LUZERN: Gesundheitskosten steigen um fast 20 Prozent

Der Kanton muss sich stärker an den Kosten des Kantonsspitals beteiligen. Davon profitieren könnten die Luzerner Prämienzahler.

Cyril Aregger
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Der Kanton muss seine Beteiligung am Kantonsspital erhöhen. Im Bild der Operationssaal im Kinderspital des Luzerner Kantonsspitals. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Der Kanton muss seine Beteiligung am Kantonsspital erhöhen. Im Bild der Operationssaal im Kinderspital des Luzerner Kantonsspitals. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Um knapp 20 Prozent steigen im Kanton Luzern die Ausgaben im Gesundheitsbereich bis 2017. Konkret von gut 300 Millionen Franken 2014 auf über 354 Millionen 2017, wie dem Aufgaben- und Finanzplan 2014–2017 des Kantons – der vom Kantonsrat nicht genehmigt wurde – zu entnehmen ist.

Bund verlangt höhere Beteiligung

Ein wesentlicher Grund für das starke Ausgabenwachstum ist das nationale Krankenversicherungsgesetz. Dieses sieht vor, dass die Kantone bis 2017 55 Prozent der Kosten für die stationäre Spitalpflege aufbringen müssen – sowohl in den kantonalen Spitälern wie auch in den Privatkliniken, die sich auf einer Spitalliste befinden. Den Rest bezahlen die Krankenversicherer. 2014 bezahlt der Kanton Luzern jedoch erst 49 Prozent. 2015 bis 2017 steigt der Kantonsanteil deshalb jeweils um zwei Prozentpunkte auf das geforderte Minimum von 55 Prozent. In Franken ausgedrückt bedeutet dies, dass die Ausgaben des Kantons in jedem dieser drei Jahre allein wegen des Anstiegs des Kantonsanteils um rund 12 Millionen Franken steigen dürften. Höhere Fallzahlen und Pflegetage verursachen nochmals Mehrkosten von gut 5 Millionen Franken.

Trotz der kantonalen Mehrausgaben gibt es aber für die Luzerner Bevölkerung einen Hoffnungsschimmer. Gesundheitsdirektor Guido Graf: «Bis 2017 sinkt der Kostenanteil der Krankenversicherer von heute 51 auf 45 Prozent. Selbstverständlich muss sich das positiv auf die Prämien auswirken.» Er erwarte eine deutliche Verminderung des Kostenanstiegs oder gar die eine oder andere Nullrunde.