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LUZERN: Gehalt von EWL-Chef sorgt für rote Köpfe

Am 13. Mai wird der EWL-Geschäfts­bericht publiziert. Darin werden auch die Vergütungen veröffentlicht, die CEO Stephan Marty fürs Jahr 2015 überwiesen wurden. Die Summe löst in der Belegschaft heftige Diskussionen aus.
Thomas Heer
EWL-CEO Stephan Marty. (Archiv) (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

EWL-CEO Stephan Marty. (Archiv) (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Thomas Heer

Die Informationsveranstaltung für das Personal von Energie Wasser Luzern, kurz EWL genannt, fand am 13. April statt. Die Angestellten wurden über allerlei Wichtiges in Kenntnis gesetzt. Dabei informierte die Betriebsleitung natürlich auch über die relevanten Kennzahlen des Jahres 2015. Viel Erfreuliches konnte in diesem Zusammenhang vermeldet werden. So stieg der Reingewinn aus dem Jahr 2014 von 31,7 Millionen Franken nochmals deutlich und liegt nun neu bei 37,8 Millionen Franken.

Thematisiert wurden auch die Vergütungen, die an den EWL-Chef Stephan Marty (Bild) gezahlt wurden. Er sagt: «Ich wollte nicht, dass das Personal meinen Lohn aus der Zeitung erfährt.»

Frage der Verhältnismässigkeit

An dieser Stelle ein kurzer Einschub: Diese Fakten werden erstmalig kommuniziert. Das Parlament beschloss nämlich letztes Jahr, dass die Gehälter der Chefs und der städtischen Betriebe in Zukunft offengelegt werden müssen. Wie die VBL ist auch die EWL als privatrechtliche Aktiengesellschaft organisiert und gehört zu 100 Prozent der Stadt Luzern.

Zurück zu Martys Vergütungen: Personen, die im Vertrauen mit der «Zentralschweiz am Sonntag» sprachen, nannten unabhängig voneinander die Gesamtsumme von zirka 372 000 Franken. Gemäss Augenzeugen stiess vor allem Martys sogenannter variabler Lohnanteil, landläufig auch Bonus genannt, bei einem Teil der Angestellten auf Unverständnis und Kopfschütteln. Denn dieser variable Lohnanteil betrug im Fall von Stephan Marty fürs letzte Jahr exakt 185 227 Franken. Diese Zahl bestätigte EWL, nachdem das Unternehmen mit den Recherchen unserer Zeitung konfrontiert worden waren. Zum Vergleich: Bei einem Anstellungsverhältnis von 100 Prozent wurde jedem Angestellten fürs Jahr 2015 2669 Franken Bonus ausbezahlt. Trotz der unterschiedlichen Lohnsysteme von Kader und Angestellten ist für viele Mitarbeiter der sehr hohe variable Lohnanteil des CEO nicht nachvollziehbar.

Stephan Marty präzisierte auch seine übrigen Bezüge. Der Basislohn beträgt somit 162 890, die übrigen Vergütungen, auch unter dem Begriff Spesen bekannt, 25 514 Franken. Total erhielt der CEO somit 373 631 Franken. Das ist viel Geld, ein Normalsterblicher kann davon nur träumen. Martys Gehalt liegt auch deutlich über jenem von VBL-Chef Norbert Schmassmann. Am 24. Mai 2015 publizierte die «Zentralschweiz am Sonntag» unter dem Titel «Ich will, dass die Diskussionen aufhören», dass Schmassmann fürs Jahr 2014 alles in allem rund 260 000 Franken erhielt. Schmassmann meldete sich via seinen Pressesprecher bei der Redaktion und wollte nach dem erwähnten Parlamentsbeschluss die Karten auf den Tisch legen.

Sehr gute Löhne: Eine «Altlast»

Bei Lohnvergleichen droht die Gefahr, dass Äpfel mit Birnen verglichen werden. Ein Stammtischredner könnte einwenden, Marty verdiene ja mehr als Stadtpräsident Stefan Roth, der etwas über 200 000 Franken bezieht. Roth übt aber ein politisches Amt aus und wird vom Volk gewählt. Marty, Ingenieur HTL und Wirtschaftsingenieur STV, hingegen, bekleidet einen Spitzenjob als Manager und wird auf dem freien Arbeitsmarkt aufgrund seines beruflichen Leistungsausweises rekrutiert.

Auch der Vergleich mit Norbert Schmassmann kann nur bedingt herangezogen werden. Schmassmann ist im Bereich öffentlicher Verkehr tätig, der 54-jährige Marty hingegen in der Energiewirtschaft. Eine Luzerner Personalvermittlerin erklärt, dass im Energiesektor generell sehr gute Löhne bezahlt würden, und spricht von einer «Altlast». Will heissen: Wie lange noch?

Grösse spielt wichtige Rolle

Vergleichen kann man das Gehalt von Marty zum Beispiel mit jenem von CKW-CEO Felix Graf. Gemäss Geschäftsbericht bezog dieser für die zwölf Mo-nate 2014/15 ein Bruttogehalt von 410 000 Franken, dazu kam ein variabler Lohnanteil von 200 000 Franken. Nur: Die CKW sind wesentlich grösser als die EWL. Und das scheint in dieser Branche kein unerheblicher Faktor zu sein. Denn gemäss «Handelszeitung» vom März dieses Jahr erhielt BKW-CEO Suzanne Thomas fürs Jahr 2015 ein Gehalt von 1,2 Millionen Franken. Die BKW ist hinter der Alpiq und der Axpo die drittgrösste Schweizer Energieversorgerin.

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