«Luzern gehen potenzielle Firmen flöten»

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Innovationspark Mit der Tiefsteuerstrategie, die 2011 vom Luzerner Stimmvolk angenommen wurde, wollte man mehr Firmen in den Kanton Luzern locken. Laut Wirtschaftsförderung siedelten bisher aber nur wenige Firmen an. Obschon auch SVP-Nationalrat Franz Grüter von der Tiefsteuerstrategie überzeugt ist, übt er harsche Kritik – und zwar an deren Umsetzung. Als aktuelles Beispiel nennt er den Innovationspark Zentralschweiz – ein Gebäude, worin Firmen Ideen austauschen und Forschung betreiben können. Dieses Projekt wird nun in Rotkreuz realisiert (Ausgabe vom Donnerstag). Grüter: «Da gehen dem Kanton Luzern viele potenzielle Firmen flöten.» Er ist überzeugt: «Hätte sich die Regierung stärker dafür eingesetzt, hätte der Park ins D4 Business Village Luzern in Root integriert werden können.»

Der Grund für den Entscheid gegen den Luzerner Standort war – gemäss Begründung des Vereins Innovationspark Zentralschweiz – die fehlende Nähe zu einer Hochschule, wie Ernst Mäder sagt. Mäder ist Finanzchef der Schweizerischen Unfallversicherung Suva. Diese ist Mitbegründerin und Bauherrin des Technoparks Luzern, den es seit 13 Jahren gibt – eine ähnliche Organisation wie der Innovationspark. Mäder: «Es wäre eine Win-win-Situation gewesen. Man hätte Synergien nutzen können, da etwa 40 Firmen im Technopark untergebracht sind.» Er sei erstaunt, dass das Projekt nach Zug geht, zumal die unmittelbare Nähe einer Hochschule laut ihm kein Kriterium war. Er betont, die Zuger Regierung und Initianten hätten sich «mächtig ins Zeug» gelegt und offenbar nichts dem Zufall überlassen. Bei einer Realisierung im D4 hätte die Suva die Entwicklung des Parks massgeblich finanziell unterstützt. Die Regierung lässt diese Kritik nicht gelten, wie Regierungsrat Robert Küng (FDP) sagt. «Wir haben uns klar positioniert und Initiative ergriffen, um die Hochschule Luzern zu stärken und den Park im Kanton Luzern realisieren zu können.» Anders als Mäder sagt Küng, dass die Kriterien die Nähe zu einer Hochschule vorschreiben würden, was das D4 ausschloss. Küng betont, dass der Kanton und die Gemeinde Horw darum eine finanzielle Unterstützung für den Standort Campus Horw angeboten haben. Der Antrag wurde abgelehnt. (kuy)