comic-Geschichten präsentiert, sondern auch deren Entstehung gezeigt. Diese Ausstellung führt finnisches und Luzerner Comic-Schaffen zusammen.

Das Entstehen eines Comic kann auch bei Eric Lambé mitverfolgt werden. Als Artist in Residence hat er die Aufgabe, seine Ausstellung täglich um eine Seite wachsen zu lassen. Der 1966 geborene Lambé ist eine Pionierfigur des experimentellen Comic.

Comic-Performance

Ins Festival miteinbezogen ist mit seiner Sonderausstellung (-1.6.) zu Robin Rhode auch das Kunstmuseum. Der 1976 geborene Südafrikaner Robin Rhode thematisiert in seinen Werken den Zusammenprall der westlichen und der südafrikanischen Moderne. Er kombiniert Zeichnen mit Performance, indem er Zeichnungen an die Wand malt, diese mit seinem Körper inszeniert und dann mit der Kamera festhält.

An weiteren Ausstellungen zu sehen sind die Teams Nobrow aus England und Dongery aus Norwegen, der Reportagen-Zeichner Olivier Kugler und die Zeichnerin Peggy Adam. An der Fumetto-Schleuder können sich die jungen Künstlerinnen Dimitra Charamanda (geboren 1988) und Johanna Schaible (1984) an einer Einzelausstellung präsentieren.

Jedes Jahr führt Fumetto auch einen Wettbewerb durch, an dem sich jährlich hunderte jüngere und ältere Künstler aus der ganzen Welt beteiligen. Das diesjährige Thema heisst «Genuss oder Sucht».

Das Fumetto dauert vom 5. bis 13. April.

Hinweis: Infos auf www.fumetto.ch

Tanja Grüter (links) und Melisa Schaad gestalten den Infopavillon des Fumetto. (Bild: PD)

Tanja Grüter (links) und Melisa Schaad gestalten den Infopavillon des Fumetto. (Bild: PD)

Malerlehrlinge im Einsatz

Auch in diesem Jahr sind Luzerner Malerlehrlinge für das Fumetto im Einsatz. Sie gestalten den Infopoint des Festivals, welcher an prominenter Lage am Bahnhof Luzern stehen wird. Zudem helfen sie bei den Vorbereitungsarbeiten für verschiedene Ausstellungen mit. Der Malerunternehmerverband unterstützt das Fumetto seit vielen Jahren und will mit der Aktion auf das Fachwissen seiner Mitglieder hinweisen.

Infos: www.luzernermaler.ch

Das Projekt «Nuit blanche». (Bild: PD)

Das Projekt «Nuit blanche». (Bild: PD)

Hochschule am Festival

Johanna Schaible aus Bern und Dimitra Charamanda aus Solothurn, zwei Illustrationsabsolventinnen der Hochschule Luzern – Design & Kunst, zeigen am Fumetto ihre Arbeiten. Ihr Projekt «Nuit blanche», französisch für schlaflose Nacht, umfasst eine Publikation und eine Ausstellung, die die Betrachter mit auf die Reise durch eine Nacht nimmt, in der alles möglich scheint.

Zudem ist die Hochschule mit verschiedenen Veranstaltungen beteiligt, u.a. mit einem zehnteiligen Vortragsprogramm und einem Podiumsgespräch. Weiter gibt es zwei Buchpräsentationen: Vorgestellt werden der Sammelband «Wissen durch Bilder», der aus einem Forschungsprojekt zum Thema Sachcomics heraus entstand sowie das experimentelle Buch «In Bildern denken», das danach fragt, wie Autoren und Wissenschaftlerinnen aus ganz verschiedenen Disziplinen verschiedene Zeichnungen lesen.

Infos: www.hslu.ch/d-fumetto

sda/rem

Mit dem Stargast Gabriella Giandelli präsentiert das Festival
die Retrospektive einer der wichtigsten Comic-Künstlerinnen Europas. (Bild: PD)

Mit dem Stargast Gabriella Giandelli präsentiert das Festival die Retrospektive einer der wichtigsten Comic-Künstlerinnen Europas. (Bild: PD)