LUZERN: Fusionsentwurf bis im Februar 2015

In Egolzwil und Wauwil wird seit dem Sommer intensiv an einer Fusion gearbeitet. Die Gemeinden informierten nun erstmals die Bevölkerung über den Stand der Verhandlungen.

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Grosser Aufmarsch an der Infoveranstaltung zwischen Wauwil und Egolzwil. (Bild: PD)

Grosser Aufmarsch an der Infoveranstaltung zwischen Wauwil und Egolzwil. (Bild: PD)

230 Egolzwiler und Wauwiler folgten am Montagabend einem Aufruf zu einem Infoanlass über den Stand der Fusionsgespräche. Projektleiter Peter Mendler informierte, dass bis im Februar 2015 ein erster Fusionsentwurf vorliegen soll. Danach werde bis zum Sommer ein Fusionsvertrag erarbeitet. Dieser soll einen Vorschlag enthalten, wie sich die Behörden nach der Fusion organisieren wollen, wie die neue Gemeinde heissen wird und wie die Wappen künftig aussehen. Danach soll am 29. November an der Urne über das Fusionsprojekt abgestimmt werden. Der Zusammenschluss soll auf anfangs 2017 erfolgen.

Schon länger läuft die Fusion der Schulen. Das Projektteam hat entschieden, nach der Fusion auf der Primarstufe mit einem einzigen Schulmodell weiterzufahren. Im Moment zur Auswahl stehen die Modelle Jahrgangsklassen und altersgemischtes Lernen. Im Dezember wird über das definitive Modell entschieden.

Der beste Beweis für die Annäherung der beiden Gemeinden sei das Resultat der Umfrage vom Januar 2014, wie Egolzwils Gemeindepräsident Urs Hodel ausführte. 84 Prozent der Umfrageteilnehmer in beiden Gemeinden sahen die Zeit reif, um das Thema der Vereinigung wieder aufzunehmen. Vor gut acht Jahren scheiterte eine Fusion, weil Egolzwil das Veto einlegte.

Was die Bevölkerung beschäftigte

Am Schluss der Veranstaltung meldeten sich Egolzwiler und Wauwiler zu Wort. Walter Fischer aus Wauwil wollte wissen, welche der Gemeinden den Antrag für ein Fusionsprojekt gemacht habe? Das könne heute nicht mehr ausgemacht werden, weil es keinen offiziellen Antrag gebe, sagte Urs Hodel, Gemeindepräsident von Egolzwil. Die beiden Gemeinderäte haben sich an der Jahressitzung über diese Möglichkeit ausgetauscht. «Sukzessiv sind wir zur Einsicht gelangt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.»

Ein Vater verwies auf den unsicheren Schulweg im Bereich Kirche-Steinacher im Falle eines Schüleraustauschs und bat die Verantwortlichen, den Sachverhalt zu prüfen. Jakob Lütolf, Gemeindepräsident von Wauwil, bejahte dies.

Und die Gegner von damals, wo stehen sie heute? fragte Urs Hunziker. «Gegner sind meistens nicht öffentlich. Wir gehen offensiv vor, möchten die Bürger informieren und sie von der guten Sache überzeugen», sagte Gemeindepräsident Hodel. «Andere Meinungen dürfen sein; sie gehören zu unserem Demokratieverständnis. Aber eine Klagemauer vor dem Gemeindehaus, wie sie beim letzten Mal aufgestellt wurde, das werden wir dieses Mal nicht dulden», versicherte Jakob Lütolf. Auf die Frage des Namens angesprochen, antwortete der Egolzwiler Gemeindepräsident: «Im Teilprojekt Strategie werden wir alle Argumente sorgfältig prüfen und einen Vorschlag zuhanden der Projektsteuerung erarbeiten.»

Was geschieht mit der Schulfusion, falls die Vereinigung der beiden Gemeinden abgelehnt wird? Dies eine weitere Frage aus dem Plenum. Die beiden Räte hätten die Frage intensiv diskutiert: «Wir sind der Überzeugung, dass wir diese Fusion als Ganzes wollen, weil sie nur als Ganzes Sinn macht.»

Zum Schluss gab Alois Hodel von Egolzwil eine Idee mit auf den Weg: Er plädierte dafür, die beiden Gemeindeblätter schon vor der Fusion wieder zusammenzuführen. «Das wäre im Moment ein positives Zeichen der Zusammenarbeit.»