LUZERN: Gewaltberatung für Männer wird professionalisiert

Die Fach- und Beratungsstelle für häusliche Gewalt in Luzern professionalisiert ihre Täterarbeit. Die Gewaltberater von Agredis haben dafür den gleichnamigen Verein gegründet. Präsident Roland Reisewitz hat die Aufgabe des Geschäftsleiters per 1. Juni an Thomas Jost übergeben .

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Der Geschäftsleiter wird dem Verein Agredis eine professionelle Struktur geben. Er wird die Zusammenarbeit mit Betroffenen, Behörden und Institutionen intensivieren sowie die Qualität der Täterarbeit weiter entwickeln, wie die Staatskanzlei Luzern am Dienstag mitteilte.

In den letzten beiden Jahren haben die Gewaltberater von Agredis mit 272 Männern und Jugendlichen rund 2000 Beratungsstunden geleistet. Mehr als die Hälfte der Männer besuchen die Beratungen freiwillig, die anderen werden von der Justiz oder von Behörden und Heimen zugewiesen.

Die Gewalt-Hotline 078 744 88 88 ist das wichtigste Anlaufinstrument seit Beginn im Jahr 2000. Die deutlich gestiegenen Zahlen zeigen nicht nur die Notwendigkeit, sondern auch die gewachsene Akzeptanz der Täterarbeit.

Männer finden bei Agredis die Möglichkeit, zum ersten Mal überhaupt über ihre Probleme zu sprechen. Dabei erarbeiten sie sich gewaltfreies, verantwortungsvolles Verhalten. Täterarbeit ist präventiver Opferschutz.

pd/zim