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LUZERN: Fusion: Schifffahrt stellt sich frisch auf

Die Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees trennt ihre strategische und operative Tätigkeit. Möglich macht dies eine neue Firmenstruktur.
Josias Clavadetscher
Das neue SGV-Schiff MS Diamant (vorne) führte die Schiffsparade auf dem Vierwaldstättersee an. (Bild: Philipp Schmidli)

Das neue SGV-Schiff MS Diamant (vorne) führte die Schiffsparade auf dem Vierwaldstättersee an. (Bild: Philipp Schmidli)

Die Aktionärsversammlung der Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees AG (SGV) vom Dienstag, 5. Juni, im KKL Luzern muss sich mit einem beachtlichen Brocken auseinandersetzen (siehe Kasten): Es geht um eine neue Firmenstruktur. Den bisherigen SGV-Firmen wird neu eine Holding übergestülpt. Der Verwaltungsrat ist der Ansicht, dass ­damit die strategische Weiter­entwicklung der ganzen SGV-Gruppe besser unterstützt und realisiert werden kann.

Aus der alten SGV wird die SGV-Holding

Umgesetzt wird dies mit einer ­Fusion. Die bisherige SGV AG geht durch eine Fusion in die neue SGV Holding AG über. Die heutigen Aktionäre werden somit auch die Aktionäre der neuen Holding sein. Diese ist eine reine Managementholding. Sie ist nicht für ­operative Aufgaben zuständig, besorgt aber Verwaltung, Finanzierung und Führung der Beteiligungen und ist für gruppenübergreifende Aufgaben wie IT, ­Sicherheit, Finanzen, Controlling, Support und Personaladministration zuständig. Gleichzeitig wird der operative Schiffsbetrieb an eine «neue» SGV AG über­tragen. Diese Schifffahrtsgesellschaft wird auch Eigentümerin ­aller Schiffe und der Schiffstationen sein. Zudem hält sie eine ­Beteiligung an der letztes Jahr neu gegründeten SGV Express AG, welche die direkte Schiffsverbindung zwischen Luzern und Kehrsiten-Bürgenstock betreibt.

Die neue SGV AG wird zur Tochter der SGV Holding AG, genau gleich wie die Tavolago AG für den ganzen Bereich Gastro und Hotellerie oder die Shiptec AG für den Geschäftsbereich Schiffbau.

Komplizierter Umbau des Aktienbestands

Am meisten Kopfzerbrechen auf dem Weg zur neuen Struktur verursachte der Umbau des Aktienbestands. Bisher kannte die Schifffahrtsgesellschaft rund 10 300 Stammaktien zu nominal einem Franken und etwa 31 000 Vorzugsaktien zu nominal 250 Franken. Entsprechend waren auch die Stimmrechte unterschiedlich. Neu soll eine Einheitsaktie zum Nennwert von 40 Franken eingeführt werden. Damit werden alle Aktionäre mit je einer Stimme pro Aktie gleich behandelt, und die Aktienstruktur wird vereinheitlicht. Um den Umtausch der Aktien zu ermöglichen, werden je nach Aktienanteil sogenannte Spitzenausgleiche bezahlt. Gesamthaft werden dafür 645 000 Franken aufgewendet, die bar ausbezahlt werden.

Das Aktienkapital der neuen Holding beträgt 6,5 Millionen Franken. Die künftig 162 500 neuen Einheitsaktien werden als nicht kotierte Nebenwerte am Markt gehandelt. Nach Genehmigung des Fusionsvertrags und damit der Konzernstruktur werden die alten Aktien in zwei Schritten umgetauscht. Wer die alten Aktien als nostalgisches Dokument behalten will, erhält diese anschliessend entwertet zugestellt.

Josias Clavadetscher

redaktion@bote.ch

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